Unterschiedliche Ansichten zum C in CSU: Twitter kritisiert Horst Seehofer

Johannes Giesler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.

Innenminister Horst Seehofer ist nicht einverstanden mit den Osterbeschlüssen und verweist dabei auf den christlichen Hintergrund seiner Partei CSU. Dafür kassiert er reichlich Kritik auf Twitter.

German Interior Minister Horst Seehofer addresses the media about the new structure of the Federal Office of Civil Protection and Disaster Assistance during a news conference in Berlin, Germany March 17, 2021. Markus Schreiber/Pool via REUTERS
Innenminister Horst Seehofer erklärt das C in CSU und CDU. Foto: Markus Schreiber / Pool via REUTERS

In der Nacht auf Dienstag berieten sich Bund und Länder über eine Verlängerung des Lockdowns und zum Fahrplan während der Ostertage: Beschlossen wurde eine Ruhezeit von Gründonnerstag bis Ostermontag, nur am Karsamstag sollte der Lebensmitteleinzelhandel geöffnet bleiben. Davon betroffen sollten auch Oster-Gottesdienste sein. Die wurden zwar nicht verboten, die Religionsgemeinschaften aber gebeten, ihre Gottesdienste virtuell abzuhalten.

Osterruhe wieder gekippt - Merkel übernimmt Verantwortung

In den vergangenen Monaten ist es während Gottesdiensten immer wieder zu massenhaften Ansteckungen mit dem Coronavirus gekommen. Berichten zufolge handelte es sich dabei vor allem um Freikirchen. Die Gläubigen lehnten demnach Schutzmaßnahmen ab und sangen ohne Maske. Das Problem: Beim Singen können Infizierte besonders viel Aerosole und Viren im Raum verteilen. Weil Kirchen häufig geschlossen sind, können sich die Viren dann leicht ausbreiten.

Innenminister verurteilt Beschlüsse

Dennoch lehnt Innenminister Horst Seehofer die Idee von Bund und Länder für virtuelle Gottesdienste ab. Er sagte der Bild: "Es hat mich schon erstaunt, dass ausgerechnet Parteien, die das C im Namen führen, den Kirchen den Verzicht auf Gottesdienste nahelegen, noch dazu an Ostern." Das begründete der Innenminister damit, dass die zu Beginn der Pandemie gemeinsam mit den Kirchen ausgearbeiteten Hygiene-Konzepte "bis heute tadellos funktionieren" würden.

Mittlerweile hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ruhezeit über Ostern aber ohnehin gekippt. Wie sich das auf die Bitte der Politik nach virtuellen Gottesdiensten auswirkt, ist bislang allerdings noch nicht klar.

Twitter reagiert verständnislos

In der Zwischenzeit hat Seehofers Aussage und das Betonen des christlichen Hintergrunds der CSU und der CDU reichlich Kritik in sozialen Medien entfacht. Der Hashtag #Seehofer trendet noch immer auf Twitter.

Darunter finden sich zahlreiche Beiträge, die Seehofer Doppelmoral vorwerfen. Dazu fehlenden Willen, die aktuell erneut ans Licht gekommenen Missbrauchsvorwürfe in der katholischen Kirche zu untersuchen oder zu verurteilen.

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Andere fragen sich hingegen, wieso der Innenminister wenig christlich agiert, wenn es um die Rettung von ertrinkenden Menschen im Mittelmeer geht.

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Oder listen gleich eine ganze Reihe an sozialen Themen auf, die von Seehofer angeblich stiefmütterlich behandelt werden.

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Manche sind auch verwundert über die tatsächliche Bedeutung des "C".

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