Verspielt Tuchel jetzt alles?

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Verspielt Tuchel jetzt alles?
Verspielt Tuchel jetzt alles?

Es war ein gewaltiger Distanzschuss von Youri Tielemans, der Thomas Tuchel am Samstagabend mitten ins Herz traf.

Der perfekt platzierte Strahl des Mittelfeldspielers von Leicester City hatte das Wembley Stadium - in dem immerhin 20.000 Zuschauer mitfieberten - zum Kochen gebracht und letztlich das Finale des FA Cups gegen Tuchels FC Chelsea entschieden. "Ein fantastisches Tor und ein Glückstor", befand Tuchel, der nach dem Schlusspfiff auch über den VAR wütete.

Es war der erste wirklich große Rückschlag in London für den deutschen Coach, der seinen ersten Titel mit den Blues verpasste. Nach großer Anfangseuphorie könnten nun ungemütliche Zeiten anstehen.

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Tuchel bekommt zum ersten Mal Gegenwind

Klar ist, dass sich Tuchel an der Stamford Bridge eine Menge Kredit verdient hat - sowohl bei den Fans als auch bei den Verantwortlichen und der Mannschaft. Er hat im Januar ein strauchelndes und wankelmütiges Team von Frank Lampard übernommen und daraus eine Ausgeburt der Konstanz gemacht.

Chelsea kassierte zuletzt kaum mehr Tore, erreichte das FA-Cup-Finale und das Endspiel der Champions League. Auch in der Premier League lief es gut, die erneute Qualifikation zur Königsklasse schien fast sicher. Nun hat sich das geändert, daher droht den Londonern doch noch eine fast schon enttäuschende Saison ohne Titel und CL-Quali.

Nach dem verlorenen Pokalfinale bekommt Tuchel auf der oft stürmischen Insel zum ersten Mal so wirklich Gegenwind. Bei Fans und Medien wird leise Kritik laut, rund um Stürmer Tammy Abraham ist diese gar nicht so leise.

Kritik an Tuchels Personal-Entscheidungen und Taktik

"Wie um alles in der Welt kann man die Entscheidung treffen, seinen Top-Torjäger aus dem Kader für ein Finale zu nehmen?", schrieb Leah Moore, die Freundin von Abraham, auf Instagram: "Die Person, die sogar das Tor geschossen hat, um sich tatsächlich für dieses Finale zu qualifizieren? Das ergibt für mich überhaupt keinen Sinn."

Der Beitrag ist mittlerweile gelöscht, die klare Message war aber verbreitet. Und die Debatte um Tuchels Personal-Entscheidungen wurde nicht nur von Moore aufgeworfen.

"Mendy war in dieser Saison für Chelsea überragend, aber Tuchel setzte Kepa in zwei der wichtigsten Saisonspiele ein - und die Blues haben beide verloren", schrieb der Telegraph. Ob der 1,97 Meter große Mendy das Traumtor von Tielemans verhindert hätte, das bleibt dahingestellt. Diskutabel war die Entscheidung für Kepa und gegen Mendy in jedem Fall.

Auch Tuchels Marschroute im Finale stieß auf Kritik. "Tuchels Taktik war irgendwie reserviert, was bei ihm eigentlich ein bisschen ein Trend in Endspielen ist", war bei The Independent zu lesen. Damit dürfte das Blatt auch auf das verlorene Endspiel in der Königsklasse im letzten Jahr mit Paris Saint-Germain anspielen. In Lissabon war Tuchels PSG mit 0:1 dem FC Bayern unterlegen.

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Tuchel droht alles zu verspielen

Im diesjährigen CL-Finale dürfte es nicht einfacher werden. Chelsea trifft auf das in England übermächtig wirkende Manchester City, Tuchel auf seinen alten Bekannten Pep Guardiola.

Wenn das Endspiel verloren geht, dann war der Weg ins Finale natürlich trotzdem ein Erfolg. Einen Titel würde Tuchel von dem Trip nach Portugal aber eben auch nicht nach London mitbringen. Das wäre umso dramatischer, wenn die Blues in der Premier League noch aus den ersten vier Plätzen herausfallen sollten.

Das ist ein denkbares Szenario. Durch den Last-Minute-Sieg dank des unglaublichen Tores von Keeper Alisson ist der FC Liverpool bis auf einen Punkt an Chelsea herangerückt. An den letzten beiden Spieltagen brauchen die Blues nun eigentlich zwei Siege. (Service: Tabelle der Premier League)

Das Problem: Der nächste Gegner ist am heutigen Abend erneut das starke Leicester (Premier League: FC Chelsea - Leicester City, ab 21 Uhr im LIVETICKER). Die Foxes stehen derzeit auf dem dritten Rang und wollen ihrerseits die Champions-League-Qualifikation eintüten. Für Tuchel stehen richtungsweisende Tage und Wochen an. Läuft es schlecht, wäre der sensationelle Aufschwung des FC Chelsea am Ende für die Katz.

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