Warum ein TK-Pizza-Hersteller dazu aufruft, weniger TK-Pizza zu essen

Antonie HänelFreie Autorin
Yahoo Style Deutschland

Ein Hersteller von Tiefkühlpizza ruft in einem Clip dazu auf, das eigene Produkt zu boykottieren. Aus nachvollziehbaren - und guten - Gründen.

Tiefkühlpizza war während der Krise extrem beliebt. (Bild: Getty Images)
Tiefkühlpizza war während der Krise extrem beliebt. (Bild: Getty Images)

Solidarische Geste oder cleverer Marketing-Schachzug? Der Hersteller der Tiefkühlpizza “Gustavo Gusto”, die nach eigener Aussage für “TK-Pizza in Restaurantqualität” steht, ruft in einem neuen Werbeclip dazu auf, in “der nächsten Zeit” auf sein Produkt zu verzichten und stattdessen die Restaurants zu unterstützen.

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Hintergrund ist natürlich die Corona-Krise, die die Gastronomie wirtschaftlich besonders hart trifft. “Denn jetzt brauchen eure Lieblingspizzeria, das Wirtshaus, der Burgerschuppen, die Sushi-Bar, die Frittenschmiede oder die Buddha-Bulgur-Bowl-Bude erstmal eure vollmundige Unterstützung”, heißt es wortwörtlich in dem Spot.

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Umsatzrückgang von mindestens 55 Prozent erwartet

Und es stimmt: Auch nachdem die zweimonatige Zwangspause beendet wurde, klagen acht von zehn Gastronomen laut einer Umfrage der Dehoga, dass ein wirtschaftliches Handeln unter den derzeitigen Auflagen nicht möglich sei. Für 2020 erwarten die Betriebe einen Umsatzrückgang von mindestens 55 Prozent.

Im Gespräch mit “Watson” erklärt der Marketing-Chef von “Gustavo Gusto”, dass sich die Firma aus eigener Erfahrung vorstellen kann, wie es den Gastronomen derzeit geht: “Wir hatten selbst jahrelang eine Pizzerien-Kette. Daher können wir gut nachvollziehen, wie es den Lokalen vielerorts gehen muss.”

Zudem habe die Marke von der Pandemie bisher profitiert. Man komme bei der gestiegenen Nachfrage kaum nach. “Gustavo Gusto” versteht das Video von daher als “ein schönes Zeichen. Wenn ein Tiefkühlpizzahersteller sagt: 'Esst lieber draußen', dann ist das schon eine Botschaft.”

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Dass sich der Spot auch positiv auf die eigene Marke auswirken könnte, ist natürlich auch nicht ausgeschlossen oder unerwünscht. Von daher kann man den Clip wohl getrost als solidarische Geste und cleveren Schachzug einordnen.

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