Was für ein Unterschied: Obamas Praktikanten - Trumps Praktikanten

Antonie HänelFreie Autorin
Yahoo Nachrichten Deutschland

Wie es beim Nachwuchs im Weißen Haus um Diversität bestellt ist, zeigt ein viral gegangener Foto-Vergleich auf Twitter. Darin sind die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Praktikantenprogramms des Weißen Hauses zu sehen - einmal unter Obama, einmal unter Trump. Der Unterschied ist extrem.

Donald Trump steht in der Kritik für sein alles andere als diverses Praktikantenteam 2018 (Bild: REUTERS/Kevin Lamarque)
Donald Trump steht in der Kritik für sein alles andere als diverses Praktikantenteam 2018 (Bild: REUTERS/Kevin Lamarque)

Zwei Fotos gehen um die Welt: Die Bilder der Praktikantenprogramme des Weißen Hauses sorgen auf Twitter für Furore und Diskussionen. In den Fotos mit identischem Hintergrund sind einmal die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des Programms 2016 unter Ex-Präsident Barack Obama zu sehen und einmal die des Programms 2018 unter Donald Trump.

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Zwei von 92

Sofort fällt auf: Während das Team von Obama aus Menschen mit verschiedenen Hautfarben besteht, blicken dem Betrachter aus dem Bild mit Trump fast nur weiße Gesichter entgegen. Von insgesamt 92 Menschen sind dort genau zwei Personen dunkelhäutig.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Rassismus-Debatte in Amerika, ausgelöst durch den gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd, ist dieser Fotovergleich viraler Sprengstoff. So hat der Tweet seit seiner Veröffentlichung am 9. Juni schon über 580.000 Likes und fast 200.000 Retweets gesammelt.

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Der Tweet ist der bildgewordene Vorwurf, der Trump derzeit überall gemacht wird: Während die Bevölkerung in den USA nach offiziellen Angaben zu 13,4 Prozent aus Afroamerikanern besteht, bemüht sich der Präsident offensichtlich nicht um Diversität, sondern konzentriert sich lieber auf die Ansichten und Bedürfnisse der weißen Bevölkerung.

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Nicht auszuschließen ist allerdings, dass sich unter Obama, dem ersten schwarzen US-Präsidenten, mehr Afroamerikaner um die Praktika beworben haben als unter Trump. Was kaum verwunderlich ist: Trump macht aus seinen rassistischen Ansichten kein Geheimnis, gibt diese auch schon mal völlig offen im Kongress zum Besten.

Nur ein Beispiel aus dem letzten Jahr: Da hatte Trump mehrere Demokratinnen mit Migrationshintergrund im Kongress aufgefordert, sie sollten “in die Länder zurückkehren”, aus denen sie “ursprünglich gekommen” seien. Auf Twitter schrieb er weiter, die Politikerinnen hätten den USA “lauthals und gehässig” erklären wollen, “wie die Regierung zu funktionieren hat”. Natürlich waren alle der vier gemeinten Frauen demokratisch gewählt worden, haben also sogar die Pflicht, in Sachen Regierung mitzureden. Auch sind drei von ihnen in den USA geboren worden.

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Aber ob nun Trump keine farbigen Praktikanten zulässt oder diese potenziellen Bewerber wenig Lust haben, für einen solchen Präsidenten zu arbeiten, führt letztendlich in dieselbe Misere: Das Weiße Haus bleibt weiß und die Ungerechtigkeit geht weiter.

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