Villeneuve: Formel-1-Auftakt in Kanada am 14. Juni nicht realistisch

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Nach aktuellem Stand findet der Auftakt der Formel-1-Saison 2020 am 14. Juni in Montreal statt. Der Große Preis von Kanada ist das erste Rennen auf der Liste, nachdem zuvor wegen der Coronakrise bereits acht Grands Prix abgesagt oder verschoben wurden. Sollte sich der Plan ausgehen, wäre es in der Geschichte der Formel 1 das erste Mal, dass der Auftakt in Kanada stattfindet.

"Für Montreal wäre das ein großer Coup", erklärt Jacques Villeneuve, nach dessen Vater Gilles die Strecke benannt ist, gegenüber 'Le Journal de Montreal'. Der Weltmeister von 1997 glaubt allerdings nicht daran, dass es wirklich so kommen wird. "Es ist kaum vorstellbar, dass [der Grand Prix] am 14. Juni stattfinden wird", räumt er ein und erklärt: "Kanada liegt beim Virus zurück."

Was Villeneuve meint: In Kanada gibt es aktuell "nur" rund 4.000 bestätigte Coronafälle. Zum Vergleich: In Deutschland sind es bereits mehr als 45.000 Fälle, in den USA, die mittlerweile sogar China "überholt" haben, mehr als 85.000. Kanada steht also noch ganz am Anfang einer Epidemie, während diese in anderen Ländern bereits deutlich weiter fortgeschritten ist.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass sich auch das Ende der Epidemie nach hinten verschieben wird. Das macht es laut Villeneuve unwahrscheinlich, dass in Kanada wirklich im Juni ein Formel-1-Rennen stattfinden kann. "Die gute Nachricht ist, dass es verschoben werden könnte. Es ist weniger komplex als in Baku oder Monaco", erinnert er. Der Aufbau der Strecke geht in Montreal deutlich schneller.

Die Organisatoren selbst äußerten sich in dieser Woche zuversichtlicher als Villeneuve. Francois Dumontier sagte gegenüber 'motorsport.com': "Ich bin jeden Tag, mindestens aber jeden zweiten Tag, mit der Formel 1 in Kontakt. Außerdem spreche ich regelmäßig mit den lokalen Behörden, der Stadt und der Regierung. Stand jetzt findet das Rennen wie geplant am 14. Juni statt. Wir sind optimistisch, aber auch realistisch."

Villeneuve selbst befindet sich aktuell übrigens nicht in Kanada sondern in seiner Wahlheimat Italien, das von der Coronakrise in Europa mit mehr als 80.000 bestätigten Fällen am heftigsten getroffen wurde. "Wir müssen zuhause bleiben und halten uns an die Regeln", so Villeneuve im Hinblick auf die aktuelle Ausgangssperre in Italien.

Mit Bildmaterial von LAT.

Lesen Sie auch