Warum einige Frauen auf Instagram lieber Männer sein wollen

Antonia WallnerFreie Autorin

Auf Facebook und Instagram wird komplette Nacktheit in jeglicher Form strikt verbannt – egal ob es ein Kunstwerk ist oder ein blitzender Nippel. Doch insbesondere Instagrams Algorithmus geht noch weiter und blockt jegliche Art von “unangemessenem“ Content. Leidtragende sind vor allem bestimmte weibliche Randgruppen.

Instagram blockt seit April 2019 “unangemessenen" Content. (Bild: Getty Images)
Instagram blockt seit April 2019 “unangemessenen" Content. (Bild: Getty Images)

Instagram ist für viele User nicht nur eine Spaß-Plattform, sondern längst ein berufliches Netzwerk für Werbung und Geschäftskontakte geworden. Das betrifft alle möglichen Branchen, so auch die erotischen Berufszweige. Doch seit April 2019 macht Instagrams neuer Algorithmus vor allem Poledancerinnen, Sexarbeiterinnen und Fitness-Trainerinnen das Posten auf der Plattform zunehmend schwerer. Denn Instagram blockt jeglichen Content, der als “unangemessen“ gilt. Die Richtlinien dafür hält das Unternehmen nur sehr vage.

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Algorithmus diskriminiert Frauen

Für viele Frauen in diesen Berufen ist Instagram ein wichtiger Zweig für ihre Lebensgrundlage, da sie oft selbständig arbeiten. Und anscheinend arbeitet der Algorithmus nicht gerade objektiv, sondern viel mehr diskriminierend. Denn einige der Betroffenen stellten spaßeshalber ihr Instagram-Profil auf “männlich“ um. Und siehe da: Der ganze Content, der im “weiblichen“ Feed geblockt wurde, war auf einmal wieder da.

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“Shadow Banning“ nennt sich diese Zensur-Praxis und betrifft wohl eine ganze Reihe bestimmter Hashtags, wie etwa #PoleFitness, #PoleTrick und #FemaleFitness. Der Trick mit dem Profil-Geschlecht war nur als Experiment gedacht, verbreitete sich aber rasend schnell über spezielle Aktivismus-Seiten auf Instagram.

 

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 ATTENTION POLE DANCERS! There seems to have been a massive “cleanse” on instagram and pole dancers have been deemed dirty and inappropriate... or as Instagram puts it we don’t “meet Instagram’s community guidelines”. There has been lots of talk about shadownbans lately but this purge of hashtags is hard to mistake as being targeted towards pole dancers. If you use a banned hashtag your posts will not show up in your intended feeds. If you continue to use banned hashtags it can result in your account being shadowbanned overall so that regardless of the hashtags used your posts won’t show up in your followers feeds. This is a list of some of the banned hashtags that I just quickly compiled this morning after seeing @polelols post about pdayesha being banned. The sad part is that these are many of our most popular hashtags and an integral part of OUR community! THESE HASHTAGS HAVE BEEN BANNED: * pddeadlift * Pdayesha * Pdstaticpole * Poledancing * Poledancer * Polesportorg * Unitedbypole * Poledancenation * Pdtwistedgrip * Pdironx * Sundaybumday * Pdshouldermount * Doublespole * Pddoubles * Pdcombo * Pdspinningpole * Pdtrick * Pdleghang * Pdoutsideleghang I’m sure there are many more than this. Be sure to check your hashtags before posting them. Tag your pole babes and mommas to alert them of this instagram development. So what now? Do we start a new system since our beloved PD system (started by @michelleshimmy ) seems to be under attack. I know @polefree saw the writing on the wall that this was coming and has been working on creating a new platform for us to share and develop our community. Thoughts? @poledancenation @poledancersofig @polesportorg @upartists

Ein Beitrag geteilt von  Elizabeth ~ Instructor (@elizabeth_bfit) am

Nachdem die Zensur-Kritik immer höhere Wellen schlug, sah sich Instagram zu einer Aussage genötigt und gab offen zu, vor allem Poledance-Content zu blockieren. Eine Gender-Diskriminierung stritt das Unternehmen allerdings energisch ab.

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