Toto Wolff: Konter auf Helmut Marko wegen Kritik am Juniorteam

Christian Nimmervoll
motorsport.com

Mercedes-Teamchef Toto Wolff hat in einem Interview auf einen Seitenhieb von Helmut Marko reagiert. Der Red-Bull-Motorsportkonsulent hatte kürzlich öffentlich kritisiert, dass "bis dato noch kein Mercedes-Junior je ins Cockpit gekommen ist" und gegen Wolff gestichelt: "Es ist lustig zu hören, dass der Toto sagt, sie schauen auf den eigenen Nachwuchs."

Bei Mercedes stehen für 2020 Lewis Hamilton und Valtteri Bottas unter Vertrag. Darüber hinaus gibt es Vereinbarungen mit den Junioren Esteban Ocon (geparkt bei Renault) und George Russell (Williams). Pascal Wehrlein ist inzwischen aus dem Mercedes-Kader geflogen - und ins Werkscockpit hat es bislang noch kein Mercedes-Junior geschafft, seit Wolff dort das Ruder übernommen hat.

Der Österreicher lässt Markos Sticheleien aber von sich abprallen. Im Interview mit 'RTL' spricht er, ohne Markos Namen konkret zu nennen, von "Zwischenrufern, die es so in den letzten Tagen und Wochen gab, ob wir jetzt unser Juniorprogramm richtig eingesetzt haben oder nicht". Und stellt klar: "Unsere vergangenen sechs Jahre beantworten alle Fragen."

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Was die Gerüchte um ein mögliches Mercedes-Dreamteam mit Hamilton und Sebastian Vettel betrifft, bleibt Wolff vage: "Wir müssen unserer Linie treu bleiben", sagt er. "Loyalität ist etwas unheimlich wichtiges, Teil unserer Werte. Wir stehen loyal zu unseren jetzigen Fahrern und wollen auch nicht in Verhandlungen treten zu einem Zeitpunkt, wo die Saison noch nicht einmal losgegangen ist."

Bottas scheint das etwas lockerer zu sehen. Angesichts seines am Jahresende auslaufenden Vertrags und der Ungewissheit darüber, ob sich der Daimler-Konzern nach 2020 überhaupt weiterhin ein eigenes Werksteam in der Formel 1 leisten wird, ist er fast gezwungen, seine Möglichkeiten bei anderen Teams auszuloten. Und damit hat er jetzt offenbar konkret begonnen.

Laut Informationen von 'motorsport.com' hat dieser Tage ein Gespräch zwischen Bottas-Manager Didier Coton (bei der Management-Firma Aces ein Geschäftspartner von Wolff) und Renault-Teamchef Cyril Abiteboul stattgefunden. Renault wird medial mit Fernando Alonso in Verbindung gebracht, wäre aber schlecht beraten, keine anderen Optionen in Betracht zu ziehen.

Bei Mercedes wird Bottas jedenfalls noch nicht allzu schnell eine klare Zusage für 2021 erhalten, selbst wenn er letztendlich bleiben darf. Erst wenn die Saison 2020 einmal losgegangen ist, "wird man über den Tellerrand hinwegschauen und sagen: Was gibt es denn sonst noch für Möglichkeiten?", erklärt Wolff.

"Fakt ist: Die Entscheidung manch anderer Teams, so früh Fahrerpaarungen für 2021 bekanntzugeben, kommt einigermaßen überraschend, weil das ein ganzes Jahr lang Kopfweh bereiten wird."

Insofern wird sich Mercedes beim Thema Fahrerpaarung nicht zu einer raschen Entscheidung drängen lassen. Wolff stellt klar: "Am Ende zählt, ganz wichtig, die Leistungsfähigkeit und die Dynamik zwischen den Fahrern. Es zählt auch natürlich der Marketingaspekt. All diese Faktoren müssen wir berücksichtigen."

Mit Bildmaterial von LAT.

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