Toto Wolff über Lewis Hamilton: "Ich bin sicher, da kommt noch was!"

Norman Fischer
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"Er hat einfach wieder gezeigt, wie herausragend er ist", sagt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nach dem Sieg von Lewis Hamilton in der Türkei und dem damit verbundenen siebten Gewinn des Formel-1-Weltmeistertitels. Der Weg dahin war diesmal steiniger als bei den meisten vorherigen Rennen.

"Gegen jede Erwartung", staunt der Österreicher bei 'Sky'. Denn Hamilton hatte mit Startplatz sechs im Regen von Istanbul eigentlich keine gute Ausgangsposition. Als er in der ersten Rennhälfte auch noch lange hinter Sebastian Vettel hing, glaubten die wenigsten an einen Erfolg des Briten. Doch in der zweiten Rennhälfte auf abtrocknender Strecke dominierte er die Konkurrenz nach Belieben.

"Unglaublich", so Wolff. "Er ist im Rennen mit einem Auto, das ganz schwer zu fahren war, auf der Straße geblieben, hat auf seine Chance gewartet, und ist am Ende einsam davongefahren."

Ein Schlüssel zum Erfolg war dabei auch, dass Hamilton 50 Runden auf gebrauchten Intermediates durchgefahren war. "Man konnte sehen, dass alle, die neue Intermediates hatten und sofort gepusht haben, nach ein paar Runden Graining bekommen haben. Und davon hat sich der Reifen auch nicht mehr erholt", so Wolff, der auf Lance Stroll und Max Verstappen verweist.

"Was den Unterschied gemacht hat: Lewis hat es während der schwierigen Phase zu Beginn auf der Straße gehalten, als unser Auto nicht konkurrenzfähig war. Er hat abgewartet und dann zugeschlagen. Wir hatten einen Vorteil, als es gezählt hat", so Wolff. "Er hat den Reifen verstanden und gewusst, wie man ihn fahren muss, damit er hält."

Doch dass die Reifen bis zum Ende halten würden, da war man sich auch bei Mercedes nicht ganz sicher - und auch nicht, ob nicht in der letzten Runde vielleicht noch ein Schauer kommt.

"Deswegen haben wir gesagt: 'Wir stehen an den Boxen bereit, wenn du meinst, dass wir es machen sollen.' Und er hat dann gesagt: 'Nein, ich glaube ich kann das zu Ende fahren.'"

Und das tat Hamilton und sicherte sich so seinen siebten WM-Titel in passender Manier. Damit ist der Mercedes-Pilot jetzt auch statistisch der Allergrößte, doch das muss noch nicht das Ende der Fahnenstange sein, wie Wolff ankündigt.

"Er ist natürlich mitten in seinem Schaffen. Ich glaube, da kommt noch was drauf. Wenn wir weiter ein gutes Auto bauen, kann er weitere Rennen gewinnen und hoffentlich auch um Meisterschaften fahren", so der Motorsportchef.

Doch dafür braucht es auch einen neuen Vertrag, der noch nicht existiert. "Wird Zeit, dass wir das jetzt langsam machen", schmunzelt Wolff. Der Zeitrahmen dafür: bis Jahresende.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.