Die ungewöhnliche Reise von Bayerns Triple-Rambo

Vincent Wuttke
·Lesedauer: 4 Min.

Der 25. Mai 2013 war der Karriere-Höhepunkt von Mario Mandzukic. Der Stürmer schoss im Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund das 1:0 und leitete damit den 2:1-Sieg des FC Bayern ein. Er führte den Klub damit zum ersten Triple-Sieg der Vereinsgeschichte.

Seine damaligen Teamkollegen Javi Martínez, Thomas Müller, David Alaba, Jérôme Boateng und Manuel Neuer wiederholten mit den Bayern den Triumph in diesem Sommer. Der Held von 2013 verfolgte das Geschehen von Zagreb aus - als vereinsloser Profi auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber.

Nun hat er diesen nach übereinstimmenden spanischen Medienberichten mit Celta Vigo in La Liga gefunden, eine offizielle Verkündung wird zeitnah erwartet.

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Es wird das nächste Kapitel auf der ungewöhnlichen Reise des Triple-Rambos, über den der spätere Erzfeind Pep Guardiola mal sagte: "Mario Mandzukic ist im Sechzehner der beste Spieler der Welt."

An Mandzukic scheiden sich die Geister

Die Karriere des 34-Jährigen ist gepflastert mit überraschenden Wechseln.

Nun will es der ehemalige Bayern-Star beim Abstiegskandidaten in La Liga noch einmal wissen. Im Juli hatte der Kroate seinen Vertrag bei Al-Duhail SC aufgelöst. Erst im Januar war Mandzukic ablösefrei von Juventus nach Katar gewechselt, hatte dort anschließend nur fünf Spiele absolviert. Zuletzt suchte er vier Monate lang einen neuen Klub und warb mit Bildern aus dem Fitnessstudio und vom Boxen für sich. Im September scheiterte ein Wechsel zu Fenerbahce Istanbul.

In Italien war der Stürmer viereinhalb Jahre Leistungsträger. In der Saison 2014/15 lief der Angreifer für Atlético Madrid auf. Beim FC Bayern war der Stürmer davor zwei Spielzeiten. Zum Star wurde der Kroate, der seine Jugend in Deutschland verbrachte und bis zum Wechsel zu Dinamo Zagreb beim TSF Ditzingen spielte, in seiner Zeit beim VfL Wolfsburg von 2010 bis 2012.

Bei allen Stationen überzeugte Mandzukic mit starken Leistungen. Und überall drängten ihn die Bosse am Ende dennoch aus dem Verein.

Immer wieder wurde dann über einen Transfer zu Borussia Dortmund oder eine Bayern-Rückkehr spekuliert.

Griezmann und Robben schwärmen vom Kroaten

Auffällig ist: Von seinen ehemaligen Mitspielern und den Fans wird Mandzukic für seine kämpferische Spielweise geliebt, von fast allen Trainern beinahe schon gefürchtet.

"Es ist sehr leicht neben ihm zu spielen, weil er ein fantastischer Stürmer ist", lobte Antoine Griezmann seinen Atlético-Teamkollegen 2015 in der As.

Auch Arjen Robben, von 2012 bis 2014 bei Bayern Nebenmann von Mandzukic, schwärmte: "Ein überragender Typ. Ich kann ihn nicht genug loben. Das ist für mich ein Beispiel, ein Kämpfer. Ein Spieler, den du immer in deiner Mannschaft haben willst, nicht gegen dich."

Guardiola warf Mandzukic aus dem Bayer-Kader

Seine ehemaligen Trainer sehen den Nationalspieler ganz anders.

Angefangen mit den Auseinandersetzungen hat alles bei Bayern. Pep Guardiola sortierte seinen Schützling 2014 aus. Im Gespräch mit Sportske Novosti hatte Mandzukic zuvor gesagt: "Seien wir ehrlich, mir entspricht der Spielstil nicht, den Guardiola bei den Bayern durchführen will. Wenn es denn so ist, dann fühle ich mich nicht wohl, und es ist das Beste, dass wir uns trennen."

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Guardiola strich Mandzukic trotz 48 Treffern in 88 Partien für Bayern daraufhin im Saisonendspurt aus dem Kader und verhinderte, dass Mandzukic die Torjägerkanone gewann. So setzte sich Robert Lewandowski 2014 mit zwei Treffern Vorsprung durch.

Nur ein Jahr später folgte nach 20 Toren in 48 Spielen bei Atlético das nächste überraschende Aus. Wieder war das Verhältnis zum Trainer zerrüttet. "Er regt mich zweifellos auf. Das ist die Wahrheit. Er ist ein großartiger Spieler und ein toller Typ. Er ist selbst enttäuscht darüber, dass er die Form, die er bis zum Februar hatte, nicht halten konnte", meinte Atléticos Trainer Diego Simeone kurz vor dem Verkauf an Juve.

Ausschluss von Juve-Weihnachtsfeier

In Italien erzielte Mandzukic zwischen 2015 und 2020 in 162 Spielen 44 Tore für Juventus. Trainer Maurizio Sarri war das nach viereinhalb Jahren aber egal, er verbannte seinen Stürmer von der Weihnachtsfeier 2019 und schloss ihn kurz vor dem Abgang nach Katar vom Training aus.

Lediglich ein Trainer harmonierte bis zum Ende mit Mandzukic: Jupp Heynckes.

Er hob den Torjäger für seinen aufopferungsvollen Spielstil oft hervor: "Stellvertretend für die kämpferische Note der gesamten Mannschaft ist Mario Mandzukic. Das möchte ich in aller Deutlichkeit herausstellen."

Der Profi verehrt seinen früheren Coach: "Es war schön, dich nach unserer großartigen gemeinsamen Zeit wiederzusehen. Danke, Jupp Heynckes", postete der Kroate 2015 und bezeichnete Heynckes in einem anderen Beitrag als "großartigen Trainer" und "wahren Gentleman".