Trotz Veranstaltungsverbot: Spa erhält grünes Licht von der Regierung

Ruben Zimmermann
motorsport.com

In Belgien sind bis zum 31. August 2020 sämtliche Großveranstaltung verboten. Davon betroffen ist eigentlich auch der Formel-1-Grand-Prix in Spa, der am 30. August stattfinden soll. Doch nun gibt es eine Einigung zwischen den Organisatoren und der belgischen Regierung, die das Rennen trotzdem möglich machen soll.

Stijn de Boever, kommerzieller Leiter des Belgien-Grand-Prix, verrät gegenüber 'motorsport.com': "Wir haben endlich grünes Licht von der Regierung bekommen, das Rennen zu organisieren." Er erklärt: "Es gab bereits eine grundsätzliche Vereinbarung mit der Formel 1. Aber wir brauchten auch die Zustimmung der Regierung."

Diese liegt nun vor. Zuvor herrschte Unklarheit darüber, ob auch ein Geisterrennen ohne Zuschauer unter das Verbot von Großveranstaltungen fällt. "Was genau ist eine Großveranstaltung? Reden wir von 500, von 3.000 oder [zum Beispiel] von 5.000 Personen?", sagte de Boever vor einem Monat zu dem Thema.

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Nun erklärt er, dass es möglich sei, ein Rennen mit minimal "ungefähr 1.000" Leuten an der Strecke auszutragen. Die Regierung stimmte den Plänen am Freitag zu, weshalb nun auch einer offiziellen Einigung zwischen Spa und der Formel 1 nichts mehr im Weg steht. Diese wird sich allerdings vom ursprünglichen Vertrag unterscheiden.

Denn weil keine Zuschauer an die Strecke kommen dürfen, wird Spa keine Einnahmen durch Ticketverkäufe und Co. haben. Deshalb möchte man die sonst übliche Renngebühr, die sich in der Regel im zweistelligen Millionenbereich bewegt, in diesem Jahr nicht bezahlen. Ein Problem, dass 2020 auch auf andere Strecken zukommt.

"Die Idee ist eine Partnerschaft, bei der wir mit der Formel 1 zusammenarbeiten, die Region aber nichts für das Rennen bezahlen muss", erklärt de Boever, der zudem verrät, dass man von den anderen Grands Prix lernen möchte, die vor dem Großen Preis von Belgien stattfinden. Das betrifft unter anderem den geplanten Saisonauftakt in Spielberg.

"Wir arbeiten sehr eng mit anderen Promotern zusammen", berichtet de Boever und erklärt im Hinblick auf die Schutzmaßnahmen, man wolle nach dem Rennen in Österreich "übernehmen, was bei ihnen funktioniert hat." Anschließend soll "nach jedem Rennen" geprüft werden, "was [auf der jeweiligen Strecke] gut funktioniert hat und was nicht."

Einige Dinge sind jetzt bereits klar. "Jedes Team wird wie eine Familie sein, die sich nicht mit den anderen Teams mischt", kündigt er an. Dieses Konzept verfolgt man zum Beispiel auch in Spielberg. Die Teams sollen jeweils voneinander isoliert werden, damit sich das Coronavirus im Falle einer Infektion nicht im ganzen Fahrerlager ausbreiten kann.

Zuschauer, die für das Rennen in diesem Jahr bereits Tickets erworben hatten, haben nun die Wahl, ob sie diese ohne Aufpreis für den Belgien-Grand-Prix im Jahr 2021 nutzen oder ihr Geld zurückerstattet haben wollen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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