Was du über Brustkrebs bei Männern wissen solltest

Jennifer CaprarellaFreie Autorin
Yahoo Style Deutschland

Beim Thema Brustkrebs denken zunächst die wenigsten an Männer - dabei können auch die daran erkranken. Allein in Deutschland werden jährlich 600 bis 700 Fälle diagnostiziert. Häufig wird diese Krebsart bei Männern zu spät erkannt. Grund genug, um sie in Erinnerung zu rufen.

Rund ein Prozent aller Brustkrebs-Fälle sind Männer. Was nach wenig klingt, beläuft sich doch auf mehrere hundert Diagnosen pro Jahr allein in Deutschland (Bild: Getty Images)
Rund ein Prozent aller Brustkrebs-Fälle sind Männer. Was nach wenig klingt, beläuft sich doch auf mehrere hundert Diagnosen pro Jahr allein in Deutschland (Bild: Getty Images)

Rein statistisch kommt Brustkrebs bei Männern eher selten vor. Rund ein Prozent aller Brustkrebserkrankungen betrifft Männer. Doch allein in Deutschland beläuft sich das dennoch auf 600 bis 700 neue Diagnosen jedes Jahr. Und wo wir gerade bei Statistik sind: Den Zahlen nach haben Männer im Falle einer Erkrankung auch eine geringere Überlebenschance. Laut dem Krebsregister überleben 82 Prozent der Patientinnen mindestens zehn Jahre, bei den Patienten sind es 77 Prozent.

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Oft wird Brustkrebs bei Männern erst spät erkannt

Hinzu kommt, dass die Krankheit meist erst spät entdeckt wird. Für Männer gibt es keine Brustkrebs-Früherkennungsprogramme, und die Betroffenen selbst ziehen oft lange nicht in Betracht, dass auch die diese Krebsart bekommen können.

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Doch häufig bildet sich der Krebs in den Milchgängen, und die Anlagen hierzu sind auch beim männlichen Geschlecht vorhanden. Bis zur Pubertät ist die Brust bei Jungen und Mädchen sogar nahezu identisch. Erst die hormonelle Umstellung in der Teenager-Zeit führt dazu, dass sich die Milchgänge weiterentwickeln. Bei den Männern bleiben Anlagen von Milchgängen und Brustgewebe, in denen sich Krebszellen bilden können.

Die Symptome sind vergleichbar mit denen der Frauen

Auch Männern wird demnach von Experten geraten, mögliche Symptome nicht zu ignorieren. Dazu gehören, ganz ähnlich wie bei Frauen, tastbare Knoten und Verhärtungen im Brustbereich, Flüssigkeitsabsonderung aus den Brustwarzen, Entzündungen, die nicht abheilen wollen oder vergrößerte Lymphknoten in den Achselhöhlen.

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Besonders oft ist die Krankheit auf einen erhöhten Östrogenspiegel zurückzuführen. Zu den Risikogruppen gehören also Männer mit starkem Übergewicht oder Lebererkrankungen. Auch starker Alkoholkonsum oder die Einnahme leistungssteigernder Hormone erhöhren das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Deutlich häufiger erkranken außerdem Männer, die an dem sogenannten Klinefelter-Syndrom leiden - eine angeborene Genmutation, bei der ein Mann über mindestens ein zusätzliches X-Chromosom verfügt.

Je früher die Erkennung, desto größer die Heilungschancen

Auch die Diagnostik verläuft ähnlich wie bei den Frauen. Es finden Ultraschall- und Mammographieuntersuchungen statt und letztendlich eine Biopsie, die über den weiteren Verlauf der Behandlung entscheidet. Manchmal wird lediglich der Tumor selbst herausoperiert, in anderen Fällen muss mehr Gewebe entfernt werden. Da Männer weniger Brustgewebe haben als Frauen, lässt sich häufig die Entfernung der gesamten Brust nicht vermeiden.

Generell gilt Brustkrebs bei rechtzeitiger Behandlung als eine Krebsvariante mit vergleichsweise guten Chancen auf Genesung. Entscheidend ist, wie bei allen Krebsarten, das Stadium der Erkrankung. Je früher sie erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Umso wichtiger ist es auch für Männer, ihre Brust ein wenig im Auge zu behalten.

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