Vierschanzentournee der Frauen "möglich"

Sportinformationsdienst
Sport1

Vierschanzentournee-Präsident Johann Pichler hat schon für die nahe Zukunft eine Tournee für Frauen in Aussicht gestellt.

"Alle vier Austragungsorte sind dem Frauen-Skispringen gegenüber positiv eingestellt. Wenn die Verbände mitziehen, ist es möglich, dass in zwei, drei Jahren die Frauen mit eingebaut werden", sagte Pichler am Montag in Bischofshofen.

Am 15. April wollen die Veranstalter in Innsbruck die Zukunft der Tournee besprechen. Dabei soll auch das geringe Preisgeld diskutiert werden. "20.000 Euro für den Gesamtsieger sind in der heutigen Zeit sicher nicht das Gelbe vom Ei", sagte Pichler.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige


Zum Vergleich: Bei der "Raw Air"-Serie in Norwegen gibt es bei den Männern 60.000 Euro für den Sieger, die Frauen kassieren dort mit 35.000 Euro fast das doppelte Preisgeld wie der Tournee-Gewinner.

Größte Herausforderung bei einer Frauen-Tournee wäre nach Ansicht von Pichler die Logistik etwa bei der Unterbringung der Athletinnen sowie der Nutzung der durch die Männer belegten Container.

"Es wird irrsinnig schwierig"

Zu dem Thema habe er bereits mit Bundestrainer Andreas Bauer gesprochen. "Für ihn wäre es kein Problem, wenn sie in Salzburg untergebracht würden. Eine Stunde Anreise zur Schanze würden sie in Kauf nehmen", sagte Pichler.

Auch der enge Tourneekalender könne Schwierigkeiten bringen. "Die Frauen wollen natürlich auch die vollen Stadien genießen. Einen Tag vor oder nach den Männern würden sie vor leeren Rängen springen. Das Programm ist derzeit relativ dicht. Es wird irrsinnig schwierig, ein Zeitfenster zu finden", sagte Pichler.


Prominente Skispringerinnen wie Sotschi-Olympiasiegerin Carina Vogt hatten zuletzt immer wieder eine Tournee für Frauen gefordert.

Es fehle ein Event, das "aus dem normalen Weltcup-Kalender herausragen würde", sagte die 27-Jährige Ende Dezember im Interview mit der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten: "Ich kann nicht nachvollziehen, warum das nicht passiert." Auch im Biathlon-Sport habe die positive Entwicklung bei Männern und Frauen schließlich parallel stattgefunden.

Lesen Sie auch