Trotz verschiedener Warnungen aus der Wissenschaft: DFB schließt Kopfball-Verbot aus

·Freiberufliche Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Kopfbälle im Fußball bergen gesundheitliche Risiken – da sind sich viele Wissenschaftler einig. In verschiedenen Ländern gibt es deshalb bereits Trainingsverbote für Kinder. Der DFB will auf andere Maßnahmen setzen.

Kopfbälle erhöhen das Risiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, ergab eine Studie. (Bild:  Getty Images)
Kopfbälle erhöhen das Risiko an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, ergab eine Studie. (Bild: Getty Images)

Kopfbälle gehören zu jedem professionellen Fußballspiel. Spieler trainieren gezielt dafür. Doch das ist nicht ungefährlich. Stößt der Kopf immer wieder gegen einen harten Ball, ist das für das Gehirn und die Nackenmuskulatur sehr belastend und kann im schlimmsten Fall zu Hirnschäden führen.

Eine schottische Studie ergab, dass Kopfballtraining Alzheimer und Demenz begünstigen kann. Der Neuropathologe Willie Stewart von der Universität Glasgow hat die Gehirne von 8000 verstorbenen und lebenden Fußballern untersucht.

Hohes Risiko an Demenz und Alzheimer zu erkranken

Ergebnis: Überdurchschnittlich viele Fußballer erkrankten an Demenz oder Alzheimer. Der Wissenschaftler fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, bei Fußballern 3,45-mal höher ist, als bei der normalen Bevölkerung, bei Alzheimer sogar 4,4-mal so hoch. Seine klare Empfehlung lautet, Kopfbälle so weit wie möglich zu limitieren.

Süles Abschied von Bayern: "Kann Eigentor sein"

Vor allem für Kinder ist Kopfballtraining gefährlich. In England, Schottland und Nordirland ist das Kopfballtraining für Kinder bis elf Jahre deshalb bereits komplett verboten. In USA für Kinder bis zehn Jahre.

„Verbote bringen relativ wenig“

Doch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sieht keinen Handlungsbedarf, was Verbote angeht, wie der Spiegel berichtet. Der Verband setze vielmehr auf leichte Bälle sowie auf eine geringe Zahl von Kopfball-Wiederholungen pro Training. Zudem sollen die zuletzt beschlossenen Spielformen dafür sorgen, dass das Spiel bei den jüngsten Aktiven vor allem am Boden stattfindet.

"Verbote bringen relativ wenig. Wir versuchen es mit Vernunft und Verstand. Wir haben die Grundlage dafür geschaffen, um mit dem Kopfball umzugehen. Fußballspiele ohne Kopfbälle wird es im älteren Juniorenbereich genau wie bei den Erwachsenen nie geben", sagt DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann. Stattdessen setze man darauf, Kinder altersgerecht darauf vorzubereiten.

FC Bayern: Wird Müller mit Millionen gelockt?

Auch DFB-Teamarzt Tim Meyer sieht in Erwachsenenspielen kein Kopfballverbot kommen. Meyer hält gezieltes Training für die Lösung: "Wir wollen Kinder und Jugendliche sinnvoll auf das Kopfballspiel vorbereiten – mit einer vernünftigen Technik und einer vernünftigen Muskulatur."

VIDEO: Borre: Habe viel in der Bundesliga gelernt

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.