Tourneesieg? Warum Geigers Chancen nie besser standen

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Tourneesieg? Warum Geigers Chancen nie besser standen
Tourneesieg? Warum Geigers Chancen nie besser standen

Karl Geiger könnte mit Fotos aus Oberstdorf reihenweise Alben füllen. In dem kleinen Kurort ganz im Süden Deutschlands ist er geboren, stand als Kind mit leuchtenden Augen an der Schanze, hier hat er in Lederhosen seine Franziska geheiratet, ist Vater und zuletzt auch noch Doppel-Weltmeister geworden.

„Oberstdorf hat mir unfassbar viel gegeben. Ich fühle mich hier pudelwohl“, sagt Deutschlands Vorzeige-Skispringer. (NEWS: Alles zum Skkispringen)

Nun soll Geigers Heimatalbum um eine denkwürdige Seite reicher werden. Am Dienstag (Vierschanzentournee: Alle Springen im SPORT1-Liveticker) startet für den 28-Jährigen mit der Qualifikation am Oberstdorfer Schattenberg das zehntägige Abenteuer Vierschanzentournee, das mit dem ganz großen Wurf enden soll.

20 Jahre nach Sven Hannawalds legendärem Grand Slam soll endlich, endlich wieder ein DSV-Adler den Ritt über die vier Schanzen gewinnen.

Schuster und Hannawald glauben an Geiger

Geiger hat glänzende Chancen, das weiß er selbst am Besten. Im Gesamtweltcup trägt er das Gelbe Trikot, stand bei neun Springen fünfmal auf dem Podest, siegte in Nischni Tagil und zuletzt Engelberg. Warum soll es also nicht endlich klappen? „Wenn wir alle unsere Sachen beieinander haben, dann muss es schon statistisch mal aufgehen. Wenn es 20 Jahre her ist - vielleicht bringt‘s uns Glück“, sagt Geiger.

Und wer, wenn nicht der „Karle“, soll es richten? „Wenn ein Deutscher gewinnt, dann der Karl. Ich habe die Hoffnung, dass ich endlich einen Nachfolger erhalte“, sagte Hannawald selbst dem SID. Auch Werner Schuster, der Geiger als Bundestrainer in die Weltspitze führte, glaubt an den so ruhigen Bayern. „Die Stabilität der letzten Jahre und die Form weisen eindeutig daraufhin, dass er eine super Tournee springen kann“, sagte Schuster im kicker.

Nachholbedarf in Innsbruck

Mit seinen 28 Jahren sei Geiger zudem „in der Blütezeit seines Skispringer-, aber auch seines persönlichen Lebens“, so Schuster. Was eben jene Reife ausmachen kann, bewies Geiger im letzten Winter eben in Oberstdorf. Bei der Tournee gewann er den Auftakt und wurde am Ende Zweiter hinter Kamil Stoch, bei der WM wenige Wochen später holte er vier Medaillen bei vier Starts, darunter zwei goldene. „Er kann mit mentalen Ausnahmesituationen umgehen“, sagt Schuster.

Also greift Geiger an. Im Weg stehen dürfte ihm vor allem der Japaner Ryoyu Kobayashi - und natürlich die Schanze in Innsbruck, wo die deutschen Tournee-Hoffnungen zuletzt regelmäßig platzten. Das war vor einem Jahr auch bei Geiger so, als er nach seinem Sieg in Oberstdorf und Rang fünf in Garmisch-Partenkirchen am Bergisel auf Platz 16 abstürzte.

„In Innsbruck haben wir ein bisschen Nachholbedarf“, sagt Geiger, der dort bei der Tournee nur 2020 als Achter in die Top Ten kam - aber bei der WM 2019 auch einmal Silber hinter Kumpel Markus Eisenbichler holte.

Doch zunächst einmal zählt für Karl Geiger nur Oberstdorf. Dort, wo er als kleiner Junge seinem Vorbild Sven Hannawald zujubelte und bei der WM 2005 als Fahnenkind dabei war. „Das sind total schöne Emotionen und total schöne Bilder, die man noch im Kopf hat“, sagt Geiger. Ein bisschen Platz ist allerdings noch übrig in seinem Heimatalbum.


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