Tiebreak-Krimi! Finaltraum für Krawietz/Mies geplatzt

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Sport1

New York kann aufatmen, die Freiheitsstatue bleibt im Big Apple: Kevin Krawietz und Andreas Mies haben knapp drei Monate nach ihrem überraschenden Triumph bei den French Open ihr nächstes Grand-Slam-Endspiel verpasst.

Das Doppel aus Coburg und Köln verlor im Halbfinale der US Open einen Tiebreak-Krimi gegen Marcel Granollers/Horacio Zeballos (Spanien/Argentinien) 6:7 (2:7), 6:7 (5:7).


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Für den Fall eines Titelgewinns hatte Mies zuvor angekündigt: "Die Freiheitsstatue, die nehmen wir mit nach Deutschland." Schon nach dem Sieg in Paris hatte das Duo im Überschwang der Emotionen gescherzt, den Eiffelturm abreißen zu wollen.

Traum vom Arthur-Ashe-Stadion geplatzt

Das einzige siegreiche deutsche Doppel in New York bleibt damit Gottfried von Cramm/Henner Henkel, das Duo hatte 1937 den Titel geholt. Philipp Petzschner (Bayreuth) gewann 2011 an der Seite des Österreichers Jürgen Melzer. Für das Erreichen des Halbfinals in Flushing Meadows erhalten Krawietz und Mies immerhin ein Preisgeld von 175.000 Dollar (knapp 160.000 Euro).


Die French-Open-Champions verpassten nicht nur ihr zweites Major-Finale, sondern auch die Chance, am Freitag im größten Tennisstadion der Welt aufzuschlagen. Mies hatte bereits vom Arthur-Ashe-Stadium mit seinen 23.771 Zuschauerplätzen geschwärmt: "Das ist einfach eine Riesenschüssel, es geht so steil hoch, gigantisch. Das wäre natürlich ein Traum, wenn wir da auch mal spielen könnten."

Spiel ohne Breaks

Granollers und Zeballos ließen diesen Traum aber jäh zerplatzen. "Wir haben jetzt mehr einen Plan gegen die Doppelteams", hatte Mies im Vorfeld des Spiels gesagt: "Da müssen wir uns einen Plan zurechtlegen und deren Schwächen ausnutzen." Diese gab es aber kaum, der Spanier und der Argentinier servierten sicher und mussten lediglich beim Stand von 3:3 einen Breakball abwehren. Krawietz und Mies schlugen ebenfalls souverän auf, erst im Tiebreak wackelten sie.


Auch im zweiten Satz dominierten die Aufschläger. Breakchancen gab es keine, also musste wieder der Tiebreak entscheiden. Erneut behielten dort Granollers und Zeballos die besseren Nerven und verwandelten nach 1:40 Stunden ihren ersten Matchball.

Krawietz und Mies waren nach einem Zwischentief rechtzeitig zu den US Open wieder in Form gekommen. Zwischen dem Titelgewinn von Roland Garros und der ersten Runde in Flushing Meadows verloren sie acht von zehn Matches, darunter auch die Erstrunden-Partie in Wimbledon.

New York bleibt aber auch trotz des verpassten Finales in guter Erinnerung: Im Februar hatten sie im Big Apple erstmals einen gemeinsamen Titel auf der ATP-Tour gewonnen.

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