Toto Wolff dementiert Risse im Verhältnis zu Daimler-Chef Källenius

Christian Nimmervoll
motorsport.com

Vier Wochen vor Beginn der Formel-1-Saison 2020 ist weiterhin unklar, ob Toto Wolff seinen bis Ende 2020 laufenden Vertrag als Teamchef von Mercedes verlängern wird. In einer Videokonferenz mit ausgewählten Medienvertretern hat der 48-jährige Österreicher die Tür für eine Veränderung seiner Rolle offengelassen.

"Ich habe das große Glück, seit Anfang 2014 bei Mercedes am Ruder zu sein, und das sind Jahre, die ich nicht missen möchte", sagt er. "Ich hatte großen Spaß an der Interaktion und der Zusammenarbeit mit meinen Freunden im Formel-1-Team und bei Daimler, und das ist etwas, was ich nicht missen möchte."

"Trotzdem", gibt Wolff zu, "muss ich mich hinterfragen. Ich möchte keiner von den Teamchefs sein, die einmal großartig waren und jetzt nur noch gut sind und nicht realisieren, dass sie vielleicht nicht mehr so viel ins Team einbringen können wie am Anfang. Ich habe das Gefühl, dass ich immer noch viel einbringen kann. Aber ich denke über meine Zukunft nach."

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Zuletzt hatte die Plattform 'F1-Insider.com' berichtet, dass Wolff nach Ablauf seines derzeitigen Vertrags als Teamchef zurücktreten und in eine neue Funktion wechseln könnte, etwa als Aufsichtsrat des Mercedes-Rennstalls - ähnlich wie früher sein langjähriger Geschäftspartner und Freund Niki Lauda.

AMG-Erfolgs-CEO Tobias Moers wechselt ab 1. August 2020 zu Aston Martin

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AMG-Erfolgs-CEO Tobias Moers wechselt ab 1. August 2020 zu Aston Martin Daimler

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Wolff: Warum er 41 Millionen in Aston Martin investiert hat

Sein Investment beim Sportwagenhersteller Aston Martin (nicht zu verwechseln mit dem Formel-1-Team Racing Point, das 2021 als Werksteam mit Lizenz von Aston Martin an den Start gehen wird) sei eben genau das, ein "Finanzinvestment. Ich glaube an die Marke", unterstreicht er. "Und ich denke, dass die Strategie, die dort gerade implementiert wird, Sinn ergibt."

"Ich habe ein paar Aktien gekauft, im Sinne einer Investmentdiversifizierung", erklärt Wolff. Laut 'Daily Mail' ist er mit 37 Millionen Britischen Pfund (aktuell umgerechnet 41 Millionen Euro) beim Sportwagenhersteller eingestiegen. Als Aktionär. "Operativ werde ich keine Rolle spielen", stellt er klar.

"Meine operativen Funktionen bleiben unverändert. Ich bin bei Mercedes, ich bin dort Teamchef und Shareholder. Und es ist klar, wenn es sonst keine Headlines gibt, dass die Aston-Martin-Sache Wellen geschlagen hat. Aber ich plane mit Mercedes. Ich habe die Absicht, hier zu bleiben. Daran hat sich nichts geändert."

Sein Investment bei Aston Martin könnte ein lohnendes werden. Bis Börsenschluss am Freitag hat die Aktie seit 14. Mai über 130 Prozent an Wert gewonnen. Befeuert wurde der Kurs durch einen Wechsel an der Spitze des Managements: Andy Palmer wurde vergangene Woche als CEO abgelöst. Am 1. August übernimmt Tobias Moers das Ruder.

Moers war bisher CEO bei Mercedes-AMG und gilt in der Automobilbranche als Erfolgsmanager. Am Finanzmarkt wird sein Wechsel als Indiz dafür gewertet, dass der Daimler-Konzern seine Minderheitsbeteiligung an Aston Martin ausweiten könnte. Darauf hatten zuletzt auch Medienberichte in Zusammenhang mit Daimlers Formel-1-Programm hingedeutet.

"Ich glaube an die Marke Aston Martin, ich glaube an das Management", sagt Wolff. "Tobias Moers ist jemand, der das genau versteht. Ich kenne ihn seit langer Zeit - und ich glaube daran, dass er mit diesem Business den Turnaround schaffen kann. Langfristig kann das ein erfolgreiches Unternehmen werden."

Um seine investierten Millionen macht sich Wolff jedenfalls keine Sorgen: "Es gibt eine sehr starke Gruppe an Shareholdern (rund um Lawrence Strolls Yew-Tree-Konsortium; Anm. d. Red.), die Aston Martin unterstützen und die die Marke nicht im Stich lassen werden. Und ich habe entschieden, Teil dieser Gruppe zu sein."

Weitere Co-Autoren: Adam Cooper. Mit Bildmaterial von LAT.

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