Vettel: So kann die F1 "peinliches" Streckenposten-Problem lösen

Norman Fischer
·Lesedauer: 2 Min.

Das vergangene Rennen in Imola hat deutlich gezeigt, dass in der Formel 1 noch einige Sicherheitsprobleme existieren. Die Fahrer werden so gut es geht geschützt, doch in Imola durften Streckenposten die Unfallstelle von George Russell säubern, als Lance Stroll mit voller Geschwindigkeit um eine blinde Ecke kam und Glück hatte, keinen Streckenposten zu erwischen.

Das Problem ist dabei hausgemacht. Denn obwohl Safety-Car-Bedingungen herrschten und sich Arbeiter an der Unfallstelle auf der Strecke befanden, durfte Stroll völlig legal mit Renntempo um die Piste rauschen. Denn der Kanadier war überrundet und wurde vom Safety-Car vorbeigelassen, um wieder in der Führungsrunde zu sein und zum Feld aufzuschließen.

Und das machte Stroll natürlich so schnell wie möglich, weil er wieder den Anschluss schaffen wollte, bevor das Rennen wieder freigegeben wird. Noch vor einigen Jahren ließ man die Überrundeten einfach wo sie waren, doch um direkte Zweikämpfe nicht zu zerstören, wurde ihnen schließlich erlaubt, sich zurückzurunden, sobald sich alle Fahrer hinter dem Safety-Car versammelt haben.

Nun mag sich der ein oder andere fragen: Wäre es nicht einfacher, wenn man die Überrundeten ans Ende des Feldes fallen lassen würde und ihnen einfach virtuell eine Runde addiert? Genau das fragt sich nämlich auch Sebastian Vettel, hat aber auch gleich den Grund parat, wieso das nicht passiert.

Dabei geht es aber nicht darum, dass sie dann noch mehr Sprit oder eine Runde frischere Reifen im Vergleich zu ihrer direkten Konkurrenz hätten. "Der Grund, warum wir uns physisch zurückrunden, ist, weil wir keine Software entwickeln können, die uns einfach resettet", sagt er. "Darum müssen wir die Zusatzrunde fahren, was ziemlich peinlich klingt, aber der Wahrheit entspricht, glaube ich."

Ginge es nach dem Ferrari-Piloten, dann würde er versuchen, eine entsprechende Software zu entwickeln, damit sich überrundete Fahrzeuge nicht physisch zurückrunden müssen, sondern einfach eine Runde aufaddiert bekommen würden. "Das wäre die Lösung", so Vettel.

Das würde zumindest verhindern, dass Fahrer bei neutralisierter Strecke im Renntempo dem Feld hinterherjagen oder sogar verunfallen, wie schon in anderen Rennserien gesehen. "Das kann nicht sicher sein, wenn man unter Full-Course-Yellow losfährt und crasht."

"Zudem arbeiten Leute auf der Strecke und tun uns damit einen Gefallen, indem sie das Auto bergen und die Strecke säubern", sagt er. "Diese beiden Dinge stehen im Gegensatz zueinander, und wir sollten uns einfach auf die Lösung fokussieren, die nur mit der Software zusammenhängt. Und wenn man bedenkt, dass wir 2020 haben, sollte das doch machbar sein."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.