Vettel? "Da scheint einiges kaputt gegangen zu sein"

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Vettel? "Da scheint einiges kaputt gegangen zu sein"
Vettel? "Da scheint einiges kaputt gegangen zu sein"

Hallo Motorsport-Fans,

Rennen Nummer vier ist Geschichte (Alle Rennen der Formel 1 im LIVETICKER), aber mit der erhofften Antwort von Max Verstappen ist es nichts geworden. Erneut muss der Niederländer Lewis Hamilton zum Sieg gratulieren. Der Rückstand in der Fahrerwertung wächst damit weiter an. (Fahrerwertung der Formel 1)

Im Kampf um den WM-Titel also ein gewohntes Bild? Ja, aber in den einzelnen Rennen muss Rekordweltmeister Hamilton kämpfen wie schon lange nicht mehr, um die Siege einzufahren. Wenn Red Bull es schafft, die kleinen Fehler abzustellen, die ihnen aktuell im Weg stehen, steigt die Spannung nicht mehr nur auf der Strecke, sondern auch an der Spitze der WM-Wertung.

Mit dem Kampf um die Spitze in der Fahrerwertung hat Sebastian Vettel nichts zu tun. Der Heppenheimer kämpft immer noch mit sich und seinem neuen Auto. Dazu liegt er im teaminternen Duell mit Lance Stroll weit im Rückstand. Das sollte einem viermaligen Weltmeister so nicht passieren.

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Hier sind meine Tops und Flops des Großen Preis von Spanien!

TOPS

MERCEDES – Drei Siege in vier Rennen – die Dominanz ist vielleicht nicht mehr die alte, aber das Gesamtbild hat sich kaum verändert. Die Sterne-Ritter geben nach wie vor den Ton an und marschieren vorneweg. Innerhalb kürzester Zeit ist das bei den Testfahrten noch als schwammig aufgefallene Heck des Boliden kein Thema mehr. Wer in Barcelona gewinnt, kann das überall, heißt es seit Jahren. Kein gutes Signal für die Konkurrenz. Zudem treffen die Strategen rund um Motorsport-Schach-Großmeister James Vowles fast immer die richtigen Entscheidungen. In Kombination mit Lewis Hamilton, der das alles auf der Strecke nahezu perfekt umsetzt, eine nahezu unschlagbare Einheit auf Distanz. Dass Bottas mal kurz bockig war, und Hamilton ein bisschen eingebremst hat bei dessen Aufholjagd auf Verstappen – geschenkt! Der Finne ist der konstanteste Nummer 2–Fahrer und holt damit immer genug Punkte, damit Mercedes auch in der Konstrukteurswertung das Maß der Dinge bleibt.

FERRARI – Die Fortschritte sind unübersehbar. Nach dem Desaster 2020 hatten viele im Vorfeld die Roten als Graue Maus im Mittelfeld gesehen. Nach außen haben die Verantwortlichen der Scuderia 2021 schon früh in der Mitte des Vorjahres aufgegeben. Die Entwicklung eines komplett neuen Boliden für 2022 nach neuem technischem Reglement unter dem Aspekt des Abspeckens wegen der Budget-Deckelung sollte nicht gefährdet werden. Dafür läuft es in Barcelona erstaunlich rund für Leclerc und Sainz. Die Startplätze vier und sechs sind vielversprechend. Am Ende werden es vier und sieben im Rennen. Abgesehen von den beiden Top-Teams Mercedes und Red Bull, die für alle außer Reichweite liegen, ist Ferrari damit Best Of The Rest in Spanien.

Daniel RICCIARDO – Im Qualifying packte er Teamkollege Lando Norris schon mehrfach in die Hosentasche. Im Rennen hatte der Australier bis Barcelona aber immer das Nachsehen. Jetzt hat der Cover-Boy den Spieß umgedreht. Dabei war er der ständig Gejagte auf dem Circuit de Catalunya. Keine Chance, die Reifen zu schonen. Fast immer volle Attacke. Was sich bezahlt macht. Der Sunny-Boy von Down Under lernt viel darüber, inwieweit und wie lange man die Papaya-Orangen ausquetschen kann. Sergio Perez im überlegenen Red Bull konnte er 15 Runden hinter sich halten. Carlos Sainz Jr. kam nicht vorbei in seinem Ferrari. Ricciardo ist dank seiner Erfahrung und seines Know-Hows langsam der Fahrer, den McLaren haben wollte bei seiner Verpflichtung. Er kann das Team voranbrigen. Die Truppe um Andreas Seidl ist im Übrigen nach vier Läufen die Einzige, die immer mit beiden Autos in den Punkten war.

Sergio PEREZ – Ein eingeklemmter Nerv in der Schulter hat ihn das Qualifying gekostet. Startplatz acht ist undankbar in Barcelona. Dafür kassiert er gleich in der ersten Kurve Carlos Sainz, dann auf der Außenlinie Esteban Ocon im Alpine. Für das Knacken von Ricciardo benötigt er 15 Runden, denn der McLaren ist im Topspeed-Bereich um ein paar km/h schneller dank des Mercedes-Motors. Immerhin springt am Ende Platz fünf heraus. Er gewinnt zunehmend Vertrauen zu seinem neuen Arbeitsgerät und kann noch zu einem ganz wichtigen Joker für Red Bull werden. Davon bin ich überzeugt.

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SOLALA

RED BULL – Zu Beginn eines Rennwochenendes hört man ständig, der Red Bull sei schneller als der Mercedes. Im Rennen sieht die Welt dann anders aus. Verstappen gelingt wieder einmal ein fulminanter Start, er presst sich an Hamilton vorbei und liegt lange in Führung. Aber Hamilton hängt dem Niederländer wie eine Klette am Heck, ohne seine Reifen in der Dirty-Air überzustrapazieren. Spätestens am Ende des ersten Stints wird den Verantwortlichen klar, dass es ultra-schwer wird. Ein Missverständnis zwischen Renningenieur und Verstappen bringt den Führenden eine Runde zu früh zum ersten Boxenstopp, die Crew ist nicht bereit, macht aber das Beste aus der Situation und verliert nicht viel. Red Bull ist auf eine Einstopp-Strategie fixiert. Hochgerechnet wäre wohl auch kein Sieg rausgesprungen, wenn man den Boxenstopp von Hamilton sofort gecovert hätte. Es fehlen an mehreren Stellen noch die entscheidenden Kleinigkeiten, um Mercedes wirklich zu schlagen. Aber immerhin, Red Bull verschafft dem Kampf um Rennsiege Würze und Spannung.

FLOPS

ALPHATAURI – Die Performance-Kurve zeigt eindeutig nach unten. Es fehlt an Pace und Balance im AT02. Gerade zu Rennbeginn mit voller Tankladung tun sich Gasly und Tsunoda schwer, vor allem in den langsamen Passagen. Was für den kommenden Grand Prix in Monaco nichts Gutes erahnen lässt. Während McLaren und Ferrari sich signifikant weiterentwickelt haben, tritt AlphaTauri auf der Stelle. Und gerade in der Formel 1 ist Stagnation Rückschritt. Dass Pierry Gasly falsch in der Startbox parkt, ist zudem ein No-Go. Die unnötige Zeitstrafe, die er dafür kassiert, kostet Platz neun und damit einen WM-Punkt.

Sebastian VETTEL + ASTON MARTIN – Als viermaliger Weltmeister hat niemand Welpenschutz. Ja, die Testmöglichkeiten im neuen Auto waren sehr gering. Aber nach vier Läufen und den dazugehörigen Freien Trainings sollte der Heppenheimer nicht 1:3 nach Qualifyings und 0:5 nach Punkten gerechnet hinter Teamkollege Lance Stroll liegen. Vergeigt hat er sein Rennen bereits im Qualifying. Auf einer Strecke, auf der Überholen kaum möglich ist, bedeutet Startplatz 13 meist schon das Ende vor dem Anfang. Dem Team insgesamt merkt man an, dass mehr Geld nicht unbedingt glücklich macht. Mit engem Budget, immer auf Naht gestrickt, war Force India, später Racing Point, ein verschworener Haufen, dem es meist gelang, aus Wenig sehr viel zu machen. Da haben die Updates fast immer zu hundert Prozent gepasst und funktioniert. Mit der Übernahme durch Stroll Senior scheint im Binnenklima einiges kaputt gegangen zu sein. Der Kanadier ist ein Vertreter der Hire-and-Fire-Denkweise. Abliefern oder gehen ist sein Motto. Das Team hat an Charme verloren.

ALPINE – Stark die Qualifying-Vorstellung von Esteban Ocon mit Startplatz fünf. Im Rennen wird er aber durchgereicht, weil das Team stur an der festgelegten Einstopp-Strategie festhält. Die Reifen sind aber kaum im zweiten Stint über die Distanz zu bringen. Neben Ocon ist Räikkönen der Einzige, der bis zum Schluss dasselbe versucht. Ocon holt zwar Platz neun, ohne die Zeitstrafe für Gasly wäre es nur Rang zehn gewesen. Alonso muss auf P 10 liegend fünf Runden vor Schluss nochmal die Pneus wechseln lassen, weil er sonst liegen zu bleiben droht. Und damit war der Spanier raus aus den Punkterängen. Die Franzosen versenken ein mögliches Top-Rennen mit ihrem Strategiefehlgriff.

CIRCUIT DE CATALUNYA – Bei trockenem Wetter seit eh und je ein Ärgernis! Zu eng, aufgrund des Reifen mordenden Layouts rechts und links der Idealspur mit Gummiabriss übersät, bietet der Kurs kaum eine Möglichkeit zu überholen. Ohne DRS geht's nicht mal auf der Start- Zielgeraden so richtig. Ein Umbau an einigen Stellen, damit mehr Fluss reinkommt, wäre längst angesagt. So ist diese Piste nur was für diejenigen, die sich verteidigen müssen oder wollen. Aber kaum was für Angreifer. Über weite Strecken war das wieder einmal ein Prozessionsfahren. Ohne Strategie-Schach zwischen Red Bull und Mercedes ein Langweiler vor dem Herrn.

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PECHVOGEL DES RENNENS – Antonio GIOVINAZZI – Der Italiener will auf die frühe Safety-Car-Phase mit einem Boxenstopp reagieren. Zunächst läuft alles normal, dann erkennt der Reifenmann mit dem neuen Pneu vorne links, dass zu wenig Druck drauf ist. Das Ventil hatte den Geist aufgegeben, Druck war entwichen. Ein anderer Reifensatz musste aus der Garage geholt werden. Giovinazzi verliert über 30 Sekunden. Dazu leuchtet auf seinem Display noch die einzuhaltende Sektorenzeit auf, die es hinter dem Saftey-Car zu beachten gilt. Was zu diesem Zeitpunkt nicht mehr hätte sein dürfen. Alles in allem liegt Giovinazzi beim Restart noch über 10 Sekunden hinter dem Feld als Letzter. Mehr als Platz 15 ist für den Italiener nicht mehr drin. Die Pace für Punkte hätte er wohl gehabt.

Das Flair von Monaco. 2020 haben wir drauf verzichten müssen. In zwei Wochen ist es endlich wieder soweit. (Rennkalender der Formel 1 2021) Ich freue mich riesig auf den Klassiker!

Bis dahin PEDAL TO THE METAL

Ihr Peter Kohl.

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