Vogel-Horror bei der WM

Vogel-Horror bei der WM
Vogel-Horror bei der WM

Hollywood-Legende Alfred Hitchcock verängstigte einst Millionen Film-Fans mit seinem Horror-Klassiker „Die Vögel“. Und dass die Furcht vor gefiedertem Kleintieren nicht immer unbegründet ist, spüren gerade die Radstars bei der Straßen-WM in Australien.

Bei der Vorbereitung auf die am Sonntag gestarteten Wettbewerbe in Wollongong in der Nähe von Sydney gab es gefährliche Attacken aus der Luft - von Elstern.

Vogel-Attacke bei WM: „Es war beängstigend“

Der belgische Vuelta-Sieger Remco Evenepoel - am Samstag Dritter im Einzelzeitfahren hinter dem norwegischen Überraschungssieger Tobias Foss - berichtete nach seinem ersten Training: „Ein Vogel von respektabler Größe ist mir plötzlich nahe gekommen und hat nicht aufgehört, mich zu verfolgen. Es war beängstigend.“

Auch der zweitplatzierte Schweizer Stefan Küng meldete vor dem Rennen in einem von Weltverband UCI veröffentlichten Video: „Einer von unseren Jungs ist von einer Elster attackiert worden.“ Ein Zufall sind die beiden Vorkommnisse nicht: In Australien ist die so genannte „swooping season“ (Sturzflug-Saison) ein bekanntes Phänomen.

In der Zeit, in der die Australischen Elstern (eigentlich: Flötenkrähenstare / Gymnorhina tibicen - den europäischen Elstern aber optisch ähnlich) ihre Jungen großziehen, wehren die Vögel sich aggressiv sich gegen Menschen, die sie als Bedrohung empfinden. Betroffen sind Fußgänger, Jogger und besonders Radfahrer, weil diese mit ihrem Tempo auf die Nestbeschützer besonders aggressiv wirken.

Elster-Sturzflug sorgte auch schon für einen Todesfall

Küng klingt in seinem Clip zwar eher amüsiert über die unheimliche Elster-Begegnung, zu spaßen ist mit dem Thema aber eigentlich nicht: Die „swoopenden“ Elstern haben teils schon gefährliche Verletzungen und auch einen Todesfall verursacht. Im Jahr 2019 kam ein 76 Jahre alter Rentner in Wollongong ums Leben, als er auf seinem Rad einer Elster auswich und dabei gegen einen Mast prallte.

Gerade auch wegen dieser Vorgeschichte ist die Elster-Gefahr rund um die WM in den australischen Medien ein größeres Thema. Beim Radiosender Wave FM mahnte der Tierarzt Paul Parland auch die Fans vor Ort, sich langsam zu bewegen, um sich nicht in Gefahr zu begeben.

Für die Rad-Stars ist das keine Option, ebenso wenig die Strategien, die die Amateur-Radler in Wollongong und Umgebung gegen das Problem entwickelt haben: Helme mit Spiegeln, Spikes oder Antennen, um die tierischen Angreifer zu verwirren und abzuwehren. „Das ist leider nicht sehr aerodynamisch“, sagt Küng in Bezug auf diese Mittel.

Der Amateur-Radler Thomas Walker, selbst wegen der Elstern schon in eine lebensgefährliche Situation geraten, hält in einem Gespräch mit der Nachrichten-Agentur AFP fest, dass er für seine Profi-Kollegen wenig Handhabe sieht: „Ich bin sicher, die Organisatoren sind sich des Problems bewusst. Aber am Ende kann man nicht viel tun.“