Verrückte fünf Minuten! Leipzig zähmt „wilde Mainzer“

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Verrückte fünf Minuten! Leipzig zähmt „wilde Mainzer“
Verrückte fünf Minuten! Leipzig zähmt „wilde Mainzer“

Ein Rückrunden-Auftakt nach Maß!

Nach der schlechtesten Bundesliga-Hinrunde der Vereinsgeschichte eröffnet RB Leipzig in Überzahl mit einem verdienten 4:1-Heimsieg gegen den 1. FSV Mainz 05 das neue Fußballjahr. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Die Leipziger, die auf eine komplette Stammformation verzichten mussten, kamen allerdings schwer ins Spiel und wurde vom frühen Mainzer Pressing immer wieder in Bedrängnis gebracht - was von den Sachsen allerdings so geplant war, wie Leipzigs Technischer Direktor Christopher Vivell in der Halbzeit bei Sky verriet. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

„Es war wichtig, dass wir sie locken. Das sieht manchmal etwas gefährlich aus, ist aber wichtig, um die Räume zu bekommen“, erklärte er die Taktik von Domenico Tedesco.

Tedesco warnt vor „wilden Mainzern“

Dazu forderte der RB-Coach vor dem Spiel volle Konzentration von seinen Spielern. „Das (der FSV Mainz 05, Anm. d. Red.) ist eine Mannschaft, die viele Tore nach schnellem Umschalten erzielt. Aber wir müssen versuchen, ihnen unser Spiel aufzuzwingen, die wilden Mainzer etwas zu zähmen.“

Diese Vorgabe setzte sein Team perfekt um. Gerade einmal einen Torschuss brachten die Gäste in Hälfte eins dank eines Freistoßes zustande, der allerdings ungefährlich in der Mauer hängen blieb.

Die Hausherren machten es besser und gingen in der 18. Minute durch André Silva in Führung. Der Portugiese verwandelte einen Handelfmeter und sorgte damit auch für Erleichterung bei Vivell: „Wir haben uns natürlich alle etwas mehr erwartet. Aber er ist ein guter Typ. Wir sind fest davon überzeugt, dass er seine Tore machen wird.“

Zusätzlich zu dem Rückstand mussten die Mainzer aber diesem Moment auch noch in Unterzahl weiterspielen. Alexander Hack wehrte einen Torschuss von Silva regelwidrig mit der Hand ab. Für den Verteidiger war es die erste rote Karte in seinem 101. Bundesligaspiel.

Damit waren die Weichen schon früh auf Sieg gestellt - zumal Leipzig in dieser Saison im eigenen Stadion sechsmal in Führung gegangen war und im Anschluss sechsmal als Sieger vom Platz ging.

„Wir haben uns das ganz anders vorgestellt. Aber der Elfmeter und die Rote Karte war ein Knackpunkt für uns“, gestand Karim Onisowo nach dem Spiel und auch Mainz-Kapitän sah diese Situation als entscheidend: „Ich denke, wir haben anfangs gut gespielt bis zum Gegentor.“ Dennoch wolle er nicht zu sehr damit hadern, denn „hätte, wäre, wenn können wir nicht ändern.“

Verrückte fünf Minuten in Hälfte zwei

Direkt nach der Pause dann der nächste Schock für Mainz: Dominik Szoboszlai erhöhte in der 47. Minute auf 2:0. Allerdings musste der Ungar warten, bis er jubeln konnte. Zunächst gab Schiedsrichter Deniz Aytekin den Treffer nicht wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung. Aber nach VAR-Untersuchung wurde keine Abseitsstellung erkannt.

„Wir haben gemacht, was wir uns vorgestellt haben und das müssen wir fortsetzen. Das war jetzt aber nur ein Start, wir müssen weitermachen“, zeigte sich der Ungar dementsprechend nach dem Spiel mit der Leistung zufrieden.

Danach plätscherte das Spiel einige Minuten dahin, ehe in der 56. Minute fünf verrückte Minuten starteten. Zuerst vergab Josko Gvardiol nach einer Kampl-Flanke das sichere 3:0, ehe Mainz im Gegenzug in Person von Jae-Sung Lee den Anschlusstreffer markierte.

Aber lediglich 62 Sekunden später sorgte Christopher Nkunku, der in der Halbzeit für Yussuf Poulsen ins Spiel gekommen war, mit seinem Treffer zum 3:1 wieder für den alten Abstand, ehe Silva mit seinem zweiten Treffer (61.) an diesem Tag für den 4:1-Endstand sorgte.

„Ich versuche immer, das Beste zu geben. Danke an den Coach und das Team, dass ich diese Performance zeigen kann“, gab der Doppeltorschütze die Komplimente nach dem Spiel an seine Kollegen und den Trainer weiter.

Leipzig sorgt für Historisches

In der 87. Minute gab es noch Historisches aus Sicht der Leipziger. Der 16- Jährige Sidney Raebiger wurde mit seiner Einwechslung für Szoboszlai zum jüngsten Leipziger Bundesligaspieler der Vereinsgeschichte.

Damit überholt Leipzig die Mainzer in der Tabelle und springt vorerst auf Rang acht. Für Mainz geht es zwei Plätze nach unten auf Position zehn. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

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