Twitter-Dokument enthüllt: McLaren wollte Barrichello für 1995

Norman Fischer
motorsport.com

Ron Dennis wollte Rubens Barrichello 1995 von Jordan zu McLaren holen, das geht aus einem auf Twitter aufgetauchten Dokument hervor, in dem der damalige Geschäftsführer von Philip Morris Lateinamerika, Peter Schreer, von seinem Besuch des Großen Preises von Kanada 1994 berichtet. Das Dokument wurde vom Twitter-Kanal von 'Formula Money' veröffentlicht.

Das Schreiben richtet sich an John Hogan, der damals für die Marketingaktivitäten des Unternehmens in der Formel 1 verantwortlich war. Philip Morris war über die Marke Marlboro intensiv in der Königsklasse engagiert und beim McLaren-Team als Titelsponsor aktiv. Daher wurde man auch über die Planungen des Teams in Kenntnis gesetzt.

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Aus dem Dokument geht hervor, dass Teamchef Ron Dennis gerne Rubens Barrichello vom Jordan-Team verpflichten wollte. Der Brasilianer sollte dafür aber vorher einen Test absolvieren - sogar von einem Wechsel für die letzten drei oder vier Rennen 1994 ist die Rede. Denn auf einen zweiten Fahrer sei Dennis noch nicht festgelegt gewesen.

Das Problem war jedoch, dass Barrichello eine Ausstiegsklausel über rund drei Millionen US-Dollar hatte, die weder McLaren noch Philip Morris bezahlen wollte. Doch Dennis wollte mit Jordan über eine fixe Transfersumme verhandeln und gab sich zuversichtlich.

Schreer sprach auch mit Barrichellos Manager Geraldo Rodrigues, der verriet, dass sein Schützling "jederzeit" zu einem Test bei McLaren bereit wäre.

Gegenüber Eddie Jordan verriet Schreer die Gespräche mit Dennis nicht, doch er fragte ihn zur Zukunft seines Teams aus. Jordan wollte für 1995 Ford-Motoren und war zuversichtlich, diese zu bekommen.

Der Nordire sei flexibel bei seinen Fahrern gewesen und glaubte nicht daran, dass er Barrichello für 1995 würde halten können. Jordan glaubte an Interesse von McLaren, Benetton und Ferrari.

Am Ende kam es aber anders: Barrichello blieb auch 1995 bei Jordan (mit Peugeot-Motoren), und McLaren holte neben Mika Häkkinen Ex-Weltmeister Nigel Mansell an Bord, der nach Problemen im Cockpit aber schnell wieder flüchtete und nur zwei Rennen für das Team fuhr ...

Interessanter Nebenaspekt: Dennis und Schreer standen der Idee eines McLaren-B-Teams offen gegenüber und sprachen von einem "großartigen Potenzial" und guten Entwicklungsmöglichkeiten für Auto und Fahrer. Doch auch dazu sollte es nie kommen.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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