"Nicht nachvollziehbar": Rose kritisiert Kölner Keller

SPORT1
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"Nicht nachvollziehbar": Rose kritisiert Kölner Keller
"Nicht nachvollziehbar": Rose kritisiert Kölner Keller

Hertha BSC hat die große Chance auf ein Durchatmen im Abstiegskampf fahrlässig verschenkt. Trotz über 75-minütiger Überzahl kamen die Berliner am 28. Spieltag gegen Borussia Mönchengladbach nicht über ein 2:2 (1:2) hinaus und bleiben zunächst nur einen Punkt vor dem Relegationsplatz.

Die Gladbacher verdienten sich den Punkt mit Moral und einer starken Mannschaftsleistung. Im Rennen um die Europa-League-Qualifikation war das Remis allerdings zu wenig. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Rose: "Wie so oft in dieser Saison..."

Auf der Pressekonferenz reklamierte Gladbach-Coach Marco Rose einen nicht gegeben Elfmeter für seine Elf. Markus Thuram war in der 72. Minute von Niklas Stark im Strafraum behindert worden - Schiedsrichter Patrick Ittrich ließ jedoch weiterlaufen.

"Der Schiedsrichter hat insgesamt eine sehr ordentliche Partie gepfiffen", sagte Rose. "Bei der fraglichen Szene hat er kein Foul gesehen, aber wenn man sich die Szene anschaut - und wir haben ja die Möglichkeit - dann ist das für mich ein Ziehen am Fuß von Marcus Thuram. Und das ist das zumindest eine Szene, die man sich nochmal anschauen muss. Ganz, ganz klar für mich - und ich rede noch nicht mal über Elfmeter. In der Folge ist es auch ein Elfmeter, aber dafür kann der Schiedsrichter nichts, dass er kein Signal aus Köln kriegt."

Rose weiter: "Wie so oft in dieser Saison sitzen wir hier und diskutieren so eine Szene. Es ist nicht nachvollziehbar, warum dort nicht zumindest nachgeschaut wird."

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Alassane Plea (27.) und Lars Stindl (38., Foulelfmeter) hatten das Spiel nach der Führung von Santiago Ascacibar (23.) für die Gladbacher gedreht, die einen Großteil der Partie nach der Roten Karte für Yann Sommer (13., Notbremse) in Unterzahl absolvierten. Jhon Cordoba (49.) glich für Hertha aus.

Sommer verschätzt sich

Der Sieg von Arminia Bielefeld am Freitagabend (1:0 gegen Freiburg) hatte Herthas Lage im Tabellenkeller zusätzlich verschärft. Der Druck, gegen die zuletzt wiedererstarkten Gladbacher möglichst dreifach zu punkten, war groß.

Zu Nervosität und Unsicherheit führte dieser zunächst aber nicht. Die Berliner agierten gegen das frühe Gladbacher Pressing defensiv gut sortiert. Offensiv waren lange Bälle auf Angreifer Cordoba das Mittel der Wahl.

Der Kolumbianer hatte zwar anfangs Mühe, den Ball für die nachrückenden Teamkollegen zu kontrollieren, stand dann aber im Mittelpunkt: Nach feinem Zuspiel von Marton Dardai gewann Cordoba das Laufduell mit dem herauseilenden Sommer. Gladbachs Schlussmann traf ihn außerhalb des Strafraums am Schienbein - der Platzverweis war folgerichtig. (Das Spiel zum Nachlesen im LIVETICKER)

Die Überzahl gab Hertha merklich Selbstvertrauen. Die Berliner erhöhten die ohnehin vorhandene Aggressivität in den Zweikämpfen, suchten den Weg nach vorne und kombinierten dabei teils ansehnlich. Belohnt wurde der Einsatz von Ascasibar. Der Argentinier, der den Gelb-gesperrten Lucas Tousart ersetzte, traf sehenswert aus der Distanz.

Stindl trift sicher vom Punkt

Hertha setzte nach, Cordoba prüfte Sommer-Ersatz Tobias Sippel (24.). Jubeln durfte kurz darauf aber Gladbach. Nach guter Vorarbeit von Marcus Thuram sprintete Plea der Blau-Weißen Defensive davon und traf zum Ausgleich.

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Der Vorteil, den sich Hertha verdient hatte, war nicht nur im Ergebnis dahin. Die Gastgeber büßten Tempo und Struktur in ihren Aktionen ein. In Unterzahl dominierte Gladbach das Mittelfeld. Und es kam noch schlimmer: Der bis dato überzeugende Kapitän Niklas Stark foulte Thuram dilettantisch. Den fälligen Elfmeter verwandelte Stindl sicher. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Nach der turbulenten ersten Hälfte reagierte Hertha-Coach Pal Dardai und wechselte in der Pause gleich dreifach. Das Ziel: Mehr Druck in der Offensive. Der Plan ging auf. Die Gastgeber bespielten verstärkt die Außen und belohnten sich früh. Eine Hereingabe von Cunha drückte Cordoba über die Linie. Der Treffer zählte erst nach Videobeweis.

Hertha konnte den Druck nach der folgenden Drangphase nicht lange aufrechterhalten. Chancen wie durch Matteo Guendouzi (60.) wurden seltener. Ein möglicher Elfmeterpfiff nach Foul an Thuram (72.) blieb aus.

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)