Verbaut ein Mega-Deal Nzeochas Zukunft bei den 49ers?

Mark Nzeocha ist längst daran gewöhnt, dass nicht immer alles glatt läuft. Das fängt bereits mit seinem Nachnamen an, genau genommen mit dessen Aussprache.

"Ich kann gar nicht aufzählen, was ich alles schon gehört habe", erzählt er mit einem Lachen - und auch nicht zum ersten Mal. Richtig wäre: "Nesotscha", und einer, dem das ziemlich flüssig über die Lippen kommt, ist Kyle Shanahan, der progressive Headcoach der San Francisco 49ers.

Shanahan hat in der Vergangenheit nicht allzu oft über Nzeocha gesprochen, dazu ist dessen Rolle dann doch ein wenig zu klein - aber wenn, dann war es positiv.

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Nzeocha mit 49ers im Super Bowl

Der gebürtige Mittelfranke, aufgewachsen in Ansbach, hat im vergangenen Jahr mitgeholfen, den Super Bowl zu erreichen - als ein wertvolles Mitglied der Special Teams und als zuverlässige Aushilfe, wenn mal in der Defensive der Niners Personalmangel war. Nur: Mit dem großen Sieg hat es am Ende nicht geklappt.

Die ersten paar Tage nach dem 20:31 gegen die Kansas City Chiefs "waren schon sehr schwer", gibt Nzeocha zu, "aber auch wenn es nicht ganz gereicht hat, so war es doch eine erfolgreiche Saison."

Das gilt auch für ihn selbst: "Ich denke, es war ein gutes Jahr, das ist etwas, worauf ich aufbauen kann. Aber es gibt immer Raum für Verbesserungen."

Und es besteht immer die Gefahr, dass einem dieser Raum nicht mehr gegeben wird.

Noch Geld für Nzeocha da nach Kittle-Deal?

Nzeocha ist in einer verzwickten Lage, und er kann nicht mal was dafür.

Der 30-Jährige besitzt einen Dreijahresvertrag, er läuft noch diese und die Saison danach und wäre mit insgesamt 4,75 Millionen Dollar dotiert. Wäre. Denn es könnte gut sein, dass die 49ers Nzeocha kurzerhand entlassen, um Superstars wie Tight End George Kittle bezahlen zu können und trotzdem im vorgegebenen Gehaltsrahmen zu bleiben.

Am Donnerstag einigten sich die 49ers laut Medienberichten mit Kittle über eine Vertragsverlängerung um fünf Jahre und lassen dafür insgesamt 75 Millionen Dollar springen. So oder so: "Du musst bereit sein für das, was kommt", sagt Nzeocha.

Nzeocha früher von Deutschland nach Dallas

Dass er flexibel ist, sein muss, hat sich in den vergangenen Monaten gezeigt. Nach dem Super Bowl flog Nzeocha erst mal mit Gattin Taylor und dem jetzt 15 Monate alten Sohn Cameron James nach Deutschland, nur um unerwartet früh wieder die Rückreise anzutreten: Corona.

Die Nzeochas harrten danach in Dallas aus, wo Mark seine NFL-Karriere begann und noch lebt, wenn gerade keine Saison ist. Fit hielt er sich in der Garage, wo er ein kleines Gym eingerichtet hat.

Zwischenzeitlich hat auch Nzeocha die Proteste der "Black Lives Matter"-Bewegung miterlebt. "Auch in Dallas waren viele Demonstranten in den Straßen, ich finde es wichtig, dass die Leute verstehen, was der Hintergrund ist und dass es wichtig ist, dass es angesprochen wird", sagt er.

Als Schwarzer war Nzeocha bereits in Deutschland mit Rassismus konfrontiert, in erträglichem Maße: "Man hat hier und da ein Wort gehört, was einen schon verletzt hat. Aber es war nicht so schlimm."

NFL-Saison soll trotz Corona am 10. September starten

Bleibt die Unsicherheit, wie es in der NFL weitergeht.

Seit Ende Juli wohnen die Nzeochas wieder in Kalifornien, Mark hat im Gegensatz zu vielen Spielern entschieden, die Saison trotz Corona anzugehen. Die 49ers unternähmen wirklich "alles, damit es sicher ist zu spielen", berichtet er.

Ob es so weit kommt, bleibt fraglich: Saisonstart der NFL ist am 10. September. Die Vorbereitungsspiele sind bereits abgesagt. Nicht immer läuft alles glatt.