"Für die Fans!" Plötzliche Wende bei Sancho?

Patrick Berger
·Lesedauer: 4 Min.

Es bleibt dabei: Wenn Jadon Sancho trifft, geht der BVB zumindest nicht als Verlierer vom Platz. Beim 4:0-Sieg im Derby auf Schalke erzielte der 20-jährige Engländer sein 35. Bundesliga-Tor - so jung war bei Erreichen dieser Marke im Übrigen bislang noch kein Spieler.

24 Siege und sechs Remis sprangen nach Sancho-Treffern für die Dortmunder raus - keine schlechte Bilanz! Am TV-Mikrofon von ESPN jubelte Sancho: "Ich weiß, was das Derby für die Fans bedeutet. Ich durfte es schließlich schon ein paar Mal spielen. Wir wussten, dass wir hier auch für die Fans gewinnen müssen. Wir hoffen, dass wir sie vor den TV-Geräten glücklich machen konnten." (Tabelle der Bundesliga)

Sancho sorgt für Diskussionsstoff

Nach dem Derbysieg sorgte Sancho mal wieder für reichlich Diskussionsstoff. Zunächst hatte der Nationalspieler seinen Treffer zum zwischenzeitlichen 1:0 nämlich bejubelt, indem er sich immer wieder auf die Brust und das BVB-Wappen schlug.

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Nach dem Spiel postete der Dribbelkünstler zudem ein Foto auf Instagram von sich im BVB-Trikot - jubelnd, den Mund weit aufgerissen, am linken Arm die weiße Kapitänsbinde, mit der rechten Hand schlägt er sich auf das Klub-Wappen. "Für die Fans", schrieb Sancho dazu.

Der Wappen-Jubel gibt den BVB-Anhängern Hoffnung, dass ihr Ausnahmetalent vielleicht doch über den Sommer hinaus bleibt. Bei der Borussia hat der Flügelflitzer schließlich noch einen bis 2023 laufenden Vertrag.

BVB rechnet mit Sancho-Abgang

Die BVB-Bosse rechnen allerdings nach SPORT1-Informationen weiterhin fest mit einem Sommer-Abgang des Shooting-Stars. Neben Manchester United soll auch der FC Chelsea interessiert sein.

"Er hat maßgeblichen Anteil an diesem Sieg", schwärmte Trainer Edin Terzic: "Die Flanke von Jadon auf Erling zum zweiten Tor ist herausragend."

Auch Klub-Boss Hans-Joachim Watzke lobte Sancho im Gespräch mit SPORT1: "Jadon macht das zurzeit richtig gut, er ist wieder da. Das war aber auch nur eine Frage der Zeit." Sancho zeige, meint Watzke, welch unglaubliche Qualität in ihm stecke. "Wir sind sehr froh, dass er bei uns spielt."

Die Frage ist: Wie lange noch?

Sancho: Wechselgerüchte zogen sich über den ganzen Sommer

Vor der Saison stand Sancho vor einem Wechsel in die Heimat zu ManUnited. Der Deal zerschlug sich zwar, das Thema zog sich allerdings über den ganzen Sommer hinweg. "Der ganze Transferdruck im Sommer hat ihn schon beeindruckt", meinte auch Watzke.

"Du kannst als Verein in so einer Situation zwei Dinge machen: Einerseits auf den Spieler draufgehen und deutlich werden, oder ihm gegenüber positiv gestimmt sein und ihm Mut zusprechen. Letzteres hat Edin gemacht. Er hat viel mit ihm gesprochen."

Scheint gefruchtet zu haben. Denn Sancho ist zurück – und wie! In elf Pflichtspiel-Einsätzen im Kalenderjahr 2021 kommt er auf sechs Tore und sieben Assists.

"Es war klar, dass Jadon das Fußballspielen nicht verlernt hat", sagte Terzic, der Sancho mittlerweile auf dem linken Flügel spielen lässt. "Mit Raphael Guerreiro hat er da einen kongenialen Partner hinter sich, mit dem er sehr gut kombinieren kann", ergänzt der Trainer.

Sancho sei ein hochtalentierter Spieler. "Wir sind auch sehr verwöhnt", findet der Coach, "wenn man ihn auf dem Platz sieht. Das war keine leichte Phase für ihn. Wir sind da gemeinsam mit ihm durchgegangen, haben sehr viel mit ihm gesprochen, individuell mit ihm gearbeitet."

Kapitänsbinde scheint Sancho zu beflügeln

Auffällig: Zum wiederholten Mal schnappte sich Sancho nach der Auswechslung von Marco Reus die Kapitänsbinde, anstatt diese Vize-Kapitän Mats Hummels zu überlassen.

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Das weiße Stück Stoff am Arm scheint ihn zusätzlich zu beflügeln. (Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

Seit Wochen zerreißt sich Sancho auf dem Rasen. Von den lustlosen Auftritten aus den tristen November- und Dezember-Tagen ist nichts mehr zu sehen. Sancho dribbelt nicht nur schön und schießt Tore, mittlerweile arbeitet er auch eifrig gegen den Ball. Nicht nur bei den Fans, auch in der Kabine kommt Sanchos neue Einstellung gut an.

Terzic abschließend: "Er ist wieder zurück bei alter Stärke. Um unsere Ziele zu erreichen, brauchen wir Jadon in Topform!"