Durchsuchung bei Volleyball-Boss: Verband sieht "Missverständnis"

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Durchsuchung bei Volleyball-Boss: Verband sieht "Missverständnis"
Durchsuchung bei Volleyball-Boss: Verband sieht "Missverständnis"

Nach einer staatsanwaltlichen Durchsuchung im Haus ihres Präsidenten hat sich der Volleyball-Weltverband hinter den durch schwere Vorwürfe belasteten Ary Graca gestellt - und spricht von einem "Missverständnis".

Ary Graca steht im Verdacht, Mitglied eines Netzwerkes zu sein, das Geldwäsche betreibt und Gelder veruntreut, wie brasilianische Staatsanwaltschaft mitteilte. Auch der Hauptsitz des brasilianischen Verbandes CBV, den Graca von 1997 bis 2012 führte, wurde in Rio de Janeiro durchsucht. Neben Graca sind unter anderem neun weitere ehemalige CBV-Funktionäre ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

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"Der FIVB ist über die Situation in Brasilien in Kenntnis und überrascht", heißt es in einem Statement, das der FIVB an SPORT1 übermittelte: "Sowohl FIVP-Präsident Dr. Ary S. Graca als auch Generaldirektor Fabio Azevedo haben die Information aus den Medien erhalten und unmittelbar ihre Anwälte eingeschaltet, um dieses eindeutige Missverständnis auszuräumen. Beide weisen die Vorwürfe in der heutigen Medienberichterstattung mit Nachdruck zurück. Sowohl der Präsident als auch der Generaldirektor haben ihre Anwälte beauftragt, die Anschuldigungen energisch anzufechten. Aufgrund des laufenden Verfahrens wird der FIVB sich ansonsten nicht weiter äußern."

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird Graca verdächtigt, Gelder des CBV-Hauptsponsors Banco do Brasil veruntreut und durch Scheinverträge mit nicht existierenden Firmen gewaschen zu haben. Die 2013 eingeleitete Untersuchung konzentriert sich auf die angebliche Gründung dieser Scheinfirmen in Saquarema, einer Stadt am Meer, in der sich das Trainingszentrum der Volleyball- und Beachvolleyball-Nationalmannschaft befindet.

Die Ermittler nehmen an, dass fast 52 Millionen brasilianische Real (etwa 8 Millionen Euro) von dem kriminellen Netzwerk veruntreut worden seien. Die CBV bestätigte derweil die Durchsuchung in ihrem Hauptquartier und erklärte, sie sei "ein Opfer der ehemaligen Führungskräfte".

Die Anwälte von Graca teilten indes mit, dass der 78-Jährige von der Durchsuchung seines Hauses in Rio de Janeiro "überrascht" gewesen sei. Graca habe den Behörden bereits "alle notwendigen Erklärungen" gegeben und stehe den Ermittlern "weiterhin zur Verfügung". Der ehemalige brasilianische Volleyball-Nationalspieler lebt in Lausanne, wo auch die FIVB ihren Hauptsitz hat.

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Mit Sportinformationsdienst (SID)

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