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Unsäglich! Was mich tatsächlich sprachlos macht

·Lesedauer: 3 Min.
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Unsäglich! Was mich tatsächlich sprachlos macht
Unsäglich! Was mich tatsächlich sprachlos macht

Liebe Fußball-Fans,

am Ende eines Turniers bin ich immer ein wenig wehmütig; so auch in diesem Jahr. Die EM ist vorbei und wir haben tolle Spiele gesehen.

Das letzte hat uns den krönenden Sieger beschert: Italien ist Europameister und Roberto Mancini der Vater der Nation. Sein Verdienst war, aus einem zerbrochenen Haufen, der sich 2018 nicht einmal für die WM qualifizieren konnte, ein echtes Team zu formen - ein Team, das nun verdient ganz oben steht und durch unfassbaren Zusammenhalt aufgefallen ist.

"Ich hatte kein gutes Gefühl"

Während Italien also jubilieren darf, schwimmt England im Tal der Tränen. Diese junge wilde Truppe hatte sich das Finale ebenso verdient und geht nun leer aus, ausgerechnet durch ein Elfmeterschießen, das noch nie ihre Stärke war. (EM 2021, Finale: Italien - England zum Nachlesen im TICKER)

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Dass Gareth Southgate dabei die drei Youngster Marcus Rashford, Jadon Sancho und Bukayo Saka schießen ließ, war ein großes Wagnis - ich werfe es ihm dennoch nicht vor. Er wusste, was er tat, hatte in den Wochen zuvor viele Elfmeter trainieren lassen. Die drei Genannten hatten sich als gute Schützen hervorgetan - am Ende mussten trotzdem alle scheitern.

Um ehrlich zu sein und ohne im Kopf von Southgate zu stecken: Ich hatte kein gutes Gefühl, als er Sancho und Rashford in der 120. Minute für das Elferschießen einwechselte. Da war Angst in ihren Gesichtern, ich habe es gesehen.

Man muss dafür geboren sein, einen Elfmeter direkt zu verwandeln, nachdem man gerade ins Spiel gekommen ist. Mario Basler? Ja, ohne Frage: Der hätte das Ding einfach reingehauen, ohne mit der Wimper zu zucken. Aber Rashford und Sancho? Nein, es musste schiefgehen.

Dennoch bleibe ich dabei und mache Southgate keine Vorwürfe. Er wird die Jungs sicher gefragt haben und nahm die Schuld nach der Partie ungeteilt auf sich. Für mich ist Southgate noch der klassische Engländer, der die alte Gentleman-Schule verkörpert.

Leider hat er durch die erneute Niederlage im Elfmeterschießen sein Trauma von 1996 nicht überwinden können, für ihn persönlich ist es eine Katastrophe - England kann trotzdem froh sein, einen solchen Gentleman als Trainer zu haben.

Wer hingegen überhaupt nicht Gentleman-like ist, sind diese englischen Fans. Was die sich gegenüber den tragischen Elfmeter-Fehlschützen erlaubt haben, ist unsäglich und macht mich tatsächlich sprachlos. Es sind Schwachmaten, die weder im Fußball noch irgendwo sonst etwas verloren haben.

"England hat nach wie vor ein Rassismus-Problem"

Die Erkenntnis daraus: England hat nach wie vor ein Rassismus-Problem, trotz all der Kampagnen, die offenbar keine Früchte tragen.

Was jetzt folgt, beobachte ich mit großer Spannung. Die Frage ist: Wie entwickelt sich diese englische Mannschaft weiter? Kann sie sogar an der schmerzhaften Niederlage wachsen? Für mich ist England ohne Zweifel die spannendste Nation, besonders im Hinblick auf die WM in Katar, wo wieder alles möglich ist. Im Team stecken so viele junge talentierte Spieler, ich bin sicher, es wird wieder einen englischen Anlauf auf den Titel geben.

Italien hingegen ist bereits am Ziel und hat eine Mannschaft geformt, die einen Titel gewinnen kann. Wie es weitergeht und ob weitere Trophäen möglich sind, ist davon abhängig, ob alte Schlachtrösser wie Leonardo Bonucci oder Giorgio Chiellini bis zum kommenden Jahr auf ihrem Niveau bleiben. Wenn ja, ist erneut alles drin.

Bis zum nächsten Mal

Euer Markus Babbel

Markus Babbel ist Europameister von 1996. Für die deutsche Nationalmannschaft absolvierte der Verteidiger 51 Länderspiele und erzielte ein Tor. Mit dem FC Bayern wurde er dreimal Deutscher Meister (1997, 1999, 2000), zweimal DFB- (1998, 2000) und einmal UEFA-Pokalsieger (1996). Die "Schale" holte er ebenfalls mit dem VfB Stuttgart (2007) - beim FC Liverpool sprang 2001 sein zweiter UEFA-Pokalsieg heraus. Während der EM schreibt Babbel Kolumnen für SPORT1 über die Nationalmannschaft und Bundestrainer Joachim Löw.

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