Ulreich vor Wechsel - passt Schalke 04 am besten?

Florian Plettenberg
Sport1

"Ich werde versuchen, einen neuen Verein zu finden."

Ein Satz, den Sven Ulreich im Gespräch mit SPORT1 nicht ehrlicher hätte formulieren können, dürfte in der Bundesliga auf großes Interesse stoßen.

Aufgrund des Sommer-Wechsels von Alexander Nübel nach München plant Ulreich den Abflug. Sein großes Ziel: Bei einem neuen Klub die Nummer eins zu sein, statt die drei beim FC Bayern.

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Fakt ist, dass sich etliche Bundesligisten und solche, die es werden könnten, auf dem Torwart-Markt umschauen. Ulreich, mit 31 im besten Fußballalter, würde von den Bayern trotz des bis 2021 laufenden Vertrags wohl keine Steine in den Weg gelegt bekommen. Eine mögliche Ablöse dürfte unterhalb der 10-Millionen-Euro-Marke liegen.

Ulreichs Name fiel schon auf Schalke

Doch welcher Verein sucht und wäre für Ulreich interessant?

Nübel wird Schalke 04 in ein paar Wochen verlassen, Markus Schubert wurde erneut zur Nummer zwei degradiert. Ralf Fährmann (ausgeliehen an Norwegen-Klub SK Brann) kommt zwar zurück und trainiert derzeit aufgrund der Corona-Krise beim S04 wieder mit - aber ob er wieder das Zeug zur Nummer eins hat?

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Nach SPORT1-Informationen ist der Name Ulreich bei den Königsblauen schon gefallen, zudem wäre Schalke für ihn auch sportlich interessant.

Allerdings müsste er in Gelsenkirchen wohl mit Gehaltseinbußen rechnen. Fraglich ist ebenso, ob die klammen Schalker eine Ablöse zahlen können. Sportlich gesehen würde Ulreich zum Traditionsverein aus dem Ruhrpott jedenfalls passen.

Stuttgart und HSV in der Verlosung?

Beim VfB Stuttgart hütet Hoffenheim-Leihgabe Gregor Kobel das Tor. Der 22-Jährige will nur zur TSG zurück, wenn er dort die Nummer eins werden kann, was entgegen der Planung von Oliver Baumann sein dürfte.

Die Stuttgarter wollen Kobel zwar gerne behalten, müssten für einen Transfer aber bis zu fünf Millionen Euro berappen. Ulreich hat eine Stuttgarter Vergangenheit und kann sich eine Rückkehr im Falle des Aufstiegs auch gut vorstellen. Dafür müsste allerdings der Transfer von Kobel scheitern. Ein Routinier wie Ulreich könnte den Stuttgartern in der Bundesliga gewiss helfen.

Eine weitere Option für Ulreich ist Union Berlin, wo Stammtorwart Rafal Gikiewicz am Saisonende gehen wird. Die Köpenicker kämpfen derzeit um den Klassenerhalt. Auch Hertha BSC kann zur ernsthaften Option werden. Rune Jarstein ist dort seit fünf Jahren die Nummer eins, aber nicht mehr unumstritten. Sein Berater Jürgen Schwab hat beim Hauptstadtklub bereits vorgefühlt.


Auch beim FC Augsburg könnte Schwung zwischen die Pfosten kommen, denn Tomas Koubek, der viertteuerste Bundesliga-Keeper, hat bislang enttäuscht und ist hinter Andreas Luthe nur noch die Nummer zwei.

Selbst der Hamburger SV könnte im Poker um Ulreich mitmischen, sofern im Falle des Aufstiegs ein neuer Torwart verpflichtet werden soll. Dort stand zuletzt Julian Pollersbeck nach über einem Jahr mal wieder im Tor.

Auch Verbleib in München ist möglich

Ulreich, zweifacher Familienvater und glücklich verheiratet, würde zwar gerne in Deutschland bleiben, ist aber auch für einen Wechsel ins Ausland offen.

"Vorstellbar ist alles. Vor allem in der aktuellen Situation weiß man nicht, was sich noch alles ergibt", sagt Ulreich auf seine Zukunft angesprochen. "Wenn sich aber nichts Passendes ergeben sollte, ist es möglich, dass ich meinen Vertrag in München erfülle. In diesem werde ich mich voll reinhängen, um die Nummer zwei zu bleiben."


Nach SPORT1-Informationen sondiert sein Berater den Markt, noch werden allerdings keine konkreten Gespräche mit potentiellen Abnehmern geführt.

Im Torwart-Poker wartet nicht nur Ulreich auf den ersten fallenden Dominostein.

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