Warum Du wahrscheinlich noch nie ein "richtiges" Raclette gemacht hast

Antonie Hänel
·Freie Autorin
·Lesedauer: 1 Min.

Das Pfännchen mit allerlei Zutaten befüllen, den gekauften Käse drüber, rein in das Raclette-Gerät und fertig! Manch einer wähnt sich bei dieser Silvester-Tradition im siebten Schweizer-Raclette-Himmel – dabei hat die relativ wenig zu tun mit dem ursprünglichen Raclette.

Nein, das ist kein Raclette im klassischen Sinne. (Bild: Getty)
Nein, das ist kein Raclette im original-traditionellen Sinne. (Bild: Getty)

Der Fehler beginnt schon beim Käse. Raclette-Käse ist kein geschützter Begriff – wer das Original kosten möchte, sollte Walliser Raclette kaufen. Und auch wenn er hierzulande meist in Scheiben verkauft wird, machen wir es uns damit zu leicht. Der Käse muss eigentlich im Laib gekauft werden.

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Das ist theoretisch wichtig, denn in der ursprünglichen Zubereitungsform wird der Käselaib mit der Schnittfläche an einem offenen Feuer geschmolzen. Dabei entstehen zusätzliche Raucharomen, die unter der Heizspirale des Raclette-Gerätes gar nicht aufkommen können.

Schmelzender Raclette-Käse auf einem französischen Markt. (Bild: Getty)
Schmelzender Raclette-Käse auf einem französischen Markt. (Bild: Getty)

Der schmelzende Käse wird anschließend mit einem Messer über den Zutaten abgeschabt - “racler” bedeutet übrigens “abkratzen”.

Womit wir allerdings schon beim nächsten Problem wäre: die Zutaten. Während man sich in Deutschland alles in das Pfännchen knallt, was einem schmeckt, sieht das Grundrezept vor allem Pellkartoffeln, Essiggurken und eingelegte Zwiebeln vor.

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So viel zum Original. Aber diese Informationen nur, damit ihr heute Abend vor der Familie ein bisschen angeben könnt – sein Raclette-Pfännchen befüllen darf natürlich jeder weiterhin wie er mag. Das ist ja das Schöne am Raclette.

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