Fortnite ist jetzt offiziell eine US-Sportart

Ben BarthmannSports Editor
Yahoo Sport Deutschland

Für manche unfassbar, für andere nur folgerichtig: Das Videospiel “Fortnite” von Publisher Epic Games ist in den USA offiziell als Highschool- und College-Sport anerkannt worden.

Fortnite-Spieler können sich ab Februar 2020 in einer Highschool-Liga melden. (Bild: Getty Images)
Fortnite-Spieler können sich ab Februar 2020 in einer Highschool-Liga melden. (Bild: Getty Images)

Den ganzen Tag auf der Couch verbracht und dabei ordentlich Sport gemacht? Bislang war das eigentlich unmöglich - oder zumindest arg umstritten. In den USA wurde jetzt aber Klarheit geschaffen: Couch und Sport, das kann Hand in Hand gehen. Vorausgesetzt auf der Couch wird das Videospiel Fortnite gespielt.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Dahinter steckt eine Kooperation des Startups PlayVS mit zahlreichen Highschools und Colleges in den Vereinigten Staaten. Für einen monatlichen Beitrag in Höhe von 64 Dollar können sich Spieler künftig registrieren lassen und in einer Liga antreten. Damit erreicht Fortnite einen ähnlichen Status wie Baseball, Basketball oder Football.

Am 26. Februar 2020 startet die erste Ausgabe der Meisterschaft. In acht Wochen werden die besten Duos der jeweiligen Region ermittelt und ziehen dann ins Finale ein. Zur Einordnung: 13.000 Highschools sind inzwischen für Fortnite registriert, 14.000 Highschools haben ein Football-Programm.

Fortnite zu gewalttätig? Widerstand regt sich

Neben Fortnite sind bereits League of Legends, Rocket League und SMITE in gleicher oder ähnlicher Form registriert. Diese Spiele hatten es bei ihrer Einführung als E-Sport allerdings leichter. Insbesondere gegen Fortnite regt sich Protest, weil das Spiel zu gewalttätig sei. Highschools aus Kentucky wehren sich gegen die Einführung. Die Kentucky High School Athletic Association plant ein Verbot an allen Schulen, die an den von PlayVS ausgerichteten Wettbewerben teilnehmen.

In Deutschland ist Fortnite von der USK mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren belegt worden. Die Grafik des Spiels ist nicht realistisch gehalten, insgesamt fehlt an vielen Stellen ein Bezug zu “echter” Waffengewalt. Dennoch bleibt das zentrale Element des sogenannten Battle-Royal-Modus, möglichst viele, im Idealfall alle, Kontrahenten (bis auf den eigenen Partner) mit Waffengewalt auszuschalten und alleine zu überleben.

Lesen Sie auch: Neue Fortnite-Regeln für den kompetitiven Modus

Das Survival-Spiel gibt es auf zahlreichen Plattformen und hat die Gaming-Szene im Sturm erobert. 250 Millionen Nutzer sind laut Angaben des Herstellers registriert, etwa 78,3 Millionen sind monatlich aktiv. Zumindest der Anteil aus den USA darf sich jetzt als Sportler bezeichnen.

Epic Games verdient riesige Summen mit Fortnite

Großer Profiteur des Highschool-Modus ist PlayVS selbst. Das Startup hat seit seiner Gründung schon 96 Millionen US-Dollar eingenommen. Epic Games freut sich ebenfalls über die noch weiter wachsende Bekanntschaft. Im Spiel können diverse Gegenstände für Echtgeld erworben werden.

Rund 300 Millionen Dollar verdient Epic Games schon jetzt mit diesen Käufen im Monat. Ein Vorteil im Spiel ergibt sich daraus allerdings nicht - eine wichtige Voraussetzung für die Anerkennung als Sport.

Aber auch die künftigen Profis aus den USA dürfen sich Hoffnungen auf das große Geld machen. Das größte Vorbild dürfte in dieser Hinsicht der bekannte Streamer “Ninja” sein, der seine Spielzeit online mit Interessierten teilt und laut mehreren Berichten kürzlich ein Angebot über 30 Millionen US-Dollar erhielt, sollte er den Streaming-Anbieter wechseln.

Video: Dieser junge Gamer wird mit Fortnite reich:

Lesen Sie auch