#WirhabenPlatz: Menschen fordern auf Twitter Aufnahme von Geflüchteten

Moritz PiehlerFreier Autor
Yahoo Nachrichten Deutschland

Es sind erschreckende und beklemmende Bilder, die von der EU-Außengrenze in die Wohnzimmer kommen. Übergriffe auf Flüchtlingslager, ertrinkende Menschen, sogar Schüsse auf Flüchtende sind da zu sehen. Auf Twitter machen sich jetzt viele Menschen unter dem Hashtag #WirhabenPlatz für eine Aufnahme der Geflüchteten stark.

Geflüchtete Kinder, die gerade auf der griechischen Insel Lesbos angekommen sind, warten darauf, in einem Militärschiff untergebracht zu werden. (Bild: REUTERS/Costas Baltas)
Geflüchtete Kinder, die gerade auf der griechischen Insel Lesbos angekommen sind, warten darauf, in einem Militärschiff untergebracht zu werden. (Bild: REUTERS/Costas Baltas)

Seit dem vergangenen Freitag lässt die Türkei flüchtende Menschen wieder in Richtung EU durch. Die Entscheidung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bricht mit dem Flüchtlingspakt, den er vor vier Jahren mit der EU vereinbart hatte und schürt die Emotionen in vielen europäischen Ländern. Auf Twitter bricht sich der Diskurs unter dem Hashtag #WirhabenPlatz Bahn. Viele User wollen die unmenschlichen Bedingungen in den Lagern, beispielsweise auf der griechischen Insel Lesbos, nicht weiter hinnehmen.

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Kommentar: Deutschland sollte Flüchtlinge aufnehmen

Sie fordern sichere Häfen in europäischen Städten und zumindest Minderjährige bedingungslos aufzunehmen. Nachdem die Lage auf Lesbos noch einmal eskalierte und Geflüchtete von rechten Angreifern attackiert wurden, ist auch die Intensität der Debatte hierzulande gestiegen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen reiste nach Griechenland, um das weitere Vorgehen mit der griechischen Regierung zu besprechen.

In den sozialen Medien lässt sich gut ablesen, wie die Solidarität mit den Geflüchteten zunimmt - aber auch, wie sich Gegenwehr formiert. Ein breites Bündnis spricht sich unter dem Hashtag für die Aufnahme von Geflüchteten auf, darunter auch Kapitänin Carola Rackete, die für ihren Einsatz auf einem Rettungsschiff bereits in italienischer Haft saß.

Doch es sind nicht nur positive Stimmen, die sich unter dem Hashtag versammeln. Zahlreiche User sprechen sich gegen eine Aufnahme der Geflüchteten in Deutschland aus. Dabei darf man aber nicht außer Acht lassen, dass es in den sozialen Medien oft von rechten Trollen gesteuerte Kampagnen gibt, die den Anschein einer größeren Masse vermitteln, wie zum Beispiel die Studie “Hass auf Knopfdruck” aufzeigt.

Dabei haben inzwischen 150 Kommunen im ganzen Land ihre Bereitschaft erklärt, geflüchtete Menschen aufzunehmen. Die SPD unterstützt diese Initiativen zunächst, während aus der Union immer stärkere Stimmen für eine Schließung der Grenzen laut werden. Landesweit fanden Demonstrationen statt, auf denen die Einrichtung sicherer Hafenstädte gefordert wurde. Doch am Mittwochabend stimmte dann eine breite Koalition im Bundestag gegen die Aufnahme von 5000 schutzbedürftigen Geflüchteten aus Griechenland.

Flüchtlinge an griechisch-türkischer Grenze: Aktuelle Infos zur dortigen Situation gibt’s hier

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