VLN-Konzept zu Geisterrennen: Zahlreiche Fragen bleiben offen

Markus Lüttgens
motorsport.com

Das Fahrerlager wird zur Boxengasse umgewandelt, Zuschauer werden nicht zugelassen, Team-Mitglieder müssen strenge Hygienemaßnahmen einhalten: Mit einem umfangreichen Maßnahmenpaket will die VLN sicherstellen, dass die Nürburgring-Langstrecken-Serie am 27. Juni in die Saison 2020 starten kann.

Das Konzept der Veranstalter, welches von Medizinern befürwortet wird, soll am heutigen Dienstag der VLN-Teamvereinigung ILN (Interessengemeinschaft Langstreckenrennen Nürburgring) vorgestellt werden. Das berichtet das Magazin 'PITWALK' in seinem Blog. Das letzte Wort hat dann der Landkreis Ahrweiler, welcher die Veranstaltung genehmigen muss.

Während hinsichtlich des Rennbetriebs auf der Nordschleife die wichtigsten Fragen geregelt sind, gibt es rund um die Durchführung der Veranstaltung laut 'PITWALK' noch einige Punkte, die im Konzept der VLN nicht aufgeführt sind.

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Was passiert mit dem Testtag am Freitag?

So ist unter anderem offen, ob es am Freitag vor dem Rennen die obligatorischen Test- und Einstellfahrten auf der Nordschleife geben wird. Diese werden von den Teams in erster Linie für Renntaxifahrten und damit als Einnahmequelle genutzt. Diese sind in Zeiten der COVID-19-Pandemie jedoch nicht durchführbar.

Durch einen Wegfall das Freitagsprogramms könnten die Teams Reisekosten sparen, welche im Gegenzug durch die Hygienebestimmungen deutlich teurer werden. Denn bei der Anreise darf jeder Pkw mit nur zwei Personen besetzt werden: ein Fahrer und einer rechts im Fond, und höchstens einer pro Sitzreihe in einem Van. Zudem dürfen die Mechaniker nicht mehr in Doppelzimmmern untergebracht werden, sodass 60 Prozent mehr Hotelzimmer gebucht werden müssen.

Eine weitere Einnahmequelle in Form der VIP-Logen bricht für die Teams ebenfalls weg. Und das selbst dann, wenn irgendwann wieder Zuschauer zugelassen werden. Legt man die aktuellen Abstandsregeln und die Größe der Logen zu Grunde, dürften sich dort maximal sieben Personen zeitgleich aufhalten.

Ab August wieder mit Zuschauern?

Auch hinter der Verpflegung der Teams steht ein Fragezeichen. Catering pro Team ist nicht zugelassen. Die Ausrichter der europaweiten GT3-Serie, die Stephane-Ratel-Organisation (SRO), wird deswegen bei ihrer Adaption des neuen Coronakalenders einen Caterer für alle Teams einsetzen. Das birgt Risiken: Bei der Rallye Dakar kommt es - ebenfalls bei Zentralversorgung im Biwak - immer wieder vor, dass eine einzige verdorbene Zutat zu massenhaftem Durchfall und Magenleiden führt.

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Ab August könnten - einen weiter positiven Verlauf der Pandemie vorausgesetzt - auch wieder Zuschauer an der Rennstrecke zugelassen werden. Dazu soll auf den Tribünen nur jeder vierte Sitzplatz verkauft werden; in den offenen Zuschauerbereichen rund um die Nordschleife soll der Zugang mengenmäßig begrenzt werden.

Dazu sollen wie jetzt schon in Restaurants oder vor Supermarktkassen Planquadrate abgeklebt und Bereiche gesteckt werden, in denen sich ein Gruppe aus maximal zwei Haushalten gemeinsam aufhalten darf - mit mindesten zwei Metern Abstand zum nächsten Bereich.

Mit Bildmaterial von VLN.

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