Das wünscht sich Hörmann für seinen Nachfolger

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Das wünscht sich Hörmann für seinen Nachfolger
Das wünscht sich Hörmann für seinen Nachfolger

Alfons Hörmann, scheidender Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), wünscht sich für seinen Nachfolger eine „möglichst breite Zustimmung. Ein knappes Wahlergebnis wäre das Schlechteste, was dem Sport in diesen Zeiten mit den großen Herausforderungen passieren könnte“, sagte der 61-Jährige im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstagausgabe).

Hörmann legt sein Amt nieder, nachdem durch einen anonymen Brief Zweifel an seiner Führung aufgekommen waren. Bei der DOSB-Mitgliederversammlung am 4. Dezember in Weimar steht die Neuwahl an. "Es wäre wichtig, eine Person zu finden, die möglichst neutral und völlig frei von eigenen Interessen agieren kann", sagte Hörmann.

Denn die Frage der geschlossenen Unterstützung werde "auch entscheidend für eine erfolgreiche Wiederwahl in einem Jahr sein. Dafür muss mein Nachfolger oder meine Nachfolgerin in maximaler Geschwindigkeit und Professionalität Kontakt zur Basis aufnehmen."

Hörmann „nicht frei von Fehlern“

Die Vorgänge der vergangenen Monate seien für ihn "nur schwer zu verstehen", sagte Hörmann. Das gesamte Führungsteam sei "diskreditiert" worden. "Es entstand teilweise der Eindruck, es säßen in der DOSB-Zentrale in Frankfurt nur Unfähige, die dem Sport eher schaden als nutzen. Wir tragen mit Präsidium und Vorstand gemeinsam die Verantwortung, und da kann ich mit voller Überzeugung sagen: Das hat mein Team nicht verdient."

Dass die vom DOSB beauftragte inhäusige Kulturanalyse einer Unternehmensberatung die Kritik an der Führungskultur in der Dachorganisation des deutschen bislang nicht bestätigen konnte, bewertet Hörmann positiv. "Laut Zwischenbericht gibt es keinen Beleg für eine 'Kultur der Angst'. In 159 Einzelinterviews und 1272 Einzelbewertungen wurde ein einziges Mal diese Begrifflichkeit erwähnt", so Hörmann: "Das mag ein Mal zu viel sein, aber es zeigt klar, dass der pauschale Vorwurf nicht haltbar ist."

Er sei "natürlich auch nicht frei von Fehlern", sagte Hörmann rückblickend, "und ich weiß, dass meine Art, mit offenem Visier und geradeheraus zu formulieren, von vielen als wohltuend empfunden wird, andere damit aber auch weniger gut zurechtkommen."

Offiziell gibt es noch keinen Kandidaten für die Hörmann-Nachfolge. Zuletzt hatten 14 Spitzenverbände ihre Unterstützung für Tischtennis-Funktionär Thomas Weikert öffentlich gemacht. Nach Informationen der Sportschau will auch Stefan Klett, Präsident des Landessportbundes Nordrhein-Westfalen, antreten.

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