Vortest 24h Daytona 2020: Mazda-Bestzeit und enges GTLM-Duell

Mario Fritzsche

Auf der Rundkurs-Oval-Kombination des Daytona International Speedway steigt am 25./26. Januar die 2020er-Auflage des 24-Stunden-Rennens von Daytona. Auch in diesem Jahr markiert das Rennen wieder den Saisonauftakt der IMSA SportsCar Championship.

In Vorbereitung auf das Rennen ging Ende dieser Woche zunächst der als "Roar before the 24" bekannte, dreitägige Vortest über die Bühne. 40 Autos waren gemeldet, wobei sich diese auf die vier Klassen verteilten: Acht DPi-, sieben LMP2-, sieben GTLM- und 18 GTD-Fahrzeuge.

Bildergalerie: "Roar before the 24" in Daytona

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Absolviert wurden am Freitag, Samstag und Sonntag insgesamt sieben Testsessions sowie ein zweigeteiltes "Qualifying". Letztgenanntes entschied freilich noch nicht über die Startaufstellung für das Rennen, sondern lediglich über das Vorrecht für die Zuweisung der Boxenplätze im Rennen.

Mazda wie im Vorjahr Spitze

Die schnellste Runde der Testwoche sicherte sich die Besetzung des Mazda DPi mit der Startnummer 77 von Joest Racing. Oliver Jarvis, Tristan Nunez und Olivier Pla fahren dieses Auto, wobei Pla es war, der im "Qualifying" am Sonntag die Roar-Bestzeit erzielte. Er umrundete den 5,73 Kilometer langen Infield-Kurs inklusive der Steilkurven des Ovals in 1:33.324 Minuten.

Weil die Bestzeit im "Qualifying" gefahren wurde, geht somit auch das Vorrecht für den bevorzugten Boxenplatz an die Crew des #77 Joest-Mazda. Zum Vergleich: Die Roar-Bestzeit 2019 war vor genau einem Jahr mit 1:33.398 Minuten von Oliver Jarvis ebenfalls im #77 Joest-Mazda gefahren worden.

Im Rennen 2019 hatte dann aber der schwarze Cadillac von Wayne Taylor Racing mit der damaligen Besetzung Alonso/Kobayashi/Taylor/van der Zande die Nase vorn gehabt. In diesem Jahr haben Kamui Kobayashi und Renger van der Zande zwei neue Kollegen mit sich im Auto sitzen: Scott Dixon und Ryan Briscoe.

Mazda-Jäger: Acura vor Cadillac

Die Mazda-Verfolger beim Vortest wurden allerdings nicht von Cadillac angeführt. Stattdessen waren es die beiden Acura des Penske-Teams, die sich am Sonntag in Szene setzten. In der vorletzten Session übernahmen sie nach zweitägiger Mazda-Dominanz das Kommando.

Cadillac und Acura jagen Mazda, wobei Acura letztlich vor Cadillac lag

Cadillac und Acura jagen Mazda, wobei Acura letztlich vor Cadillac lag <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Cadillac und Acura jagen Mazda, wobei Acura letztlich vor Cadillac lag Motorsport Images

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Im "Qualifying" aber mussten sich dann doch wieder beide Penske-Acura (Taylor/Castroneves/Rossi und Cameron/Pagenaud/Montoya) um gut 0,2 Sekunden dem Tempo des schnelleren der beiden Joest-Mazda beugen.

Der schnellste Cadillac beim diesjährigen "Roar before the 24" war jener mit der Startnummer 31 von Action Express Racing, gefahren von Felipe Nasr, Pipo Derani, Filipe Albuquerque und Mike Conway. Dieser rote Cadillac ist in diesem Jahr das einzige Auto des Teams.

Der Betrieb des zweiten Action-Express-Cadillac wurde über den Winter eingestellt. Trotzdem ist der graue #5 Cadillac weiterhin mit von der Partie. Er wird jetzt von JDC/Miller Motorsports eingesetzt und von Sebastien Bourdais, Loic Duval, Tristan Vautier und Joao Barbosa gefahren.

In der LMP2-Klasse, die im Vergleich zu 2019 einen deutlichen Zuwachs erfahren hat, gab DragonSpeed das Tempo vor. Ben Hanley markierte im #81 Oreca, den er sich mit Adrian Neweys Sohn Harrison Newey sowie mit Henrik Hedman und Colin Braun teilt, die Bestzeit (1:35.140 Minuten).

Im "Qualifying" allerdings hatte DragonSpeed der Truppe von PR1 den Vortritt lassen müssen. Ben Keating sicherte für sich und seine Kollegen Simon Trummer, Nick Boulle und Gabriel Aubry das Vorrecht für die Wahl des Boxenplatzes.

GTLM: Ferrari denkbar knapp vor Porsche - Debüt für neue Corvette

Im Gegensatz zur LMP2- ist die GTLM-Klasse der IMSA im Vergleich zu 2019 geschrumpft. Grund ist der winterliche Ausstieg von Ford. Das aktuelle Klassenfeld mit sieben Autos wird von vier Herstellern gestellt: BMW, Chevrolet und Porsche (je zwei Autos) sowie Ferrari (ein Auto).

In der GTLM behauptete sich der Risi-Ferrari um 0,001 Sekunden vor Porsche

In der GTLM behauptete sich der Risi-Ferrari um 0,001 Sekunden vor Porsche <span class="copyright">Motorsport Images</span>
In der GTLM behauptete sich der Risi-Ferrari um 0,001 Sekunden vor Porsche Motorsport Images

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Und die Bestzeit ließ sich prompt der von Risi Competizione eingesetzte Ferrari gutschreiben. James Calado, der ihn mit Daniel Serra fährt, markierte in der "Qualifying"-Session eine Rundenzeit von 1:42.685 Minuten. Damit ließ er den schnellsten Porsche (Startnummer 911 von Campbell/Tandy/Makowiecki) denkbar knapp hinter sich. Nick Tandy fehlte die Winzigkeit von 0,001 Sekunden!

Chevrolet erwies sich beim ersten Auftritt der brandneuen Corvette C8.R mit Mittelmotor auf Anhieb konkurrenzfähig. Tommy Milner fuhr die graue #4 Corvette (Gavin/Milner/Fässler) auf P3 und damit vor beide BMW sowie vor den zweiten Porsche und auch die zweite Corvette, die unter anderem vom letztjährigen Daytona-Gesamtsieger Jordan Taylor gesteuert wird.

Die brandneue Corvette C8.R mit Mittelmotor konnte auf Anhieb mithalten

Die brandneue Corvette C8.R mit Mittelmotor konnte auf Anhieb mithalten <span class="copyright">Art Fleischmann</span>
Die brandneue Corvette C8.R mit Mittelmotor konnte auf Anhieb mithalten Art Fleischmann

Art Fleischmann

GTD: Vier Lamborghini vom "Qualifying" ausgeschlossen

In der GTD-Klasse wurde die Zeitenliste in der Kombination aller Roar-Sessions angeführt vom

Paul-Miller-Lamborghini (Snow/Sellers/Lewis/Caldarelli), gefolgt vom Pfaff-Porsche (Olsen/Robichon/Kern/Pilet) und vom Heinricher-Acura (Parente/Goikhberg/Hindman/Allmendinger).

In der "Qualifying"-Session aber ging die schnellste Runde und damit das Vorrecht für den Boxenplatz an den #12 Vasser/Sullivan-Lexus. Dieser wird unter anderem von Supercars-Star Shane van Gisbergen gefahren. Derweil überzeugte Kyle Busch im Schwesterauto mit der Startnummer 14. Bei seinem Debüt am Lenkrad eines GT-Autos fuhr der amtierende NASCAR-Champion auf Anhieb konkurrenzfähige Rundenzeiten und brachte direkt Vorschläge zur Verbesserung der Abstimmung ein.

Als einziger Lambo unbestraft und Schnellster: Der Huracan von Paul Miller Racing

Als einziger Lambo unbestraft und Schnellster: Der Huracan von Paul Miller Racing <span class="copyright">Motorsport Images</span>
Als einziger Lambo unbestraft und Schnellster: Der Huracan von Paul Miller Racing Motorsport Images

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Im Gegensatz zu DPi und GTLM fand das "Qualifying" für GTD (und LMP2) bereits am Samstag statt. Im Nachgang dazu wurden jedoch vier von fünf Lamborghini Huracan die Zeiten gestrichen, weshalb sie beim Rennen in drei Wochen mit den übrig gebliebenen Boxenplätzen vorliebnehmen müssen.

Grund für den Wertungsausschluss im "Qualifying" war jeweils eine nicht regelkonforme Getriebeübersetzung. Ganz vorn waren die betroffenen Autos von Grasser Racing (zwei), Magnus Racing und Precision Performance Motorsports aber ohnehin nicht zu finden gewesen. Der Lambo von Paul Miller Racing, der am Sonntag mit 1:45.322 Minuten die Klassenbestzeit markierte, ist der einzige nicht von der Bestrafung betroffene.

Das echte Qualifying zur Ermittlung der Startplätze für das Rennen steigt in knapp drei Wochen, am Donnerstag, den 23. Januar. Der Rennstart zu den 24 Stunden von Daytona 2020 erfolgt dann am Samstag, 25. Januar, um 13:35 Uhr Ortszeit. In MEZ umgerechnet entspricht dieser einer Startzeit von 19:35 Uhr. Ins Ziel geht es somit am Sonntag, 26. Januar, um die gleiche Zeit.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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