Trauer um das Vorbild des Macho Man

Martin Hoffmann
Sport1

Sein Name wird den meisten Wrestling-Fans von heute nichts mehr sagen. Sein Vermächtnis wird ihnen allerdings in lebhafter Erinnerung sein.

Pampero Firpo war ein Urahn des "Hardcore Wrestling", der in seiner 33 Jahre langen Ring-Karriere große Erfolge mit seinen prügellastigen Matches feierte. Und er war Vorbild für einen der erfolgreichsten Stars des heutigen Marktführers WWE, den "Macho Man" Randy Savage.

Nun ist er im Alter von 89 Jahren gestorben.

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Pampero Firpo dominierte zahlreiche Wrestling-Ligen

Firpo (bürgerlich: Juan Kachmanian) wurde am 6. April 1930 als Sohn türkisch-armenischer Auswanderer in Buenos Aires geboren.

In den fünfziger Jahren startete er seine Wrestling-Karriere und etablierte sich in der Rolle als unberechenbarer "Wild Man". Seinen Namen soll ihm Box-Legende Jack Dempsey gegeben haben, in Anspielung auf Luis Angel Firpo, den "Wild Bull of the Pampas", einen Rivalen Dempseys.

Zu den Markenzeichen Firpos war ein Schrumpfkopf, den ihm angeblich ein von seinen Wrestling-Künsten beeindruckter Stammesführer geschenkt hatte, und sein Griff "El Garfio", mit dem er seine Gegner vorgeblich bewusstlos machte. Als Claw Hold übernahmen ihn zahlreiche Wrestler späterer Zeiten, unter anderem die Mitglieder der von Tragik umwehten Von-Erich-Familie in Texas.

Firpo war eine populäre Größe in den zahlreichen regionalen Promotions, die in der Ära vor Hulk Hogan die Wrestling-Landschaft bestimmten. 1972 war er auch kurz in der damals ebenfalls noch lokal agierenden WWE (damals: WWWF) aktiv und forderte im New Yorker Madison Square Garden den damaligen Champion Pedro Morales heraus.


Randy Savage variierte das Erfolgsrezept

Firpos Look und Stil war Blaupause für zahlreiche spätere Stars, unter anderem den enorm erfolgreichen, 1988 unter mysteriösen Umständen ermordeten Bruiser Brody.

Erfolgreich variiert wurde sein Erfolgsrezept von Randy Savage, der Firpo in dessen Zeit als Topstar des Raums Detroit begegnet war. 


Die kehlige Stimme, die unruhig-improvisierten Auftritte am Mikrofon, der Standard-Spruch "Oooh yeah!": All diese Ideen übernahm Savage von Firpo. Er kombinierte Firpos Wildheit mit dem Glamour-Auftritt seines zweiten großen Inspirationsquells Gorgeous George (der Wrestler, den auch Muhammad Ali als Vorbild nannte).

Firpo beendete seine Karriere in den Achtzigern und arbeitete danach als Sicherheitsbeamter in einem Postamt in San Jose.

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