Verkatert zur Heroenfahrt: Wie Sullivan das letzte Nicht-WM-Rennen aufmischte

Adam Cooper
motorsport.com

Am 10. April 1983 wurde ein kleines Stück Geschichte geschrieben, als Keke Rosberg das Race of Champions ins Brands Hatch gewann. Der Williams-Fahrer ging als Sieger eines Feldes mit gerade einmal 13 Autos hervor. Damals wusste (abgesehen von vielleicht Bernie Ecclestone) noch niemand, dass es das letzte Formel-1-Rennen sein würde, das nicht zur Meisterschaft zählt.

Ecclestone merkte, dass kein Platz mehr da sein würde für seltsame Rennen, die keine Punkte bringen und die nicht so wirklich in das Muster passten, das er für alle Aspekte des Sports etablieren wollte. Und dann waren da ja noch die immer höheren Antrittsgelder, die von Promotern der Grands Prix bezahlt wurden.

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Das Konzept von Rennen ohne WM-Status war für einige Jahrzehnte vergessen, bis Ross Brawn in den vergangenen Jahren sie als Möglichkeit sah, um neue Rennformate zu testen. Erst kürzlich wurden sie im Zuge der COVID-19-Krise wieder ins Spiel gebracht, falls ein Team aufgrund der Reisebeschränkungen nicht in ein Land kommen würde.

Es gab Zeiten, in denen Rennen ohne WM-Status die Norm waren. Die größeren Rennen hatten sogar mehr Prestige und bessere Teilnehmer als einige Weltmeisterschaftsläufe. Viele von ihnen trugen den Titel "Grand Prix", und Fans und Teilnehmer merkten fast gar nicht, dass es nicht um Punkte ging.

Von der Mehrheit auf Null

Im ersten Jahr der Weltmeisterschaft 1950 gab es 14 solche Events. Und während einige britische oder französische Rennen nur aus einheimischen Fahrern bestanden, feierten Juan Manuel Fangio (Pau, San Remo, Geneva, Pescara), Giuseppe Farina (Bari, Silverstone) und Louis Rosier (Albi, Zandvoort) große internationale Siege.

All diese Rennen hatten ein konkurrenzfähiges Teilnehmerfeld, und trotzdem fehlen sie am Ende in den Karrierestatistiken im Vergleich mit Fahrern aus späteren Ären. So holte Jim Clark etwa 19 Siege ohne WM-Status, Stirling Moss 18, Jack Brabham 15 und Fangio 13.

Noch 1971 wurden acht Rennen ohne WM-Status abgehalten, danach sank die Zahl. Die International Trophy in Silverstone wurde 1978 zum letzten Mal für echte Formel-1-Autos abgehalten, Imola erhob durch einen einmaligen Event 1979 Anspruch auf einen Grand Prix.

Spanien 1980 und Südafrika 1981 wurden als Höhepunkt des Krieges zwischen FISA und FOCA ohne Punkte ausgetragen, 1982 gab es dann zum ersten Mal überhaupt kein Rennen ohne WM-Status.

Das Race of Champions fehlte seit 1979 im Kalender, bevor es einige Jahre später ein letztes Hurra gab.

Teilnehmerzahl für Brands Hatch enttäuschend

Entgegen aller Erwartungen konnte Brands-Hatch-Promoter John Webb einen Event wiederbeleben, der zum ersten Mal 1965 ausgetragen wurde und normalerweise den Start in die Europasaison einleitete. 1983 fand man ein Datum Anfang April, zwischen dem Großen Preis der USA-West und dem Großen Preis von Frankreich.

Ecclestones Deal als Mittelsmann der Teams war, dass sie nur ein Auto abstellen mussten - und genau das taten die großen Player auch. Ferrari (für Rene Arnoux und nicht Patrick Tambay), Williams (Rosberg und nicht Jacques Laffite), McLaren (John Watson und nicht Niki Lauda) und Lotus (Nigel Mansell und nicht Elio de Angelis) stellten jeweils nur ein Auto.

Die größte Enttäuschung war aber Ecclestones eigenes Brabham-Team, der das Siegerfahrzeug aus Brasilien dem eingerosteten Hector Rebaque gab, da die Stammfahrer Nelson Piquet und Riccardo Patrese nicht zur Verfügung standen.

In Brands Hatch waren nur 13 Fahrzeuge am Start

In Brands Hatch waren nur 13 Fahrzeuge am Start <span class="copyright">Motorsport Images</span>
In Brands Hatch waren nur 13 Fahrzeuge am Start Motorsport Images

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Arrows schickte zwei Fahrzeuge für Chico Serra und Ex-Weltmeister Alan Jones, der in Long Beach gerade sein Formel-1-Comeback gegeben hatte und das Feld aufwertete. Theodor/Ensign stellte ebenfalls zwei Fahrzeuge für Stammfahrer Roberto Guerrero und Lokalheld Brian Henton. RAMs einziges Auto fuhr Jean-Louis Schlesser, Ligier hatte ein Fahrzeug für Raul Boesel.

Die etablierten Teams erhielten durch ein neues Team Zuwachs: Formel-2-Team Spirit gab sein Formel-1-Debüt und fungierte als mobiler Test für den neuen V6-Turbomotor von Honda.

Einige gute Namen waren dabei, aber das Feld von 13 Autos war schon dürftig. Wer fehlte? Toleman war als einziges Team aus Großbritannien nicht dabei, genau wie Renault, Alfa Romeo, Osella und ATS.

Lieber Reifentest und WEC

Abgesehen von ATS wollten alle fehlenden Teams den terminlich überschneidenden Reifentest von Michelin und Pirelli in Le Castellet fahren, da der Frankreich-Grand-Prix nur eine Woche danach stattfinden würde. Auch Piquet, Lauda oder De Angelis waren dabei. Zudem lockte das WEC-Rennen von Monza die Lancia-Fahrer Patrese und Alboreto.

Ecclestone stellte klar, dass er kein Interesse mehr an Rennen ohne WM-Status haben würde. "Unsere Vereinbarung mit Webb war, dass wir nicht kommen wollten", sagte er Journalisten. "Ich habe ihm die Probleme erklärt, dass wir aus Long Beach kommen und kurz vor einem WM-Lauf fahren. Ich habe ihm gesagt, dass er Probleme mit den Teilnehmern bekommen würde."

Danny Sullivan genehmigte sich am Vorabend etwas zu viel ...

Danny Sullivan genehmigte sich am Vorabend etwas zu viel ... <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Danny Sullivan genehmigte sich am Vorabend etwas zu viel ... Motorsport Images

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Rosberg hatte seinen Williams auf Pole gestellt, wurde aber in der ersten Runde von Arnoux überholt. Weiter hinten wurde Sullivan angerempelt und fuhr dadurch in Paddock Bend weit nach außen. Dabei konnte er aber Jones und Watson, den Sieger des Rennens in Long Beach, mit einem dramatischen Manöver auf der Außenbahn überholen. Da war mehr als Glück im Spiel.

"Wattie kam später zu mir und sagte: 'Das war ein krasses Manöver' und ich dachte: 'John, wenn du wüsstest, dass ich einfach verzweifelt versucht habe, auf der Strecke zu bleiben!'"

Probleme bei vielen Spitzenpiloten

Nach ein paar Runden kam der führende Arnoux mit Goodyears voller Blasen an die Box und das Feld lichtete sich danach. Johanssons Honda-Turbo hatte schon früh den Geist aufgegeben, und Mansell, Watson und Rebaque schieden ebenfalls aus, bevor es auch Arnoux erwischte.

Es hätte zu einer Farce werden können, doch glücklicherweise gab es immer noch ein Rennen. Hinter dem führenden Rosberg befand sich überraschend Sullivan.

Tyrrell hatte ein strategisches Meisterwerk ausgepackt. Im Warm-up am Morgen fuhr der mächtig verkaterte Amerikaner mehr Runden als seine Gegner und brachte sanft etwas Temperatur in die Goodyears, mit denen er das Rennen starten würde.

Keke Rosberg schaffte es, seinen Williams als Erster ins Ziel zu bringen

Keke Rosberg schaffte es, seinen Williams als Erster ins Ziel zu bringen <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Keke Rosberg schaffte es, seinen Williams als Erster ins Ziel zu bringen Motorsport Images

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Es war ein großer Tag für Sullivan, der einst als armer Jungspund in der FF1600 neben Brands Hatch gewohnt hatte. Ken Tyrrell war von der Leistung seines neuen Schützlings natürlich angetan - und glücklicherweise unwissend über die bierreiche Vorbereitung am Samstagabend.

"Ken war wirklich zufrieden. Es war ein Last-Minute-Deal, da eigentlich Alboreto fahren sollte. Ken hatte mich erst am Mittwoch davor in Kalifornien angerufen. Nach dem Rennen sagte er: 'Ich weiß nicht, was es war, aber du solltest das öfters machen.' Er wollte, dass ich in letzter Minute von Kalifornien aus zu den Grands Prix fuhr."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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