Unterhaltsamer Abend: Ein Wiener und ein Österreicher in Stuttgart

Christian Nimmervoll
motorsport.com

Das Vorprogramm zum Grand Prix von Deutschland in Hockenheim ging diesmal bereits am Mittwochabend in Stuttgart los. Die Stuttgarter Nachrichten hatten in der Liederhalle zum Treffpunkt Foyer geladen, unter dem Thema "Wie lautet die Erfolgs-Formel im Motorsport?" Mit den Stargästen Toto Wolff (Mercedes) und Fritz Enzinger (Porsche/Volkswagen).

Gut eineinhalb Stunden lang plauderten die beiden auf dem Podium über ihre Ansichten zum Motorsport, zur E-Mobilität, zur Formel 1. Und sorgten bei den rund 500 Besuchern immer wieder für Lacher. Zum Beispiel gleich zu Beginn, als sie vorgestellt wurden. Wolff: "Mich verwundert's auch, dass deutsche Automobilkonzerne so verzweifelt sind, dass sie zwei Österreicher holen, um ihren Sport zu managen!"

Enzinger, ein gebürtiger Steirer, aufgewachsen in der Nähe des heutigen Red-Bull-Rings, setzte augenzwinkernd eine erste Stichelei, als er ergänzte: "Ein Wiener und ein Österreicher!" Später zogen sie sich mit inner-österreichischen Rivalitäten weiter auf, als Wolff vom Publikum wissen wollte, ob man Enzinger mit seinem Deutsch überhaupt verstehen kann. Worauf der konterte: "Wie kommen Sie mit seinem Wiener Akzent klar?"

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Sticheleien zwischen Steirer und Wiener

Das Thema Österreicher in der Formel 1 wurde zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal separat diskutiert. Als die Sprache auf Helmut Marko kam, den Motorsportkonsulenten von Red Bull, stellte sich Wolff dumm: "Wer?" Dazu muss man wissen: Marko und Wolff haben seit Jahren ein angespanntes Verhältnis.

Zwischendurch sprang (ungebeten) eine junge Frau im Publikum auf und hielt ein flammendes Plädoyer für die Formel E, offenbar vor dem Hintergrund eigener Rennfahrer-Ambitionen. Es ging um die Dominanz von Mercedes in der Formel 1 - und es wurde herzhaft gelacht, als Wolff erklärte: "Ich weiß nicht, welches Rennen das war, das wir dominiert haben ..."

Darüber hinaus gab's faszinierende Einblicke ins Leben zweier erfolgreicher Motorsport-Macher. Zum Beispiel, als Wolff sagte: "Wir sitzen jetzt hier und haben ein nettes Gespräch und sind die coolen Motorsport-Manager, die auch noch aus der Zeitung rauslachen. Das ist natürlich nur das, was du nach außen hin siehst."

Die andere Seite des Motorsport-Jobs

Aber: "Es ist ein unglaublicher Job, sieben Tage die Woche, keine Urlaube. Meine älteren Kinder habe ich das letzte Mal vor zweieinhalb Wochen gesehen. Den Kleinen vor zehn Tagen. Und ich sehe sie noch zehn Tage nicht. Ich hatte im letzten Jahr 250 Hotelnächte. Wenn du dann schlaflos um 3:00 Uhr morgens am Stuttgarter Flughafen durch die Gegend latschst, ist das nicht sehr glamurös. Diesen Teil sieht man wenig - was schade ist."

Am Ende des Abends schaffte der Mercedes-Boss dann noch die Überleitung nach Hockenheim: "Es ist gut, in das Publikum zu schauen und so viele junge Leute zu sehen. Nichts gegen die Älteren! Aber wenn die Jungen Interesse am Motorsport haben, ist das ein positives Zeichen. Es wird ein Sensations-Spektakel werden. Wir haben uns wirklich viele Dinge einfallen lassen - mehr als eine Hüpfburg. Aber auch die haben wir!"

Mit Bildmaterial von Nimmervoll/smg.

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