Hasebe von Hütter-Abschied "sehr enttäuscht"

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Hasebe von Hütter-Abschied "sehr enttäuscht"
Hasebe von Hütter-Abschied "sehr enttäuscht"

Eintracht Frankfurt geht mit einem Punkt vor Borussia Dortmund in die letzten drei Spieltage. Die Chance auf die erstmalige Champions-League-Qualifikation der Vereinsgeschichte ist historisch und groß.

Makoto Hasebe lässt sich im Gespräch mit SPORT1 auch nach dem feststehenden Abgang von Trainer Adi Hütter zu Borussia Mönchengladbach nicht aus der Ruhe bringen.

Der Japaner sieht nun vor allem sich und die erfahrenen Spieler in der Pflicht. Hasebe gibt daher für die Partie gegen den FSV Mainz 05 (Sonntag ab 15.30 Uhr im LIVETICKER) die Richtung vor.

SPORT1: Makoto Hasebe, kam die Bundesligapause nach den aufregenden Tagen genau zum richtigen Zeitpunkt?

Makoto Hasebe: Wir haben die Woche dafür genutzt, um uns körperlich und geistig etwas zu erholen. Die Pause kam daher genau richtig für uns. Wir haben in der englischen Woche gegen Leverkusen und Gladbach verloren und nur gegen Augsburg gewonnen. Jetzt haben wir noch drei wichtige Spiele vor uns und können uns für die wichtige Phase erholen. Wir müssen für den Endspurt vollständig bereit sein.

Hasebe über Hütter: "Im Fußball kann alles sehr schnell gehen"

SPORT1: Adi Hütter ließ sein "Ich bleibe" bröckeln und wird nach Gladbach gehen. Waren Sie enttäuscht von Hütter?

Hasebe: Im Fußball kann alles sehr schnell gehen. Ich habe so etwas nicht das erste Mal erlebt. Bei Niko Kovac hatten wir vor drei Jahren eine ähnliche Situation. Adi Hütter hat "ich bleibe" gesagt, das hat er für den Klub getan. Aber in der Bundesliga wechseln alle Topmannschaften den Trainer. Das habe ich so das erste Mal erlebt, es ist vielleicht auch in der Bundesligageschichte etwas Einmaliges. Bei uns geht aber nicht nur der Trainer, sondern auch Fredi Bobic (Sportvorstand, Anm.d.Red.) und Bruno Hübner (Sportdirektor, Anm.d.Red.). Ich möchte mich bei ihnen herzlich bedanken und ihnen noch etwas zurückgeben. Wir Spieler müssen uns deshalb vollständig auf unsere Aufgabe konzentrieren.

SPORT1: Nehmen Sie uns doch einmal mit. Wie erlebte die Kabine den Moment, als Hütter seinen Weggang bekannt gab?

Hasebe: Natürlich war ich auch sehr enttäuscht. Wir haben lange Zeit sehr gut zusammengearbeitet und viel erreicht.

SPORT1: Es folgte eine englische Woche mit nur einem Sieg und zwei Niederlagen. Hing dies mit der Entscheidung von Hütter zusammen? (Service: Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Hasebe: Nein, das denke ich nicht. In Gladbach und in Leverkusen kann man verlieren. Ich glaube, dass wir immer noch gut unterwegs sind. Wir haben noch drei Spiele vor uns und stehen einen Punkt vor Dortmund und einen Punkt hinter Wolfsburg auf dem vierten Platz. Wir haben weiterhin die historische Chance auf die Champions League. Dafür müssen wir weiter positiv bleiben und unsere Qualität auf dem Platz zeigen.

"Hütter erreicht uns noch"

SPORT1: Aber dennoch stellt sich die Frage: Warum war die Eintracht in diesen Duellen nicht so griffig und so "eklig" wie gegen Dortmund und Wolfsburg? Der Eindruck war, dass der letzte Biss gefehlt hat.

Hasebe: Das stimmt, diesen Eindruck konnte man gewinnen. Wir Spieler haben auch darüber gesprochen. In Gladbach und in Leverkusen hat uns die letzte Konsequenz gefehlt. Das muss sich ändern. Deswegen müssen wir für die letzten drei Spiele konsequent, leidenschaftlich und konzentriert bleiben.

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SPORT1: Aber dennoch die Frage: Erreicht Adi Hütter noch die Mannschaft?

Hasebe: Auf jeden Fall erreicht uns Hütter noch. Der Trainer hat natürlich eine wichtige Rolle. Aber es ist noch wichtiger, dass die Spieler selbst die Verantwortung übernehmen. Der Trainer steht nicht auf dem Platz, sondern wir Spieler. Das ist für mich elementar wichtig.

SPORT1: Nun richtet sich der Blick aber nach vorne. Haben Sie sich als Mannschaft zusammengesetzt und auf das große Ziel Champions League eingeschworen? (Service: Tabelle der Bundesliga)

Hasebe: Wir haben noch bis Sonntag Zeit und können intensiv miteinander reden. Vor allem wir erfahrenen Spieler sollten uns noch einmal zusammensetzen.

SPORT1: Sie selbst müssten mit dem Druck sehr gut umgehen können. 2009 wurden Sie mit Wolfsburg nach herausragender Aufholjagd Meister, der FC Bayern drückte bis zum Schluss. Diesmal haben Sie mit der Eintracht viele Teams überholt und der BVB drückt von hinten. Erkennen Sie Parallelen?

Hasebe: Die Situation jetzt ist für mich nicht vergleichbar mit der damals in Wolfsburg. 2009 war ich das zweite Jahr in Deutschland und hatte noch keine Erfahrung gesammelt. Das liegt aber sehr weit zurück. Ich denke deshalb vor allem an unsere Situation bei der Eintracht im Sommer 2019 zurück. Damals standen wir kurz vor dem Ende der Saison auf Platz drei, aber wir waren noch im Europapokal vertreten. Die Fitness ist in diesem Jahr deshalb besser als vor zwei Jahren.

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Führungsspieler um Hasebe wollen im CL-Kampf vorangehen

SPORT1: Bei dem einen oder anderen Ihrer Kollegen setzte angesichts der Höhenluft zuletzt aber spürbar ein Nervenflattern ein. Welche Spieler sind in dieser Situation mit Blick auf die kommenden drei Partien für den Erfolg besonders gefordert?

Hasebe: Jetzt müssen wir erfahrenen Spieler vorangehen. Wir haben viele Führungsspieler: Kevin Trapp, Martin Hinteregger, Sebastian Rode, Timothy Chandler, Stefan Ilsanker oder Filip Kostic...

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Hasebe: Ja, ich kommuniziere mit jungen Spielern. Evan N’Dicka, Tuta oder Djibril Sow zeigen eine gute Mentalität. Ich mache mir deshalb keine Sorgen.

SPORT1: Los geht der Endspurt mit dem Duell gegen Mainz. Unter Bo Svensson hat das Team 28 Punkte geholt, zuletzt gab es einen verdienten 2:1-Sieg. Was muss die Eintracht machen, um diese Partie gewinnen zu können?

Hasebe: Mainz ist aktuell sehr gut drauf. Unter Bo Svensson haben sie viele Punkte gesammelt. Sie spielen aggressiv und sind taktisch diszipliniert. Sie sind ein sehr schwerer Gegner. Andererseits sind wir zu Hause ungeschlagen. Wir respektieren Mainz, aber wir haben Selbstvertrauen und wollen unbedingt im nächsten Spiel drei Punkte holen.

SPORT1: Hatten Sie vor dem Spiel auch einmal Kontakt mit Danny da Costa und Dominik Kohr, die sich dort gut entwickelt haben?

Hasebe: Ich habe Dominik Kohr vor einigen Wochen zufällig in der Stadt getroffen und kurz mit ihm gesprochen. Er sagt, dass die Mannschaft in Mainz gut drauf ist. Wir haben aber nicht über unser direktes Duell geredet.

Hasebe schwärmt von Torjäger Silva

SPORT1: Die Eintracht hat vor allem vorne auch einige Waffen. Sagen Sie doch etwas zu den herausragenden Spielern Filip Kostic und André Silva.

Hasebe: Unsere Offensive hat vor allem in der Rückrunde viele Tore erzielt. Filip Kostic bereitet oft vor und André Silva hat schon 25 Tore erzielt. Eigentlich wird man mit dieser Anzahl Torschützenkönig. Das ist einfach Wahnsinn. Meinen Landsmann Daichi Kamada sollte man mit seinen vielen Vorlagen nicht vergessen. Deswegen stehen wir aktuell auf Rang vier. Wenn wir hinten die Null halten, dann gewinnen wir, weil unser Sturm viele Tore erzielt.

SPORT1: Sie haben André Silvas 25 Treffer bereits erwähnt. Was zeichnet diesen Ausnahmekönner aus?

Hasebe: André Silva ist ein typischer Strafraumstürmer. Er ist nicht so schnell, aber in der Box ist seine Bewegung top. Er geht immer Richtung ersten Pfosten und setzt sich dann auf den zweiten Pfosten ab. Das ist für den Abwehrspieler sehr schwer zu verteidigen. André hat dazu eine unglaubliche Schusstechnik, er kann mit rechts und links schießen und gut köpfen.

SPORT1: Makoto Hasebe, die Eintracht landet in der Champions League, weil...?

Hasebe: ... wir Qualität haben. Es ist mein Traum, noch einmal die Champions-League-Hymne zu hören.

SPORT1: Wäre die Europa League nach dieser Saison eine Enttäuschung?

Hasebe: Ja!

SPORT1: Und abschließend: Sehen wir Makoto Hasebe bei einem guten Verlauf auch über die Saison 2022 hinaus noch Fußball spielen?

Hasebe: Hoffentlich (lacht).

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