Um Rivalität zu vermeiden: Toto Wolff suchte Rat bei Alain Prost

Norman Fischer
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Motorsportchef Toto Wolff verrät, dass er nach seiner Amtsübernahme bei Mercedes Ex-Weltmeister Alain Prost um Rat gefragt hatte. Der Franzose sollte ihm alles über seine einstige Rivalität mit Ayrton Senna bei McLaren erzählen, um einen solchen Stallkrieg bei den Silberpfeilen zu vermeiden.

Die Rivalität zwischen Senna und Prost gilt als eine der berühmtesten in der Formel 1 und gipfelte in einer Kollision in Suzuka, die Prost am Ende den WM-Titel 1989 brachte, bevor er zu Ferrari wechselte.

Um so ein Szenario in seinem Team zu vermeiden, wollte Wolff von Prost die Hintergründe erfahren, was zu der Rivalität geführt hat. "Ich fragte ihn: 'Was lief zwischen dir und Senna schief?' Er sagte, dass sie manchmal nicht wussten, ob sie vom Team unterstützt werden oder nicht. Irgendwie war immer Politik im Spiel", erzählt Wolff.

"Ich weiß nicht, ob das stimmt, weil ich nicht dabei war", meint der Österreicher weiter. "Aber zumindest hatten sie eine großartige Ära."

Die hat Mercedes mittlerweile auch. Zum siebten Mal in Folge räumt der Rennstall in diesem Jahr alle Titel ab. Auf Politik verzichtet man laut Wolff innerhalb des Teams aber: "Wir machen Politik nach außen, aber wir machen keine Politik nach innen", stellt er klar. "Das würde ich niemals erlauben."

Bei Mercedes werden alle Fahrer gleich behandelt. Der sogenannte "Racing Intent" gilt für alle Seiten und soll allen die gleichen Chancen einräumen. "Transparenz, Ehrlichkeit und keine Schuld auf Personen zu schieben sind die Werte, die für uns von größter Wichtigkeit sind", betont der Motorsportchef. "Wir waren immer sehr transparent miteinander."

Dass aber auch alle Maßnahmen manchmal nicht helfen, hat sich nach den ersten Erfolgen gezeigt, als die Rivalität zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton ausartete und in mehreren Kollisionen mündete. Rosberg gewann 2016 den WM-Titel und trat danach ab. Mit Nachfolger Valtteri Bottas gab es seither keine Probleme.

Mit Bildmaterial von Sutton.