"Wie verhext": Haas will Australien-Fluch 2020 brechen

Maria Reyer
motorsport.com

Wie "verhext" waren die vergangenen beiden Rennen in Australien für Haas. Die Mannschaft von Günther Steiner erlebte 2018 ein Boxenstopp-Desaster, das sich im Vorjahr wiederholen sollte. Der Fluch soll 2020 endlich gebrochen werden, so der Teamchef.

Rückblick: Romain Grosjean und Kevin Magnussen lagen 2018 in Melbourne auf den aussichtsreichen Rängen vier und fünf, als die Räder bei den Boxenstopps nicht richtig angeschraubt wurden. Beide rollte wenig später aus. Ein ähnliches Bild bot sich im Vorjahr.

Der Franzose war auf dem Weg zu Rang sechs, jedoch schlug abermals der Pannenteufel beim Boxenstopp zu. Daher auch die magere Ausbeute des US-Teams in Australien in den vergangenen vier Jahren: Nur zweimal kam ein Auto ins Ziel (P6 2016 und 2019).

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Der Melbourne-Fluch soll 2020 gebrochen werden. "Wir kamen immer sehr gut vorbereitet hierher, und dann passierten Fehler", erinnert sich Steiner. "Vor zwei Jahren hatten wir großes Pech, im Vorjahr war der dann einfach zu groß."

Nachsatz: "Hoffentlich haben wir das überstanden. Denn 2018 nach den Fehlern haben wir keine mehr gemacht bis wir 2019 hierher zurückkamen." Der Albert Park sei für Haas "wie verhext", merkt der Südtiroler an.

Nach einem enttäuschenden Vorjahr will das Mittelfeldteam in Melbourne zurückschlagen und einen besseren Auftakt erwischen. Schließlich scheint die Zukunft des Teams davon abzuhängen, wie Besitzer Gene Haas unlängst betonte.

Ein weiteres Mal werde er nicht zusehen, sollte sein Team erneut nur Neunter in der Konstrukteurs-Wertung sein. Die Fahrer sind jedenfalls zuversichtlich, dass die Probleme des Vorjahres am VF-20 nicht noch einmal auftauchen werden.

"Das Auto ist definitiv eine starke Verbesserung", meint Grosjean. "Wir hatten ein paar gute Meetings mit den Ingenieuren nach den Testfahrten und sind alles durchgegangen. Das waren drei Excel-Dokumente!" Er habe teilweise "sehr interessante" Ergebnisse gefunden.

Der Genfer traut sich sogar zu sagen, dass Haas besser vorbereitet denn je in die neue Saison startet. Teamkollege Kevin Magnussen stimmt dieser Beobachtung zu. Er habe jedoch ein sehr ähnliches Gefühl vor jeder neuen Saison mit Haas.

"Wir sind immer noch ein sehr junges Team, wir sammeln weiterhin sehr viel Erfahrung. In jedem weiteren Jahr kommen wir also besser vorbereitet hier an. Das ist auch in diesem Jahr so." Da das Vorjahr derart verkorkst war, habe die Mannschaft einen Großteil der Zeit bereits auf das Projekt 2020 aufgebracht.

"Wir haben viel Zeit damit verbracht, zu forschen, uns für diese Saison vorzubereiten und sicherzustellen, dass wir nicht wieder in das gleiche Muster verfallen wie im Vorjahr." Ob das gelungen ist, wird sich am Sonntag zeigen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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