So schmuggelten sich die Eintracht-Fans ins Stadion

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Eigentlich waren am Donnerstag in London keine Fans von Eintracht Frankfurt im Stadion zugelassen, nachdem die UEFA den Bundesligisten mit dieser Strafe belegt hatte.

Der Grund: Die SGE-Anhänger waren beim Gruppenspiel in der UEFA Europa League in Guimaraes Anfang Oktober erneut auffällig geworden.

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Daraufhin wurde die in der Vorsaison verhängte Bewährungsstrafe aufgehoben und zu einer Zwei-Spiele-Sperre umgewandelt, die für Lüttich und London galt.


So schmuggelten sich die Eintracht-Fans ins Stadion

Tatsächlich war der Gästeblock im Emirates Stadium komplett leer. Nichtsdestotrotz reisten tausende Fans in die englische Hauptstadt, um ihre Eintracht zu unterstützen.

Von der Stadionsperre ließen sich die Anhänger keineswegs abschrecken oder abhalten. Vielmehr schmuggelten sich nach SPORT1-Informationen knapp 300 Fans inkognito ins Stadion.

Zahlreiche Frankfurter sollen nach SPORT1-Informationen über einen Mittelsmann ein größeres Ticket-Kontingent über den VIP-Klub der Gunners erhalten haben, die restlichen Eintracht-Fans wurden extra für das Europa-League-Duell Arsenal-Mitglieder und gelangten so zu Tickets.


Verschärfte Einlasskontrollen beim FC Arsenal

Die Bild berichtet zudem, dass einige Anhänger über den Sponsoring-Pool sowie über Weiterverkaufsplattformen an Karten für das Arsenal-Spiel gekommen sind.

Und das, obwohl der FC Arsenal vor dem Spiel angekündigt hatte, die Einlasskontrollen zu verschärfen, teilweise soll sogar doppelt kontrolliert worden sein.

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Trotzdem aber schafften es knapp 300 Eintracht-Fans unerkannt ins Stadion, ohne offensichtliche Trikots oder Schals am Körper.


Nach Kamada-Tor brechen die Dämme

Als Daichi Kamada in der 55. Minute zum 1:1 traf, gaben sich die Frankfurter Anhänger erst zu erkennen. Im ganzen Stadion verteilt sprangen plötzlich die Hessen auf und jubelten.

Nach Kamadas Treffer zum 2:1 konnten sich die SGE-Anhänger kaum noch halten. Aus dem Mittelrang über der Kurve hinter dem Arsenal-Tor erschallte plötzlich "Eintracht Frankfurt international" und später auch "Wer nicht hüpft, ist Offenbacher!"

Als der Sieg schließlich feststand skandierten die Frankfurter: "Auswärtssieg, Auswärtssieg." Die wenigen Eintracht-Fans machten mehr Stimmung als die Gunners.


SGE-Fans "waren lauter als die Heim-Fans"

Nach dem wichtigen Auswärtssieg sagte Frankfurts Vorstand Axel Hellmann: "Es ist das erste Mal in der Fußball-Geschichte, dass Fans, die eigentlich gar nicht da waren, lauter waren als die Heim-Fans. Das finde ich schon sehr beachtlich. So hatte ich das Gefühl, man ist nicht in einer british library."

Auch die Eintracht-Spieler wurden von ihren Fans überrascht, wie Danny da Costa nach dem Spiel verriet: "Ich bin sehr stolz auf die Fans. Wir waren sehr überrascht, dass doch welche da waren. Sie hatten sicher ihren Anteil daran, dass wir das Spiel noch gedreht haben."

Droht der Eintracht nun wieder Ärger durch die UEFA?


Frankfurt droht wohl kein Ärger

Nein, denn weder für den unerlaubten Stadionbesuch noch für den Pyro-Empfang der SGE-Fans vor dem Emirates Stadium kann Eintracht Frankfurt bestraft werden, da der Bundesligist alles Erdenkliche getan hat, um nicht gegen die Sperre zu verstoßen. Zudem hat die UEFA außerhalb der Stadien keinen Zugriff. Höchstens die Londoner Polizei könnte ermitteln, was aber wohl nicht passieren wird.


Und wenn sich die Anhänger um den Verein herum organisieren und auf anderen Wegen Tickets besorgen, sind die Klubs machtlos. "Das wird keine Konsequenzen haben", pflichtete auch Hellmann bei.

Mit einem Sieg am 6. Spieltag gegen Vitoria Guimaraes können die Hessen den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League noch aus eigener Kraft schaffen. Erst recht mit ihren lautstarken Fans im Rücken.

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