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Die Tragödie von Frankfurts letztem Europa-Helden

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Die Tragödie von Frankfurts letztem Europa-Helden
Die Tragödie von Frankfurts letztem Europa-Helden

Nach dem einzigen deutschen Meistertitel 1959 erreichte Eintracht Frankfurt im Jahr darauf sensationell das Finale im Europapokal der Landesmeisters.

Doch die Adler unterlagen 1960 dem übermächtigen Real Madrid mit 3:7. Niemand geringeres als Alfredo Di Stéfano traf in Glasgow drei Mal für die Königlichen, Ferenc Puskás gar vier Mal für Real.

2022 steht die SGE nun zum dritten Mal in einem europäischen Vereinswettbewerb im Endspiel und trifft in Sevilla im Europa-League-Finale auf die Glasgow Rangers. (Europa-League-Finale: Eintracht Frankfurt - Glasgow Rangers, 21 Uhr im LIVETICKER)

SPORT1 blickt auf den größten internationalen Triumph der Eintracht zurück, als die Frankfurter 1980 im UEFA-Pokal-Finale Borussia Mönchengladbach in zwei Partien niederrangen.

Der damalige Pokal-Held, Fred Schaub, verstarb in jungen Jahren (42) auf tragische Weise. Ein Rückblick.

Eintracht gewinnt 1980 sensationell den UEFA-Pokal

In der Saison 1979/80 kämpfte sich die Eintracht über Aberdeen, Bukarest, Craiova, Rotterdam, Brünn und München ins UEFA-Pokal-Finale. Im deutschen Endspiel behielt die Elf von Trainer Friedel Rausch gegen Gladbach schließlich die Oberhand.

„Das war einer der wichtigsten Siege für Eintracht Frankfurt und einer der größten Titel in der Vereinsgeschichte. In dieses Spiel haben wir alles reingelegt“, erinnert sich Bundesliga-Rekordspieler und SGE-Urgestein Karl-Heinz Körbel an damals. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Europa League)

Doch der Weg dorthin war steinig: Nachdem die Eintracht mit dem FC Aberdeen einen namhaften Gegner als Hürde genommen hatte, verlor die SGE in der 2. Runde bei Dynamo Bukarest mit 0:2. Im Waldstadion erzwangen die Frankfurter aber die Verlängerung und setzten sich schließlich mit 3:0 durch.

Nach einem Marsch durchs Achtel- und Viertelfinale kam es im Halbfinale zur rein deutschen Begegnung mit dem FC Bayern. Nach der 0:2-Hinspiel-Pleite in München sah es für die Adler gar nicht gut aus. In einer packenden Begegnung konnten die Hessen allerdings erneut einen Rückstand in der regulären Spielzeit wettmachen.

Bruno Pezzey erzielte im Rückspiel das 2:0 in der 87. Minute. In der Verlängerung wurde dann der eingewechselte Harald Karger zum Helden. Mit seinen Treffern zum 3:0 und 4:1 hatte er maßgeblichen Anteil am Einzug ins Finale. Frankfurt schoss die Bayern letztlich mit 5:1 aus dem Stadion und dem Wettbewerb.

Frankfurts Pokal-Held für eine Nacht

Die Finalspiele gegen Gladbach waren an Dramatik nicht zu überbieten: Im Hinspiel auf dem Bökelberg ging die Eintracht durch Tore von Karger und Bernd Hölzenbein mit 2:1 in Führung. Doch die gute Ausgangslage wurde noch verspielt. In der Schlussphase drehten der junge Lothar Matthäus und Christian Kulik das Spiel und gewannen 3:2.

Im Rückspiel im mit 60.000 Zuschauer ausverkauften Waldstadion neutralisierten sich beide Mannschaften weitestgehend, bis SGE-Coach Rausch in der 77. Spielminute Youngster Fred Schaub einwechselte und ein goldenes Händchen bewies. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Europa League)

Der damals 19-Jährige erzielte nur vier Minuten nach seiner Hereinnahme das goldene Tor. Frankfurt gewann 1:0 und stand aufgrund der mehr erzielten Auswärtstreffer als UEFA-Cup-Sieger fest.

Schaub wurde zum Pokal-Helden - für eine Nacht - denn eine große Karriere blieb ihm versagt. „Ich bin an diesem Tor gescheitert“, sagte er einmal rückblickend. Am 11. April 2003 starb der in allen Fußball-Geschichtsbüchern verewigte Stürmer, der noch für Borussia Dortmund und Hannover 96 in der Bundesliga spielte, mit nur 42 Jahren bei einem Autounfall.

Sein damals achtjähriger Sohn Louis überlebte verletzt auf dem Rücksitz - und wurde ebenfalls Fußballprofi. Zuletzt spielte er in der abgelaufenen Bundesliga-Saison für den 1. FC Köln und wechselt zur kommenden Spielzeit in die 2. Liga, nach Hannover - wo auch schon sein Vater aktiv war.

Fred Schaub verunglückt auf Rhön-Autobahn

Doch wie kam es zu dem tragischen Unglück? Laut der Polizei verunglückte die Frankfurter Klub-Legende an jenem 11. April gegen 7.20 Uhr auf der Rhön-Autobahn A7 bei Uttrichshausen (Kreis Fulda) tödlich.

Dem Bericht nach war der 42-Jährige mit seinem Kleinwagen nahezu ungebremst - laut stehen gebliebenem Tacho mit 125 km/h - unter einen vor ihm mit 60 km/h fahrenden Lastwagen geprallt, der gerade auf den Parkplatz „Forsthaus“ fuhr.

Außer dem Ex-Fußball-Profi befand sich noch dessen achtjähriger Sohn Louis in dem Kleinwagen, der mit Bein- und Kopfverletzungen ins Klinikum Fulda kam. „Es hat sehr lange gedauert, das zu verkraften“, so Louis Schaub über den Tod seines Vaters. „Das geht nur, wenn die ganze Familie extrem zusammenhält.“

Schaub Junior ist vor allem seiner Mutter dankbar: „Meine Mama und eigentlich alle haben extrem zusammengehalten. Sie hat auch dafür gesorgt, dass alles weiterging, auch mit dem Fußball hat sie mich immer unterstützt. Man muss die Situation nehmen, wie sie ist. Wir haben das alles dann gut gemacht, alle seine Kinder stehen auf zwei Beinen im Leben.“

Sein Vater hatte weniger Glück und wurde in dem völlig zusammengedrückten Renault Clio eingeklemmt. Die Feuerwehr musste ihn aus dem Wagen mit der Rettungsschere bergen. Doch Schaub Senior war vermutlich auf der Stelle tot.

Der gebürtige Hesse war über Ostern bei seiner Mutter in Kalbach (Kreis Fulda) und wollte am Dienstagmorgen zurück nach Österreich fahren, wo er für Admira Mödling als Nachwuchstrainer arbeitete.

Der Tod von Fred Schaub erschütterte 2003 viele Menschen in Deutschland und Österreich. Aber: Sein Name wird auf ewig mit einem der größten Erfolge von Eintracht Frankfurt verbunden bleiben.

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