Wechselt Dovizioso zu KTM? Ducati macht sich "keine Sorgen"

Gerald Dirnbeck
motorsport.com

Während der Corona-Zwangspause hat der MotoGP-Fahrermarkt an Fahrt aufgenommen. Pol Espargaro wird KTM verlassen und im nächsten Jahr ins Honda-Werksteam wechseln. Offen ist weiterhin die Personalie Andrea Dovizioso. Bleibt der dreimalige Vizeweltmeister bei Ducati oder trennen sich die Wege?

Die Gerüchteküche brachte jüngst Dovizioso mit KTM in Verbindung. Nach dem Abgang von Espargaro fehlt dem österreichischen Team ein erfahrener Führungsfahrer neben den jungen Talenten. Red Bull ist seit einigen Jahren zudem auch persönlicher Sponsor von "Dovi". Aus dieser Sicht besteht zumindest eine Verbindung.

Macht man sich bei Ducati Sorgen, dass Dovizioso das Team Richtung KTM verlassen könnte? "Ehrlich gesagt, denke ich das nicht", wird Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti von 'Moto.it' zitiert. "Ich habe den größten Respekt für KTM, aber momentan haben sie kein Motorrad mit dem Andrea Rennen gewinnen und um den WM-Titel kämpfen kann."

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Dovizioso wäre für KTM nützlich, aber ...

Seit 2013 fährt Dovizioso für Ducati. Nach vielen Jahren mühevoller Aufbauarbeit stellten sich 2017 die ersten großen Erfolge ein. Bei einem Wechsel zu KTM stünde der 34-Jährige vor einer ähnlichen Aufgabe, während theoretisch ein anderer Fahrer bei Ducati die Früchte des Erfolges ernten könnte.

Deshalb glaubt Ciabatti nicht an einen Wechsel: "Dovizioso wäre für ein Projekt wie KTM sehr nützlich, um das Motorrad zu entwickeln und konkurrenzfähig zu machen. Aber ich glaube nicht, dass man diese Ergebnisse in relativ kurzer Zeit schaffen kann. KTM und Aprilia haben zwar die Konzessionsausnahmen, aber gleichzeitig stehen auch die anderen Teams nicht still."

Andrea Dovizioso, Ducati Team

Andrea Dovizioso, Ducati Team <span class="copyright">Gold and Goose / Motorsport Images</span>
Andrea Dovizioso, Ducati Team Gold and Goose / Motorsport Images

Gold and Goose / Motorsport Images

"Ich glaube nicht, dass ein Fahrer, der in Andreas Alter ist und seine Erfolge gefeiert hat, wechseln würde. Das würde bedeuten, dass er das Ziel aufgeben würde um die Weltmeisterschaft zu kämpfen und Rennen zu gewinnen. Wenn es das Ziel ist, in allen Rennen konkurrenzfähig zu sein und Marquez, die Yamaha- und Suzuki-Fahrer herauszufordern, dann kann nur Ducati dieses Paket bieten."

Ducati rechnet deshalb mit einem Verbleib von Dovizioso. In den kommenden Wochen will man die Details und vor allem das Gehalt im Zuge der Wirtschaftskrise klären. Bis zum ersten Rennen am 19. Juli in Jerez könnte ein neuer Vertrag unterschrieben sein. Einigt man sich nicht, könnte Ducati weiter auf Danilo Petrucci setzen.

"Das Kapitel ist noch nicht zu Ende, obwohl sich Danilo bis dahin vielleicht mit Aprilia oder KTM einigt. Sollten wir uns nicht mit Andrea einigen, dann warten wir den Saisonbeginn ab", so Ciabatti. "Nach einigen Rennen werden wir die Situation bewerten und verfügbare Fahrer evaluieren." Viele freie Fahrer gäbe es dann allerdings nicht.

Einigt man sich nicht mit Dovizioso, dann wäre im Sommer bei Ducati der einzige Platz in einem Spitzenteam frei. Es wäre ein begehrtes Motorrad. "Deshalb können wir die Ergebnisse der ersten Rennen abwarten", sieht Ciabatti diese Möglichkeit gelassen. Mit Johann Zarco gäbe es eine weitere Alternative in eigenen Reihen.

Im Satellitenteam Pramac will man mit Francesco Bagnaia weitermachen, obwohl Ducati von dem Italiener bessere Leistungen als in der Rookie-Saison verlangt. Als zweiten Fahrer wünscht man sich Jorge Martin, aber diesbezüglich müssen noch vertragliche Details geklärt werden, denn eigentlich ist Martin ein KTM-Nachwuchsfahrer.

Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

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