Trotz Hockenheim: Gasly sieht sich weiter auf dem richtigen Weg

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Nachdem Pierre Gasly in Silverstone mit Rang vier noch das beste Ergebnis seiner Karriere einfahren konnte, folgte in Hockenheim der Rückschlag. Zunächst crashte der Red-Bull-Pilot am Freitag bereits im Training, das chaotische Rennen am Sonntag beendete er später ohne Punkte, weil er in der Schlussphase im Kampf um Rang sechs mit Alexander Albon vom Schwesterteam Toro Rosso kollidierte.

"Wir fuhren seit zwei Runden quasi Seite an Seite", schildert Gasly den Zwischenfall. Nach Kurve 6 folgte in der drittletzten Runde dann der Angriff. "Ich zog nach rechts, um neben ihn zu kommen. Er bewegte sich gleichzeitig, und dann haben wir uns berührt", berichtet der Franzose. Die Folge: Sein Frontflügel ging kaputt, und er zog sich einen Reifenschaden zu. Rennen vorbei.

"Es war einfach schade, dass ich das Rennen nicht beenden konnte", ärgert sich Gasly, während Albon berichtet: "Ich zog nach rechts, um mich zu verteidigen. Er kam aber schneller heran, als ich im ersten Moment dachte." Er wollte Gasly sogar Platz lassen, aber: "Ich glaube, wir sind einfach zur gleichen Zeit rübergezogen." Dadurch seien von der Situation "beide überrascht" gewesen.

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Zu allem Überfluss leiteten die Rennkommissare auch noch eine Untersuchung ein und kamen zu dem Schluss, dass Gasly in der Situation "einen Fehler" gemacht habe. Sie sahen allerdings von einer weiteren Strafe ab, weil Gaslys Rennen damit sowieso beendet war und Albon keinen Schaden davongetragen hatte und Sechster wurde. Ohnehin wären P6 oder P7 für Gasly aber sowieso kein Grund zum Jubeln gewesen.

Schlechter Start, zwischenzeitlich Letzter

Denn während sich Teamkollege Max Verstappen über seinen zweiten Saisonsieg freuen durfte, lag Gasly in der Anfangsphase des Rennens zwischenzeitlich sogar einmal auf dem letzten Platz. "Es sind so viele Dinge passiert. Das hat beim Start angefangen, als wir komplett hängengeblieben sind und fünf oder sechs Plätze verloren haben", winkt der Franzose ab.

"Ich habe gesehen, dass Max einen schlechten Start hatte. Und ich hatte hinter ihm sogar einen noch schlechteren", berichtet Gasly. Verstappen fiel dabei von Platz zwei auf vier zurück, Gasly sogar von vier auf acht. Er habe durchdrehende Räder "in allen Gängen" gehabt und "keine Ahnung", was genau passiert sei. "Das müssen wir analysieren", kündigt er an.

Auch anschließend ging es nicht viel besser weiter. "Dann das erste Safety-Car, bei dem wir auch etwas Zeit und ziemlich viele Positionen verloren haben", berichtet Gasly weiter. In der Phase fiel er bis auf den letzten Platz zurück. "Wir hingen im Verkehr fast, dazu all die Safety-Cars ... Ich weiß nicht, wie viele wir im ganzen Rennen hatten. Manchmal war das Timing glücklich, manchmal unglücklich", erklärt er.

Hockenheim kein Maßstab

Insgesamt sei das Rennen eine "Lotterie" gewesen - und damit keinesfalls repräsentativ. Deswegen möchte sich Gasly das gute Gefühl aus Silverstone auch nicht durch das Chaos in Hockenheim vermiesen lassen. "Wenn man sich die Arbeit anschaut, die wir in den vergangenen Wochen gemacht haben, dann haben wir defintiv einen Schritt nach vorne gemacht", betont er.

"Im Qualifying [in Hockenheim] wurde meine Rundenzeit gestrichen, aber mir fehlten nur ein paar Hundertstel auf Platz zwei. In Silverstone konnte ich etwas weiter vorne mitkämpfen", erinnert er. Es sei zwar noch immer Luft nach oben, doch nach der schwierigen Anfangsphase der Saison sei man auf jeden Fall auf dem richtigen Weg. Auch die Zusammenarbeit mit dem Team sei inzwischen sehr gut.

Die Gerüchte über seine Zukunft lassen in angeblich kalt. "Ich konzentriere mich einfach auf meinen Job", stellt er klar. Er wolle einfach das Maximum aus dem Auto holen. "Wir werden [irgendwann] das Ergebnis bekommen, dass wir verdienen", ist er sich sicher. Helmut Marko bestätigte zuletzt, dass Red Bull die Saison 2019 mit Gasly beenden werde. Was 2020 passieren wird, ist aktuell allerdings noch nicht absehbar.

Mit Bildmaterial von LAT.

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