Verliert der DVV die nächste große Persönlichkeit?

Robin Ahlert, Katharina Hosser
Sport1

Sowohl die deutschen Volleyball-Frauen, als auch die Männer sind denkbar knapp an der Qualifikation für Olympia gescheitert. Beide Teams scheiterten jeweils im Finale des europäischen Qualifikationsturniers.

DVV-Sportdirektor Christian Dünnes spricht exklusiv im SPORT1-Podcast Volleytalk über die Erkenntnisse, die die verpasste Olympia-Quali mit sich bringt, und über eine potenzielle Weiterarbeit mit Männer-Trainer Andrea Giani.

Bleibt Giani Trainer für Deutschland?

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Mit Georg Grozer hat eine zentrale Figur im deutschen Volleyball bereits seinen Rücktritt erklärt. Für Dünnes ein herber Verlust: "Wir werden weiter Diagonalspieler von Weltformat haben, aber Georg Grozer wird unersetzbar sein, vor allem, was seine Persönlichkeit angeht. Er war immer der, der vorangegangen ist und andere mitziehen konnte. Ihn menschlich zu ersetzen, wird das größte Problem sein", sagt der Sportdirektor im Volleytalk.

Und auch die Zukunft von Männer-Trainer Andrea Giani ist offen. Der Vertrag des 49-Jährigen läuft im Sommer aus. Mit ihm würde der DVV nicht nur einen Weltklasse-Coach, sondern auch eine weitere zentrale Persönlichkeit verlieren, nach Grozer ist er das Gesicht des deutschen Volleyball.

"Andrea Giani tut Volleyball-Deutschland gut", schwärmt Dünnes: "Er ist einer der besten Trainer der Welt. Es ist vergleichbar mit Georg Grozer: Giani ist technisch und fachlich sehr gut, aber auch eine Persönlichkeit, die dem Team weitergeholfen hat – und die auch Volleyball-Deutschland weiterbringen kann." Ob es mit dem Bundestrainer auch über den Sommer hinaus weitergeht, ist allerdings fraglich.

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Bis zum Auslaufen des Vertrags im Sommer sei noch genügend Zeit, um sich zu unterhalten und zu hören, was Giani möchte, betont Dünnes - und auch um herauszufinden, was das Team braucht: "Auch einer der besten Trainer der Welt könnte theoretisch nicht der Richtige sein."


Trotz allem sehr gute Turniere

Das belegt - trotz des bitteren Endes - auch das sehr gute Qualifikations-Turnier der deutschen Volleyball-Männer.

Auch mit der Leistung der Frauen ist der Verband trotz verpasster Olympia-Qualifikation sehr zufrieden. 

Sowohl der Verband, als auch er persönlich sei "superstolz auf beide Teams, weil beide ein sehr, sehr gutes Turnier gespielt haben - und auch beide vielleicht das bessere Turnier gespielt haben als ihre Finalgegner", so Dünnes.


"Wir haben uns da selber übertroffen, haben einige Teams geschlagen, die in der Weltrangliste deutlich vor uns sind, und deswegen glaube ich, dass wir grundsätzlich alles dafür getan haben, um zu gewinnen und das Ticket für Olympia zu sichern."

Ist der Qualifikations-Modus der härteste Gegner?

Dass es am Ende doch nicht für den ganz großen Wurf gereicht hat, macht der DVV-Sportdirektor auch am für europäische Teams sehr schwer zu bewältigenden Qualifikations-Modus für Olympia fest.

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Es sei nun mal so, dass es nur vier Teams aus Europa zu Olympia schaffen könnten, was aber nicht die Leistungsfähigkeit von Europa wiederspiegeln würde, meint Dünnes: "Ich verstehe den olympischen Gedanken, aber Europa müsste bei Olympia stärker vertreten sein. Am Ende ist vielleicht eine Europameisterschaft das schwierigere Turnier als das olympische Turnier, und das darf nicht sein", sagt der 35-Jährige.


Mit Optimismus in die Zukunft

Für die Zukunft ist Dünnes aber trotz verpasster Olympia-Teilnahme sehr optimistisch gestimmt.

"Bei den Männern, als auch bei den Frauen bin ich positiv, dass wir das Niveau halten, das wir jetzt gezeigt haben, und vielleicht sogar noch einen daraufsetzen können."

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