Sind Frauen anfälliger für Migräne als Männer?

Ein Migräne-Anfall kann wirklich vernichtend sein und die Betroffenen im Alltag extrem einschränken. Laut Weltgesundheitsorganisation sind vor allem Frauen betroffen, denn nach Untersuchungen leiden Frauen dreimal so häufig unter Migräne wie Männer.

Bei Migräne helfen Schmerztabletten oft nicht (Bild: Getty Images)
Bei Migräne helfen Schmerztabletten oft nicht (Bild: Getty Images)

Das liegt laut Experten daran, dass vor allem Hormone der ausschlaggebende Grund für Migräne sind. Obwohl Gene und der Lebensstil eine Rolle spielen, steigt die Anfälligkeit von Mädchen sobald der Menstruationszyklus eingesetzt hat. Vor der Pubertät sind Jungen und Mädchen gleich anfällig für Migräne. Dr. Paul E. Cooper, Professor für Neurologie an der Western University erläutert: „Selbst wenn Frauen nicht mehr Ihre Regelblutung haben, leiden sie weiterhin häufiger an Migräne als Männer.“

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Dr. Louise McCrindle, Ärztin für Naturheilkunde in Ontario, bestätigt, dass sie häufiger Frauen als Männer behandle. Die medizinischen Gründe dafür seien aber bisher unklar. „Wir wissen nicht im Detail, warum Frauen häufiger an Migräne leiden als Männer. Aber es gibt Forschungen, die darauf hindeuten, dass der Grund Geschlechter spezifischen Hormonen wie Östrogen zuzuschreiben ist. Wir vermuten sogar, dass Testosteron vor Migräne schützt“, erklärt McCrindle.

Was ist der Unterschied zwischen Kopfschmerzen und Migräne?

Eine Migräne unterscheidet sich von normalen Kopfschmerzen durch eine Reihe von Eigenschaften. Sie kann von vier bis zu 72 Stunden andauern und hämmernde Schmerzen, Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit auslösen. Migräne kann außerdem einfache körperliche Tätigkeiten wie das Steigen einer Treppe zu einer Qual machen.

Cooper warnt davor, Migräne nicht Ernst zu nehmen, denn Migräne sei ein Zustand, der die Betroffenen schwer beeinträchtige. „Sie ist etwas, was Menschen in ihren Tätigkeiten oder in der Fähigkeit, das Leben zu genießen, sehr einschränken kann.“

Eine Migräne kann jeden Tag plötzlich einsetzen und kann so individuell sein wie die Betroffenen selbst. Zu den häufigsten Auslösern zählen fermentierte Lebensmittel, reifer Käse, Rotwein, Schokolade und intensive Gerüche. Die besten Beweise liegen für Stress und Wetterumschwünge, Schlafentzug und ein niedriger Blutzuckerspiegel vor. Diese sollen vor allem Auslöser von Migräne sein.

Wie kann ich einen Migräne-Anfall vermeiden?

Genauso individuell wie der Auslöser ist die Heilung. Migräne kann nicht komplett geheilt werden, aber durch einige Umstellungen können Betroffene erreichen, dass das Problem seltener auftritt und besser zu behandeln ist. Neurologen empfehlen, ein Kopfschmerz-Tagebuch zu führen, um darin festzuhalten, durch was die Migräne ausgelöst wird. Diese Auslöser kannst man als Betroffene dann, wenn möglich, vermeiden. Es soll auch helfen eine tägliche Routine zu haben: Das heißt, zur selben Tag schlafen zu gehen, aufzustehen, den selben Weg zur Arbeit zu geben, ect. Cooper sagt zudem, dass regelmäßige sportliche Betätigung, regelmäßige Mahlzeiten und mindestens sieben Stunden Schlaf pro Nacht ebenfalls helfen könne.

Hilft Akupunktur wirklich?

„Es gibt tatsächlich wissenschaftliche Beweise, die die Annahme unterstützen, dass Akupunktur hilft und bei der Behandlung von Migräne eine wichtige Rolle spielen kann“, erklärt Cooper. Der erste Schritt einer erfolgreichen Behandlung ist laut McCrindle, dass man den individuellen Auslöser herausfindet. „Es wird niemals ein Wundermittel gegen Migräne geben. Man muss die Behandlung auf wissenschaftliche Erkenntnisse und auf den individuellen Menschen abstimmen“, sagt McCrindle. „Naturmedizin hat sich als wunderbare Möglichkeit bewiesen, denjenigen zu helfen, die an Migräne leiden.“

Neben Akupunktur kann auch die Einnahme von Ergänzungsmitteln wie Magnesium, Pestwurz und Vitamin B2 die Häufigkeit der Migräne-Attacken verringern. Wichtig ist, dass man auf seinen Körper hört, einen Migräne-Anfall erkennt und im besten Fall einen solchen durch Routine und einen ausgeglichenen Lebensstil vorbeugt. „Manchmal ist eine Migräne eine Art deines Körpers, dir zu signalisieren, dass du dir eine Auszeit nehmen solltest. Manchmal ist es also auch ein wichtiger Teil der Migräne-Behandlung, auf deinen Körper zu hören,“ appelliert Cooper an alle, die an Migräne leiden.

Asymina K.


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