Karius bereut Wechsel zu Union Berlin

Vom Champions-League-Finale 2018 in die Arbeitslosigkeit - Loris Karius ist innerhalb von vier Jahren eine beängstigende Abwärtsspirale gekommen.

In jenem Finale patzte der Schlussmann schwer und Liverpool verlor das Finale gegen Real Madrid mit 1:3. Karius wurde anschließend für die Niederlage verantwortlich gemacht.

Anschließens holten die Reds Alisson Becker als neue Nummer 1 von der AS Rom und Karius musste sich hinten anstellen. Bis heute folgten Leihen zu Besiktas Istanbul und Union Berlin, doch nirgendwo überzeugte der 29-Jährige vollends.

Bei den Köpenickern stand Karius in der Saison 2020/21 unter Vertrag. Diese Leihe bereut er in einem Sky-Interview rückblickend: „Im Nachhinein betrachtet würde ich den Wechsel zu Union Berlin jetzt nicht mehr machen.“ Der Keeper erklärte, dass er unbedingt Spielpraxis sammeln wollte und in dem einzigen Gespräch mit den Union-Verantwortlichen sei ihm zugesichert worden, dass er im Tor stehen werde.

Ex-Liverpool blickt positiv in die Zukunft

Es kam anders - Karius bestritt nur fünf Spiele für die Berliner. „Ich hatte nie wirklich eine faire Chance, mich dort auszuzeichnen“, haderte er, aber betonte zugleich: „Für den Verein lief es in dieser Saison bombastisch, in der ganzen Hinserie wurde nur ein Spiel verloren. Deshalb kann man Union für die Saison nur gratulieren.“ Zwar war er der Leidtragende, aber er habe das Beste aus der Situation gemacht, meinte Karius.

„Damals sind einige Dinge nicht gut gelaufen und viele Umstände zusammenkommen. Das tut weh. Natürlich habe ich lange gebraucht, um es zu verarbeiten“, gestand der Keeper. Darüber hinaus berichtete er, dass er sich Hilfe gesucht habe. „Aber ich habe für mich festgestellt, dass ich das mit mir selbst ausmachen muss, dass das für mich niemand abnehmen kann.“

Karius möchte die Nummer 1 sein

„Ich treffe die Entscheidung diesmal sehr überlegt und lasse mir bewusst mehr Zeit, um den richtigen Verein zu finden“, verriet Karius, dass es bereits Anfragen gab, aber für ihn nichts passendes dabei war. Sein Ziel ist es, bei einer Mannschaft als Nummer 1 zwischen den Pfosten zu stehen.

Eine Rolle als Ersatztorwart kommt nicht in Frage: „Aber ich weiß, dass ich mich überall beweisen muss. Das gehört zum Fußball dazu. Wenn ich jetzt bei Gesprächen raushöre, dass ich von vornherein die Nummer zwei bin, dann macht es für mich eigentlich grad wenig Sinn.“

Derzeit ist der 29-Jährige auf der Suche nach einem Verein. „Es ist eine Situation, die ich bis jetzt nicht hatte.“ Für ihn ist aber positiv, dass er seinen neuen Klub frei wählen kann, Karius sieht die aktuelle Situation als einen Neustart an.

Sechs Jahre zusammen mit Mané in Liverpool

In dem Interview spricht Karius auch über seine Zeit mit Sadio Mané. Der Keeper wurde seit seinem Wechsel von Mainz zu Liverpool 2016 zwar insgesamt drei Jahre verliehen, hat aber auch mehrere Saisons mit Mané in Liverpool verbracht.

Kann Sadio Mané beim FC Bayern den Abgang von Robert Lewandowski auffangen?

„25, 30 Tore kann er bestimmt machen.“ Zudem unterstreicht er die Wichtigkeit des Wechsels: „Für die Bayern ist es der Transfer schlechthin.“

Der 29-Jährige verweist dabei auf die Flexibilität des Senegalesen, der mit einem Treffer beim 6:1-Auftaktsieg bei Eintracht Frankfurt direkt auftrumpfte. Seiner Einschätzung nach ist Mané zwar auf dem Flügel am besten aufgehoben, aber: „Die Neun macht für ihn durch den Abgang von Lewandowski am meisten Sinn.“

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