Darum ist die Revolution in der NFL so umstritten

SPORT1
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Darum ist die Revolution in der NFL so umstritten
Darum ist die Revolution in der NFL so umstritten

In der NFL gibt es zur kommenden Saison eine entscheidende Änderung.

Wie die Liga am Dienstag offiziell bekannt gab, wird der Spielplan trotz Kritik um eine weitere Partie auf insgesamt 17 pro Team ausgebaut. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan der NFL)

Diese Entscheidung, die der jetzt schon wohlhabendsten US-Liga weitere Einnahmen generieren wird, wurde nun von den Teambesitzern abgesegnet. Am Dienstag war außerdem bekannt geworden, dass die NFL für 2022 auch ein Spiel in Deutschland (München oder Berlin) planen soll.

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So funktioniert der ausgebaute NFL-Spielplan

Die reguläre Saison umfasst damit 18 statt bislang 17 Wochen, jede Mannschaft hat weiterhin nur eine Bye-Week, in der sie kein Spiel absolvieren muss. Seit 1978 hatte die NFL immer 16 Spiele pro Saison gehabt, was die neue Regelung zu einer großen Sache für die Teams macht.

Die zusätzliche Partie wird jede Franchise gegen eines der Teams aus der jeweils anderen Conference absolvieren, das in der vergangenen Spielzeit in seiner Division den gleichen Platz belegte.

Kritik an Spielplan-Revolution der NFL

Gegen die Ergänzung des Spielplans gibt es vor allem von Spielerseite deutliche Kritik, da eine weitere Partie ein zusätzliches Verletzungsrisiko darstellt. Running Back Alvin Kamara von den New Orleans Saints bezeichnete eine 17-Spiele-Saison beispielsweise als "dumm ... wie die Hölle".

Zum Vergleich: Ein zusätzliches Spiel in der NFL ist gleichzusetzen mit zwei weiteren Spielen in der Bundesliga - also im gleichen Zeitraum statt 34 gleich 36 Spieltage. Für die NFL-Stars steigt das Verletzungsrisiko, welches im Football ohnehin schon hoch ist , somit noch weiter an.

Ein weiterer Kritikpunkt: Es wird keinen ausgewogenen Spielplan mehr geben. Die eine Hälfte der Teams wird neun Heimspiele bestreiten, während die andere Hälfte neunmal auswärts ran muss.

Hälfte der Teams mit mehr Heimspielen

Damit es trotzdem fair bleibt, haben die Eigentümer ein System vorgeschlagen, bei dem die Teams der einen Conference in der einen Saison das zusätzliche Heimspiel erhalten und die Teams der anderen Conference in der nächsten.

Deutlich wird: Die Spielplan-Revolution bringt einige Nachteile mit sich. Allerdings hatte die Spielergewerkschaft 2020 als Teil des erneuerten Tarifvertrags (Collective Bargaining Agreement) der Liga bzw. den Besitzern genau diese Option eines weiteren Spiels frühestens 2021 eingeräumt. Diese Möglichkeit nutzten die Owner nun.

Heißt: Die Spieler wussten, was auf sie zukommt. Allerdings fiel die Abstimmung über den neuen Vertrag mehr als knapp aus. 1.019 Spieler stimmten dafür, 959 dagegen. Letztendlich wurde der Kontrakt aber akzeptiert und damit ist der neue Spielplan Realität - ob es den Spielern gefällt oder nicht.

Eine Preseason-Partie weniger

Der jetzige Beschluss beinhaltet immerhin einen Kompromiss: Zwar umfasst die reguläre Saison nun 17 Spiele - die Preaseason-Partien wurden dagegen von vier auf drei gekürzt.

So fallen auf den ersten Blick nach wie vor insgesamt 20 Partien vor den Playoffs an.

Allerdings dürfte das in der Endabrechnung für die Stars der Liga dennoch in einer Mehrbelastung enden, da sie in der Preseason ohnehin nur zum Teil oder gar nicht eingesetzt werden.

Es ist sogar möglich, dass die Liga die Preseason noch weiter verkürzt. Zum jetzigen Zeitpunkt - und vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass der gesamte Preseason-Kalender 2020 gestrichen wurde - wird allerdings erwartet, dass es bei drei Preseason-Spielen pro Team bleiben wird.

Super Bowl wird verlegt

Die neue NFL-Saison beginnt am 9. September, das letzte Spiel der regulären Saison findet am 9. Januar statt.

Wegen der zusätzlichen Partie muss der Super Bowl LVI verschoben werden - und zwar um eine Woche nach hinten. Das größte Einzelsport-Event der Welt findet nun am Sonntag, den 13. Februar 2022 statt, im SoFi Stadium in Los Angeles.

Hier wird der Spielplan auf den ersten Blick ein wenig entzerrt. Doch das täuscht. Schließlich sind davon nur die beiden Super-Bowl-Teilnehmer betroffen. Alle anderen 30 Teams ziehen daraus keinen Vorteil.

Am eigentlichen Endspiel-Termin, dem 6. Februar, steigt nun der Pro Bowl im Allegiant Stadium von Las Vegas. Bereits zur vergangenen Saison waren die Playoffs um zwei Spiele ausgebaut worden. Statt 12 gibt es seit 2021 nun 14 K.o.-Duelle.