Vergleich mit LeBron James: Guardiola und Klopp sauer auf Liga

SPORT1
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Jürgen Klopp und Pep Guardiola gehen auf Konfrontationskurs mit der Premier League. Nach dem Prestige-Duell zwischen Liverpool und Manchester City (1:1) am Sonntagabend kritisierten die beiden Star-Trainer zum einen den vollgepackten Spielplan und zum anderen die von der Liga trotz der hohen Belastung verweigerten fünf Wechsel pro Spiel.

Ein Grund für die Kritik: Mit Liverpools Trent Alexander-Arnold verletzte sich der nächste Star einer der beiden Teams. Der Rechtsverteidiger zog sich ohne gegnerische Einwirkung eine Wadenverletzung zu und droht nun lange auszufallen. "Er kann nicht für England spielen, das ist klar. Wir lassen einen Scan durchführen und dann werden wir sehen", sagte Klopp.

Sowohl die Reds als auch Manchester City gehen geschwächt durch die aktuelle Saison. Bei Liverpool fehlt unter anderem Virgil van Dijk mit einem Kreuzbandriss, sein Gegenüber Guadiola musste wochenlang ohne seine beiden Stürmer Sergio Agüero und Gabriel Jesus auskommen.

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Klopp fordert fünf Auswechslungen

Klopp forderte die Liga nun nachdrücklich dazu auf, fünf Auswechslungen zu erlauben. In allen anderen europäischen Topligen wie Frankreich, Italien und Deutschland ist das möglich.

Der Meistertrainer wandte sich mit deutlichen Worten an den Liga-Geschäftsführer Richard Masters: "Wir müssen wieder miteinander reden. Es ist ein Führungsmangel. Wenn 14 Teams sich nicht einig sind über fünf Wechsel, dann sollen wenigstens die besten sechs Teams die Möglichkeit dazu haben."

Guardiola sieht es ähnlich: "Diese Liga möchte anders sein. Ich verstehe aber nicht, wie die Premier League die Situation versteht. Man kann die Spieler nicht fit halten."

Den beiden Star-Trainern geht es vor allem um den Schutz der Spieler bei der enorm hohen Belastung. Sie sprangen damit Ole Gunnar Solksjaer zur Seite. Der Trainer von Manchester United hatte bereits zuvor über die enge Taktung der Spiele und fehlende Pausen geklagt sowie die Ansetzungen der Partien zu Gunsten der Fernsehsender kritisiert.

ManUnited und Tottenham in Termin-Not

So musste ManUnited bereits am Samstagmittag um 13.30 Uhr beim FC Everton antreten, obwohl das Team am Mittwochabend noch in der Türkei bei Basaksehir Istanbul gespielt hatte. Ähnlich schlimm erwischte es Tottenham. Am Donnerstag war das Team von Trainer José Mourinho noch in der Europa League bei Ludogorez Ratsgrad aktiv und stand bereits am Sonntag um 13 Uhr wieder gegen West Bromwich in der Liga auf dem Platz.

Guardiola appellierte nun: "Meine Aufgabe ist es, meine Spieler zu schützen. Sie sind erschöpft. LeBron James hat den NBA-Titel gewonnen, und jetzt ist er für ein oder zwei Monate im Urlaub. Unsere Jungs hatten acht Tage. Es geht um Spiele, Spiele, Spiele, Spiele, weil das Fernsehen beschlossen hat, es so zu tun."

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Guardiola sieht Déjà-vu in der Premier League

Der Katalane glaubt aber nicht an eine Verbesserung der Situation, "Es ist ein Déjà-vu. Als ich als junger Bursche die Nachrichten aus England las, habe ich auch über Sir Alex Ferguson, Arsene Wenger und Rafa Benitez gelesen. Sie haben sich schon damals über die Termine beklagt. Es wird keine Lösung geben", sagte der Ex-Bayern-Trainer.

Auch Klopp sieht keine Entschärfung der Situation, merkte aber noch einmal an: "Keiner hat ein Problem damit, nach Mittwoch wieder am Samstag zu spielen. Aber die Spiele am Mittag sind dann zu früh. Ich kann die Fernsehsender zu 100 Prozent verstehen. Aber es ist zu früh und die Premier League muss auch die einheitliche Position unter den Spielern erfüllen."