Triumphiert Carlsen wieder? Alles zur Schach-WM 2021

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Triumphiert Carlsen wieder? Alles zur Schach-WM 2021
Triumphiert Carlsen wieder? Alles zur Schach-WM 2021

Für diese Gelegenheit unterbrach Magnus Carlsen sogar seine ihm heilige Vorbereitung. Stolz posierte der Schachweltmeister mit seinem norwegischen Landsmann und Fußballstar Erling Haaland für die Kameras, der Ausflug ins Dortmunder Westfalenstadion diente vor den Titelkämpfen in Dubai als wohltuende Ablenkung.

Ab Freitag verteidigt Carlsen gegen den Herausforderer Jan Nepomnjaschtschi die WM-Krone - das Duell verspricht Spektakel.

Wenn bei dem mit zwei Millionen Euro dotierten Turnier Bauern, Pferde und Türme ins Gefecht geschickt werden, dann blüht die Rivalität der beiden Kontrahenten wieder auf. Bereits in ihrer Kindheit lieferten sich Carlsen und Nepomnjaschtschi epische Schach-Schlachten - mit dem besseren Ausgang für den 31 Jahre alten Russen.

Schach-WM: Carlsens härtester Gegner

Ein Sieg, vier Niederlagen, bei sechs Remis: Die Bilanz gegen den Weltranglistenfünften ist Carlsens schlechteste gegen einen Topspieler. Erst vor zwei Jahren gelang dem 30-Jährigen in Zagreb der erste Erfolg über Nepo, der sich im April beim Kandidatenturnier in Jekaterinburg durchgesetzt hatte. „Er ist einer derjenigen, die mich überspielen können“, sagte Carlsen damals anerkennend.

Wohlwissend, dass er seinem Herausforderer höchstpersönlich tiefe Einblicke in sein Spiel gewährte. Bevor sich Carlsen vor acht Jahren gegen den Inder Viswanathan Anand erstmals zum Weltmeister krönte, gehörte Nepomnjaschtschi zwischen 2011 und 2013 zu seinen Sekundanten. Gemeinsam tüftelten sie an neuen Stellungen und Zügen, das Verhältnis gilt bis heute als freundschaftlich.

Schach-WM 2021: Der Spielmodus

In Dubai wird die Beziehung jedoch vorübergehend auf Eis gelegt. Bis zu 14 Partien mit klassischer Bedenkzeit könnten absolviert werden - und damit zwei mehr als seit 2006 üblich.

Bei Gleichstand würden vier Schnellschach-Tiebreaks folgen, in denen sich Carlsen bei den letzten beiden WM-Kämpfen gegen den Russen Sergej Karjakin (2016) und den US-Amerikaner Fabiano Caruana (2018) mühelos durchgesetzt hatte.

Die schnelle Variante gehört zu Carlsens großen Stärken. In der letzten regulären Partie gegen Caruana gab er sogar eine bessere Stellung auf, um nach dem zwölften Unentschieden im zwölften Spiel den Tiebreak zu erzwingen. Doch auch Nepomnjaschtschi, dessen Nachname übersetzt wo viel wie „derjenige, der sich nicht erinnert“ bedeutet, kombiniert rasend schnell.

Spektakuläre Schach-Duelle erwartet

Trotz Carlsens verblüffender Dominanz erwarten viele Experten eines der wohl spektakulärsten WM-Duelle der vergangenen Jahre.

„Entweder wird der Wettkampf ganz knapp entschieden oder er geht unentschieden aus“, sagte Ullrich Krause, Präsident des Deutschen Schachbunds (DSB), dem SID: „Im Schnellschach sollte es dann aber eine Entscheidung geben. Ich würde sagen, dass die Chancen 60/40 für Carlsen stehen.“

Die monatelange Vorbereitung des Titelträgers wurde auf der Zielgeraden jedoch empfindlich gestört. Vater Henrik Carlsen stürzte vor wenigen Tagen in der Heimat vom Dach und verletzte sich dabei am Knöchel.

Carlsen wahrt Sekundanten-Geheimnis

Das wichtigste Teammitglied des Dauer-Siegers wird seinen Sohn trotzdem vor Ort unterstützen. Wer Carlsen neben seinem Edelhelfer zur Seite steht, verriet er wie gewohnt nicht.

Auch Nepomnjaschtschi, der das Schachspielen mit vier Jahren erlernte und die seit 2007 währende Durststrecke der stolzen Schachnation Russland beenden will, hielt sich bedeckt. Krause geht davon aus, dass „es nicht viele sind. Vielleicht zwei oder drei Spieler. Denn das Thema der Sekundanten gehört zu den bestgehüteten Geheimnissen in der Schachwelt“.

Schach-WM 2021: Die Spieler

Weltmeister: Magnus Carlsen

Herausforderer: Ian Nepomiachtchi

Der Zeitplan der Schach-WM 2021

24. November: Eröffnungsfeier/Technisches Meeting

25. November: Medientag

26. November: Partie 1

27. November: Partie 2

28. November: Partie 3

29. November: Ruhetag

30. November: Partie 4

1. Dezember: Partie 5

2. Dezember: Ruhetag

3. Dezember: Partie 6

4. Dezember: Partie 7

5. Dezember: Partie 8

6. Dezember: Ruhetag

7. Dezember: Partie 9

8. Dezember: Partie 10

9. Dezember: Ruhetag

10. Dezember: Partie 11

11. Dezember: Partie 12

12. Dezember: Partie 13

13. Dezember: Ruhetag

14. Dezember:Partie 14

15. Dezember: Playoff oder Siegerehrung

16. Dezember: Im Falle eines Playoffs: Siegerehrung

Schach-WM 2021: Preisgeld

Bei der Schach-WM geht es um insgesamt zwei Millionen Euro. 60 Prozent gehen an den Sieger, der Rest an den Zweitplatzierten. Steht es nach 14 Partien noch Unentschieden, erhält der Sieger nur noch 55 Prozent. Beide Spieler erhalten schon im Voraus 200.000 Euro.

Schach-WM 2021: Die Regeln

Insgesamt werden 14 klassische Partien gespielt. Wer zuerst 7.5 Punkte erreicht, hat gewonnen. Bei der Eröffnungsfeier wird ausgelost, welcher Spieler zuerst mit Weiß beginnen darf.

120 Minuten beträgt die Bedenkzeit für die ersten 40 Züge, danach sind 60 Minuten für die nächsten 20 Züge anberaumt - weitere 15 Minuten für den Rest der Partie. Ab dem 61. Zug darf sich jeder Spieler zusätzliche 30 Sekunden für jeden gespielten Zug Zeit nehmen.

Steht ein Sieger nach 14 Partien noch nicht fest, werden 4 Schnellschach-Partien gespielt.

Gibt es auch danach noch keinen Gewinner, werden zwei Blitzpartien mit einer Bedenkzeit von 5+3 Minuten gespielt. Fünf mal messen sich die Kontrahenten wenn nötig so, danach muss eine einzige Armageddon Partie die WM entscheiden.

Die Farbe wird dabei ausgelost und die Bedenkzeit beträgt 5 Minuten für Weiß und 4 Minuten für Schwarz. Ab dem 61. Zug erhalten beide Spieler eine Zeitgutschrift von 3 Sekunden pro Zug. Sollte diese Partie Remis enden, wird der Spieler, der mit Schwarz spielen musste, zum Sieger erklärt.

Livestream der Schach-WM 2021

chess.com


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