Dárdai hat die Schnauze voll: "Habe hundertmal gebettelt"

SPORT1
·Lesedauer: 4 Min.

Die besondere Konstellation, dass Pál Dárdai bei Hertha BSC seinen Sohn Márton Dárdai trainiert, ist nicht von der Hand zu weisen. Der Hertha-Trainer kann das Thema allerdings nicht mehr hören.

DORTMUND, GERMANY - MARCH 13: (BILD ZEITUNG OUT) head coach Pal Dardai of Hertha BSC gestures during the Bundesliga match between Borussia Dortmund and Hertha BSC at Signal Iduna Park on March 13, 2021 in Dortmund, Germany. (Photo by Alex Gottschalk/DeFodi Images via Getty Images)
Pal Dardai kann das Wort "Trainersohn" nicht mehr hören (Bild: Alex Gottschalk/DeFodi Images via Getty Images)

Im Sky-Interview vor dem Spiel gegen Bayer Leverkusen reagierte der Ungar äußerst gereizt auf den Begriff "Trainersohn".

SPORT1 präsentiert das Gespräch im Wortlaut:

Reporter: Er ist einer der Durchstarter, Herr Dardai. Und das obwohl er die Arschkarte hat, haben Sie mal gesagt, weil er eben der Sohn des Trainers ist. Aber wie erleben Sie ihn aktuell in dieser Konstellation?

Dárdai: Ich verstehe euch nicht, warum diskutieren wir immer noch über diese Themen? Es gibt andere Spieler …

Reporter: Aber er macht sich sehr gut. Das war ja positiv. 

Dárdai schimpft: "Das ist Quatsch"

Dárdai: Ich habe die Medien hundertmal gebeten. Das ist ein Quatsch. Er soll Aufmerksamkeit kriegen, wenn er gut spielt. Dann muss man eine Analyse machen. Aber nicht bei Trainer und Sohn.

Reporter: Aber das haben wir doch analysiert.

Dárdai: Ich habe selbst unter meinem Vater gespielt. Ich kann das einschätzen. Aber so viel Drum und Dran, das ihr macht, immer wieder und es gibt kein anderes Thema – das ist nicht okay. Ich habe hundertmal gebettelt. Er ist kein Trainersohn! Er heißt Márton Dárdai. Und er soll nach seinem Spiel bewertet werden, nach seinem Status und was er macht. Er ist ein guter Junge, weil er lernt. Er lernt den ganzen Tag. Er hat jetzt Abitur. Er kriegt alles hin. Er ist ein junger Spieler und jeder junge Spieler darf Fehler machen. Und wenn er Fehler macht, dann sehe ich schon wieder, was alles kommt. Und das ist Quatsch. Er ist nur ein Spieler. Ich habe hundertmal gebettelt. Und ihr fangt wieder mit dem Thema an. Er wird davon nicht besser, dass wir hier hundertmal 'Trainersohn' sagen. Nur in Deutschland gibt es dieses Wort 'Trainersohn'.

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Reporter: Herr Dárdai, das ist nicht negativ …

Dárdai: Nein, das ist nicht okay. Reden wir über andere Sachen. 

"Was wollt ihr damit provozieren?"

Reporter: Sehr gerne, aber das ist ja auch gar nicht negativ gemeint.

Dárdai: Wir sollen ihn Márton Dárdai nennen. Und nicht: 'Trainersohn, Trainersohn'. Das ist Quatsch. Ich habe sowas noch nie erlebt. Was wollt ihr damit provozieren? Was soll das sein? Ich frage dich, warum stellst du diese Frage?

Reporter: Herr Dárdai, lassen Sie mich das kurz erklären.

Dárdai: Sag es mir und dann kann ich antworten.

Reporter: Wir haben Márton analysiert. Und natürlich ist es eine besondere Konstellation …

Dárdai: Aber warum? Wir haben schon hundertmal darüber geredet. Wir sollen von ihm eine Analyse machen, so wie über Luca Netz, so wie Arne Maier ...

Dárdai: "Ich habe hundertmal gebettelt"

Reporter: Aber wir haben ihn analysiert. Die meisten Pässe …

Dárdai: Aber bitte nicht so. Das ist nicht korrekt. Ich habe hundertmal gebettelt. Nett und nett. Und jetzt sollte Schluss sein. Trainer uns Spieler sind getrennt bei uns. In der Kabine macht keiner sowas wie ihr. Jedes Mal kommt die Sache wieder zurück. Was wollt ihr damit schaffen? Sag das mal zu mir, dann weiß ich es wenigstens.

Reporter: Herr Dárdai, lassen Sie mich das kurz erklären. Das ist ja nur eine positive Geschichte und trotzdem eine besondere Konstellation. Wir haben verstanden, dass sie das in keinster Weise auch nur thematisiert haben wollen. Nichtsdestotrotz haben wir Márton gelobt. Wir haben Statistiken herausgekramt, die zeigen: Er ist völlig zurecht Stammspieler und hinten eine Bank in der Innenverteidigung. Herr Dárdai, sind Sie d'accord, dass wir zum Spiel sprechen?

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Dárdai: Ja.

[…]

Reporter: Herr Dárdai, Dankeschön für Ihre Zeit und wir nehmen Ihre Kritik an beiden Komponenten definitiv auf, aber wir haben eben auch eine andere Ansicht. Trotzdem haben Sie das Spiel allumfassend analysiert. Mit der zweiten Halbzeit waren Sie auch nicht zufrieden, vollstes Verständnis.

Dárdai: Aber ich kann auch eine Analyse machen ...

Reporter: Absolut.

Dárdai: … und das ist etwas komplett anderes. Und das war viel zu negativ.

Reporter: Das nehmen wir auf. Dankeschön, Herr Dárdai, gutes Spiel.

Dárdai: Danke auch. Ciao.

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